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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-01-17 · Heft 3 (17.1.1889) · p. Seite 43

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 3 (17.1.1889)
Date
1889-01-17
Page
Seite 43 (sequence 11)
Language
German
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43 überall der allgemein menschliche Gedanke, überall eine Reihe von Bildern, manchmal überraschend grandios. Eine wundervoll mächtige Sprache, ein unerwartetes Wort, welches wie ein Blitz mit einem Male die unendliche Perspective erleuchtete. . . . Möge das geistige und moralische Bild von Dr. Schwabacher noch lange im Herzen der Odessa er Juden fortleben und möge es sie lehren, wie man leben, lieben, denken und lehren soll! .... Sanft ruhe seine Asche! Sein Gedächtniß bleibe uns zum ewigen Segen!" *) L. T. Bonn, 13. Jan. (Notizen.) Man schreibt uns aus Norden: Am 4. v. M. fand in der Synagoge zu Norden die Einweihung einer neuen Thorarolle statt, welche der dasige Synagogen-Gesangverein gespendet hatte. Die gottesdienstliche Feier, welcher auch der hies. Magistrat in der dichtgefüllten festlich geschmückten Synagoge beiwohnte, war eine überaus erhebende. Neben den herrlichen Gesängen verdient insbesondere die eindrucksvolle einsiündige Predigt des Herrn Landrabbiners Dt. Buchholz aus Emden vollste Erwähnung. Dieselbe ist denn auch auf vielseitigen Wunsch gedruckt worden. — Man schreibt aus Beckum (Westphalen): Am 3. Januar vzw'r'”) feierte College Lehrer Kaufmann in Ahlen sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Jeden Lehrer und Lehrfreund mußte es mit inniger Freude erfüllen, hier zu sehen, wie innig die Liebe einer Gemeinde zu ihrem Lehrer werden kann, wenn Lehrer und Gemeinde an der schweren 1) Der sel. Schwabacher war zuerst Rabbiner in Landsberg a. d. W., dann in Lemberg und seit 27 Jahren in Odessa. Im Jahre 1845 erschien von ihm das erste „zwangloser Hefte: Der kabbalistische biblische Occident", welches völlig unverständlich war und nicht fortgesetzt wurde. Seine späteren Schriften vermieden die erkünstelte Mystik, sind trotz mancher Sonderbarkeiten vortrefflich, geistreich und verdienstvoll. Redaction. Arbeit der Jugenderziehung harmonisch Zusammenwirken. Von nahe und ferne waren Eollegen und ehemalige Schüler des Jubilars erschienen, um ihm persönlich die herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Um 9 Uhr begann der vom Eollegen Steinweg-Rheda geleitete Festgottesdienst, welcher beim Eintritte des Jubilars in die Synagoge mit einem von der Schuljugend herrlich vvrgetrageneu Jubelliede seinen Anfang nahm. Darauf hielt College Steinweg eine jedem Anwesenden zu Herzen gehende Rede. In kernigen Worten führte er Allen das schwierige Amt des Jugendbildners vor Augen. Er pries nicht allein den Jubilar, sondern das Jubelpaar, welches aus Lehrer und Gemeinde bestehe. Die dem Jubilar dargebrachten Geschenke legten das beredtste Zeugniß von der großen Opferfreudigkeit seiner kleinen Gemeinde ab. Unter den zahlreichen Gratulanten befanden sich auch der Dechant der kathol. Gemeinde, welcher die Glückwünsche der Pfarrgeistlichkeit persönlich darbrachte; sowie auch sämmtliche christliche Eollegen des Jubilars. Ein trefflicher Beweis, in wie. hohem Grade College Kaufmann auch bei Andersgläubigen die allgemeine Achtung besitzt. Ganz besondere Anerkennung verdient der christliche College Füchte, der durch Einübung des den Gottesdienst einleitenden Jubelliedes sich sehr verdient gemacht hat. Möge es dem geschätzten Jubilare vergönnt sein, auch das Fest seines 50jährigen Amtsjubiläums in seiner geliebten Gemeinde in voller Rüstigkeit und Geistessrische zu begehen. — Aus Szegedin wird geschrieben: Den 27. d. M. verschied hier im Alter von 81 Jahren Frau Johanna Kohen geb. Pollak. Die Gründerin und seit dreiundfünfzig Jahren Präsidentin des dortigen israelitischen Frauenvereins; derselben wurde vor drei Jahren vom Könige das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. — Aus Pest wird uns milgetheilt: Herr Jakob Suschny, zweiter Kantor am hiesigen Tempel, feierte den 5. Januar sein 25 jähriges Amtsjubiläum. — Ieuit New-Hork, 22. Dezember. Eine Stimme aus Amerika. Wir brauchen unsere Leser nicht erst mit dem Namen Karl Schurz bekannt zu machen. Dieser Mann, der Befreier Kinkels aus dem Zuchthause, hat in Amerika wegen seiner literarischen, oratorischen und politischen Wirksamkeit so viel Anerkennung gefunden, daß er zum Senator, Gesandten und zeitweise zum Minister gewählt wurde. Im vorigen Jahre besuchte er sein Vaterland wieder und wurde hier mit vielen Ehrenbezeugungen ausgenommen; auch der i e t o n. Reichskanzler empfing ihn aufs freundlichste als Gast, wenn wir nicht irren, wurde Schurz vom Fürsten Bismarck hierzu eingeladen. Bei der Einweihung des Montefiore Home am 18. d. M. hielt Herr Carl Schurz eine Rede, welche „The American Hebrew“ wörtlich mittheilt. Herr Schurz wies zunächst auf die großen Verdienste und Charaktereigenschaften Montesiore's hin und schilderte dann die Entstehung und Zwecke des Montefiore Home, welches nicht blos für Juden, sondern für alle Leidende bestimmt ist. Das sei der richtige Geist, so eigentümlich den Amerikanern, welche gegenüber der Pracht der königlichen Schlösser und Herrschaftssitze in 8*

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