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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-01-31 · Heft 5 (31.1.1889) · p. Seite 69

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 5 (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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69 Skizzirung des Tatsächlichen begnügen, ohne auf eine Charakterisirung nach Innen einzugehen, wozu doch nicht immer eine ausführliche Darstellung erforderlich ist. Der zwölfte Band reicht von Nathusius bis Phlegmone. Dem Kundigen wird es nicht auffallen, daß er deßhalb in diesem Bande wenig aus unserem speciellen Gebiete findet. Jndeß müssen wir den hier befindlichen Artikel „Palästina" als ganz vortrefflich rühmen. Er ist in allen sachlichen Beziehungen gründlich und zuverlässig gehalten, so daß selbst der Fachmann nicht viel entbehren wird. Zu bemerken hätten wir nur, daß an einer Stelle gesagt wird, das Land habe nicht viel Waizen hervorgebracht, während doch Ezechiel 27, 17. „Juda und das Land Israel" auf den Weltmarkt von Tyrus „Waizen-Backwerk, Honig, Oel und Balsam" brachten. Der Artikel „Opfer" ist interessant durch die Zusammenstellung der Opfer aus den verschiedenen Culten des Alterthums, doch beschränkt er sich zu sehr auf die äußere Gestaltung, ohne die darin zum Ausdruck gekommenen, symbolisch dargestellten Ideen wiederzugeben oder wenigstens anzudeuten. Von jüdischen Persönlichkeiten finden wir nur Nebuchadnezar, Omri, die beiden Pereire und diebeidenPhilippson (Ludwig und Martin) besprochen. — Wir haben es in den letzten Jahren oft genug erfahren, daß sich Literaten und Publicisten als „Freunde der Juden" einführen und vorgeben, Mittel zu empfehlen, welche dem Antisemitismus abhelfen sollen, im Grunde jedoch all' die gehässigen Anschuldigungen wiederholen, welche die offenmüthigen Antisemiten vorzubringen pflegen. Aus einer solchen Feder waren in der „Pfälzischen Presse" recht herbe Artikel veröffentlich worden. Gegen diese hat Dr. I. Mayer, Bezirksrabbiner in Zweibrücken, eine Broschüre gerichtet: „Antisemitismus in der Pfalz. Ein offener Brief an die „Pfälzische Presse" (Kranzbühler, Zweibrücken.) Der Verf. folgt dem Autor jener Artikel Schritt vor Schritt, zieht ihm die Maske ab und widerlegt dessen Behauptungen in bündiger, den Thatsachen entnommener und überall zutreffender Weise. Die Broschüre gehört zu den besseren Arbeiten auf diesem Gebiete. — Herr Arthur S. Weißmann hat das erste Heft einer „Monatsschrift für Literatur und Wissenschaft des Judenthums" (Wien, Fanto) ausgegeben. Es enthält interessante Artikel, namentlich von Dr. M. Duschak und Dr. S. Rubin, sowie Recensionen einiger Schriften. Wir wünschen dem Unternehmen einen guten Fortgang. — Der Rabbiner in Kremsir Dr. A. Frankl-Grün hat zum vierzigjährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef! unter dem Titel „des Kaisers Jubeltage" (Kremsir, Selbstverlag 1888) seine Vorträge herausgegeben, die er zum 25jährigen Regierungsjubiläum, zur Lebensrettung, zur fil-! bernen Hochzeit, zum 50. Geburtstage und nun zur vierzigj jährigen Regierung des Kaisers gehalten hat. Das Heftchen! erscheint bereits in zweiter Auflage. Der Redner hat scholl j zwei Audienzen bei dem Kaiser gehabt, als dieser in Kremsir anwesend war und weiß von dem huldreichen Empfange seitens des Monarchen zu erzählen. — „Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literatur von Dr. M. Lev in", zweite vermehrte und verbesserte Auflage (Nürnberg, Korn 1889.) Eigenthümlich ist es, daß der Verf. die biblische Geschichte bis zum Exil auf wenigen Seiten giebt, also eigentlich nur Namen und Zahlen. Vom Exil an schildert er die Ereignisse und die literarische Entwickelung ausführlich mit Fleiß und Umsicht und in einfachem, flüssigem Stile. Weniger befriedigend ist seine Darstellung der neuesten Zeit, aus welcher weder Lehrer noch Schüler eine klare Vorstellung werden schöpfen können. Warum er zum Schluß als Beispiele nur einige Seiten aus Mendelssohn's und Zunz'Schriften anführt, sieht man nicht recht ein, da sonst dergleichen Stellen mannigfaltiger hätten wiedergegeben werden müssen. Ueberhaupt bietet hier der Verf. von der literarischen Bewegung seit den zwanziger Jahren kaum eine Andeutung, und diese hätte es doch wahrlich nicht minder verdient, wie das Mittelalter. Bemerken wollen wir doch, daß der Beschluß der Synode in Leipzig (1869) nicht von Geiger, sondern von uns beantragt und formulirt wurde. — „Geschichte des Aberglaubens von Dr. S. Rubin, deutsch von I. Stern" (Leipzig, Thiele.) Nach einer Einleitung, in welcher der Vers, die Ursachen des Aberglaubens erörtert, geht er alle Arten des Aberglaubens durch. Man weiß, wie außerordentlich mannigfaltige Gestalten der Aberglaube bei allen Völkern der Erde angenommen hat, ja, wie dieselbe Art des Aberglaubens in sehr verschiedener Weise sich ausbildete. Der Verfasser bringt nun eine recht reiche Sammlung dieser Auswüchse des Glaubens und vermeintlichen Wissens. Was sonst in sehr dickleibigen Büchern beschrieben worden, finden wir hier kurz und bündig zusammengestellt. Die Lectüre ist lehrreich und in mancher Beziehung unterhaltend. Der Vers, wie der Uebersetzer aus dem hebräischen Original sind beide Juden und im jüdischen Schriftthum bewandert. Es ist daher nicht zu verwundern, daß sie ganz besonders die Juden ins Auge fassen und über deren Aberglauben ausführlich sind, während bei den übrigen Völkern kürzere Andeutungen und nur selten Citate gegeben werden. Der Uebersetzer hat verhültnißmäßig viele Anmerkungen hinzugefügt, in welchen er häufig dem Verfasser widerspricht. Bekanntlich hat auch die neueste Zeit und bei den civilisirtesten Völkern ihren Aberglauben hervorgebracht, wie das Gedankenlesen und den Spiritismus. Der Vers, streift auch diese. — Tao-te-king von Laotsee. Aus dem Chinesischen von Friedr. Wilh. Noak (Berlin, Carl Duncker 1888.) Eine durchaus interessante Schrift, die bereits iu's Englische, Französische und jetzt zum dritten Male in's Deutsche übersetzt ward. Der ck.inesische Titel bedeutet: Klassisches Buch über Gott und

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