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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-01-25 · Heft 4 (25.1.1889) · p. Seite 59

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 4 (25.1.1889)
Date
1889-01-25
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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59 Großbritannien. fionbon, im Januar. Im Jahre 1881 starb hier ein gewisser Ephraim Levin, welcher seiner Wittwe und seiner Schwester je 20000 Lstr. hinterließ, mit der Bedingung, daß nach deren Tode die betreffende Summe den Wohlthätigkeits- Anstalten der jüdischen Gemeinde zufallen sollte. Bor einem halben Jahre verstarb die Wittwe, und die Testamentsvollstrecker vertheilten die dadurch frei gewordenen 20 000 Pfund unter 30 jüdische Anstalten; den größten Antheil, nämlich 5200 Pfund, erhielt der Verwaltungsrath der Synagogen. Amerika. Washington, 5. Januar. Der vom Repräsentantenhause eingesetzte Ausschuß zur Untersuchung des Einwanderungssystems ist jetzt mit der Abfassung seines Berichtes beschäftigt. Der Ausschuß wird den Erlaß eines Gesetzes befürworten, wonach jeder Einwanderer eine Bescheinigung von dem amerikanischen Consul seines Einschiffungshafens zu erwirken hat. Ferner soll das von jedem Einwanderer zu erlegende, jetzt 25 Cents betragende Kopfgeld erhöht und die Bestimmungen zur Rücksendung untüchtiger Einwanderer sollen verschärft werden.') Palästina. Jerusalem, im Januar. (Privatmitth.) Die „Talmud- Thora-Schule und Etz-Chaim-Hochschule" in Jerusalem hat ihren Jahresbericht für das Jahr 5648 ausgegeben. Die Sammlung für dieselbe hat 22,383 Frcs. ergeben. Die Ausgaben für Lehrer, Schüler, Miethe re. betrugen 22,544 Fr. so daß ein Deficit von 162 Fr. verblieb. Die beiden vereinigten Lehranstalten können sich trefflicher Leistungen rühmen und auf deßfallsige Zeugnisse von Männern berufen, die in Europa hohes Ansehen genießen, wie vom Oberrabbiner Adler in London, Bibliothekar Harkavy in Petersburg, Roos aus Amsterdam u. s. w. Der Bestand der Anstalten ist lediglich auf den Ertrag der Sammlungen, also auf die freiwilligen Beiträge menschenfreundlicher Glaubensgenossen gestellt, welchen es besonders am Herzen liegt, daß die jüdische Wissenschaft in Jerusalem, also an der Stätte ihrer Geburt, gelehrt und fortgepflanzt werde, abgesehen davon, daß über 25 Gelehrten und den sämmtlichen Schülern die ihnen nothwendigsten Unterstützungen gewährt werden. — l) Es liegt uns aus Amerika viel Material vor, das wir in den nächsten Nummern geben werden, Redact. Nicht minder erfordert die Unterstützung der Glaubensgenossen das Bikur-Cholim-Hospital, das soeben folgendes Circular erlassen hat, welches durch sich selbst genugsam spricht und deßhalb eine besondere Empfehlung nicht erfordert. Es lautet: Sehr geehrter Herr! Durch die Verlegung des Rothschild'schen Spitals außerhalb der Stadt ist unsere Aufgabe um so schwieriger geworden, da das „Bikur-Cholim-Hospital" jetzt das einzige in der Stadt befindliche Spital ist, zu welchem unsere kranken Glaubensgenossen ihre Zuflucht nehmen. Waren wir schon, als das Rothschild'sche Spital noch in der Stadt war, oft gezwungen, viele hilfsbedürftige Kranke von der Aufnahme in unser Spital auszuschließen, so sind wir jetzt leider täglich in die traurige Lage versetzt, vielen armen Glaubensgenossen die Aufnahme verweigern zu müssen. Leider sind die meisten Bewohner der heil. Stadt arm, schwach und krank. Die mangelhafte Nahrung und die engen Wohnungen bieten allen Krankheiten freien Spielraum. Und so sind Tausende unserer Brüder und Schwestern, die in unserem Spital keine Aufnahme finden können, der Gefahr ausgesetzt, in ihren elenden Wohnungen einen frühzeitigen Tod zu sterben, oder eine Beute der reichen Mission zu werden. Diesem Nothstande hat unser Mitbürger, der ebenso fromme, als wohlthätige Herr Wittemberg dadurch etwas abgehoben, daß er auf unserem Spital-Gebäude, ein zweites Stockwerk erbauen ließ, welches in großen und schönen Sälen ca. zehn Betten fassen kann. Trotz dieser Wohlthat befinden wir uns doch in der größten Verlegenheit, wie wir diese Betten erhalten sollen. Die Ausgaben des Spitals werden ausschließlich durch milde Spenden bestritten, die aber zu spärlich fließen, nur die durch die neuen zehn Betten erwachsenen Ausgaben zu decken. Die Zahl der Betten beläuft sich jetzt auf 35. Wir wenden uns daher an Sie mit der Bitte, in diesem kritischen Momente uns und damit Tausende unglücklicher Brüder und Schwestern nicht zu verlassen. Theuere Glaubensgenossen! Jetzt märe der Moment gekommen, wo Sie Ihre Liebe zu Ihrem Volke und Lande dadurch am wirksamsten bethätigen können, daß Sie durch milde Gaben unsere Anstalt in die Lage setzen, die vielen verlassenen armen Kranken dem Tode und den noch ärgeren Fallstricken der Mission zu entreißen. In der Hoffnung, ein fühlendes Herz für unsere Bitte zu finden, zeichnet in aller Hochachtung der Vorstand des „B.-Ch.-Hospitals" Sch. Gottmann. A. Prosel. — Das jüngste Monatsbulletin der Aliance isr. nniv. 4«

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