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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-01-31 · Heft 5 (31.1.1889) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 5 (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
Seite 79 (sequence 15)
Language
German
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79 gerathenen Sohn, welcher den Wünschen der Eltern in seinem ganzen Wandel sorgfältig nachkam. Da lernte er die Tochter eines sog. aufgeklärten Hauses kennen und lieben; die jungen Leute verständigten sich und versprachen sich einander. Die Verhältnisse waren durchaus der Verbindung günstig. Da erklärte der Vater, daß er niemals seine Zustimmung geben und eine Schwiegertochter annehmen werde, welche die Satzungen der Religion nicht zu erfüllen vermöchte, weil sie dieselben gar nicht kenne. Alles Bitten und Versprechen war umsonst. Der Mann galt in der orthodoxen Partei als Führer und soll Willens gewesen sein, mit seinem Anhang aus der Gemeinde auszutreten, falls sie irgend eine Neuerung einführen wolle. Dies mochte nicht wenig zu seiner Hartnäckigkeit gegen jene Verbindung beitragen. Der Sohn schien unendlich zu leiden und sein Kummer zeigte sich bald selbst in seinen Zügen. — Bald war die Mutter gewonnen. Sie hatte das Mädchen in einem dritten Hause kennen gelernt und sie sehr liebenswürdig und zu allem Gehorsam bereit gefunden. Sie forderte sogar mich auf, meinen Einfluß auf ihren Mann zu Gunsten des Paares zu verwenden und demselben Besorgniß um die Gesundheit seines Sohnes einzuflößen. Ich verweigerte dies, denn es war stets mein Grundsatz: „Was deines Amtes nicht ist, das laß deines Fürwitzes!" und die Eheprocuratur zählte ich dem ärztlichen Berufe nicht bei. Am wenigsten mischte ich mich jemals in Tinge, in welchen religiöse Fragen eine Rolle spielten. Nun, ich weiß nicht auf welche Weise, der Ehebund kam doch zu Stande, der Vater jedoch hielt sich consequent fern vom Hause des Sohnes, in welchem die Mutter nicht selten erschien. Leider verschied der Vater an einem Schlagflusse, während der Sohn auf einer Reise abwesend war und es konnte so nicht einmal auf dem Sterbelager eine Versöhnung statrfinden. Jndeß muß ich, um gerecht und unparteiisch zu sein, zugestehen, daß dieser religiöse Wandel und die etwa mit ihm verbundenen Kämpfe bei den Juden, so weit ich sie zu beobachten Gelegenheit hatte, keine thatsachliche Feindseligkeit, keinen in Verfolgung ausartenden Fanatismus hervorbrachten. Sie gingen sich aus dein Wege, entfremdeten sich einander, das war Alles. Nicht einmal in geschäftlicher Beziehung machte sich der Streit fühlbar. Anzeigen. Yy| Qny»n werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XildUX €Aj IC folgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Technicum Mittweida — Sachsen. — Maschinen - Ingenieur - Schule Werkmeister - Schule. WfMIH—WIW l'll 1111111WI1 l'llll.. ) »WU-Herrath.-W« 8 8 Junger Mann, Jsr., Inhaber eines Herreu-Conf.- u. Maas Gesch. besseren Genres in Berlin wünscht sich mit e. Mädchen aus achtbarer Familie zu verh. — Mitgift ca. 15000M — Nickt anonym. Gest. Offert, unter K. B. 362 an Rudolf Mosse, Berlin Königstraße 56 erb. b-8.611 Wp.h& Gegenstände als Mützen,Orden,Touren, Costüme, Masken etc. sowie Cartonnagen & Attrapen empfiehlt die Fabrik von Gelbke & Benedictusflresfleii Vom 1. Mai 1889 ab sind iu unserer Gemeinde die Stellen: 1. des ersten Kantors und Kitfsschächters gegen ein Jahresgehalt von 1350 M. nebst 150 M. Wohnungsgeldzuschuß und den üblichen Nebenrevenüen, 2. des Schächters undHilfsvorbeters, der auch die Funktionen als NT-p und J/p‘n zu übernehmen hat, gegen ein Jahresgehalt von 1200 M. nebst 150 M. Wohnungsgeldzujchuß und den gewöhnlichen Necenrevenüen, anderweit zu besetzen. Der erste Kantor hat die Befähigung zur 'Ausbildung und Leitung eines Synagogenchors nachzuweilen. Bewerber deutschen Fndigenats werden ersucht, ihre Bewerbungen nebst Lebenslauf und den Abschriften ihrer Zeugnisse über die erworbene Kantor- und Lchächter- Qnalifieation bis zum 12. Februar cr. an uns einzureichen. Dw Kosten für persönliche Vorstellung zu Probevorträgen, werden nur den Anzustellendeu vergütet. Ostrowo, den 16. Januar 1889. Der Worstand der Synagogen - Gemeinde. Zu baldmöglichem Eintritt suche ich für mein Bankgeschäft einen jungen ßommis, und zum 1. April einen fLc273 Lehrling. N. Blnmenfeld, Osnabrück. Im Israelit. Töchterpensionat von M. Wassermann, Berlin, Oranienburger Str. 56a finden wieder 2 junge Mädchen zur Wissenschaft!., wirthschaftl. u. gesellschaftl. Ausbild. Aufnahme. Streng rituell. Vertag von dnstav Engel in Leipzig. ChaMsches Wörterbuch über dir Largumim und rinrn großen Lhrii drs radbinischrn Schristtyums von l)r. ,T. Levy, Professor an der Universitäl Breslau. 3 Auflage. In hochelegantem Einband Preis 12 Mark.

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