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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-11-15 · Heft 46 (15.11.1888) · p. Seite 725

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 46 (15.11.1888)
Date
1888-11-15
Page
Seite 725 (sequence 5)
Language
German
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725 das ganze Land, daß sie das Volk im Gesetze unterrichteten^). Derselbe setzte auch von neuem die Leviten zu bestimmten Richtern und Vorstehern ein, denen er die Stammesfürsten zu Häuptern gab, und den Hohenpriester Amarja nebst dem Fürsten von Juda, Sabadja, an die Spitze stellte47). Als er sich gegen Moab rüstete, und ein Fasten hielt, da sangen und spielten die Leviten im Tempel, und zogen auch einige derselben vor dem Heere voraus^). — Unter den beiden folgenden Königen, Joram und Ahasja, die mit dem Hause Ahab in Verbindung standen, so wie unter der 6jährigen Herrschaft der grausamen Athalja stand der Tempel verwaist für sich da. Aber jetzt geschah es, daß sich die Leviten eine politische Wichtigkeit errangen, wie nie wieder. Der Hohepriester Jojada, dessen Frau, die Schwester des Königs Ahasja, den Säugling Joas gerettet und im Tempel verborgen hatte, als Athalja ihre Enkel tödtete, dieser Jojada faßte den Entschluß, den rechtmäßigen Erben auf den Thron zu setzen und die Tochter Ahabs zu stürzen. Er verband sich mit fünf Heerobersten, die umherzogen und sämmtliche Leviten nach Jerusalem beriefen. Am Sabbath sollte sich ein ganzes Drittheil aller Leviten als Thorwache aufstellen, ein Drittheil am Thore Jesod, und ein Drittheil, mit den Waffen in der Hand, um den König. Nachdem dies in's Werk gerichtet, und Athalja getödtet worden, rissen sie den Baalstempel nieder, und Jojada erneuerte den Gottes- und Levitendienst nach den Gesetzen Mosis und Davids Verordnungen^). König Joas nahm auch eine große Reparatur am Tempel vor, zu der er Steuern durch die Leviten sammeln ließbO). Aber so wie Joas in seinen späteren Jahren abtrünnig ward, erging es auch unter den folgenden Königen, Amazia, Usia, Jotham und Ahas. Hundert und neun Jahre herrschten sie über Juda und vernachlässigten in diesem langen Zeiträume, der auch politisch für Juda mit Sturmen und Mißgeschicken vergesellschaftet war, den Tempel immer mehr. Ja, Ahas schloß den Tempel zu und baute an den Ecken der Straßen Altäre für syrische Gottheiten 51). Um so nöthiger war es, wenn nicht ein gänzlicher Verfall eintreten sollte, daß ein König, wie Hiskia, eine Verjüngung bereitete. Sobald daher dieser gottesfürchtige Regent den Thron bestiegen, schon im ersten Monate seiner Regierung, eröffnete er den Tempel wieder, ließ ihn ausbessern, versammelte die Priester und Leviten auf einem öffentlichen Platze und befahl ihnen in einer rührenden Rede, sich zu reinigen und zu 46) Ebend. Kap. 17 B. 7—9. 47) Ebend. Kap. 19, V. 5—11. 48) Ebend. Kap. 20, B. 19. 21. 49) Ebend. Kap. 23. 50) Ebend. Kap. 24, B. 4. 51) Ebend. Kap. 28. heiligen, den Tempel und die Vorhöfe zu reinigen und sich zu einer Entsühnung des Volkes anzuschicken. Aber die Priester waren saumseliger, als die Leviten. Wenige Priester waren daher nur fähig, das Brand- und Sühnopfer am löten des Monats zu bringen, welchem der König mit den Obersten und Aeltesten beiwohnte, aber die Leviten standen in ihrer Ordnung und sangen Psalmen während des Opfers, ja selbst zum Opfern mußten die Leviten Hand anlegen anstatt der Priester. Hiskia sandte nun Boten durch ganz Juda, ja selbst nach Israel hinein, um die Israeliten zur Passahfeier im zweiten Monate aufzufordern, weil sie es im erstell nicht gekonnt. Doch in Israel fanden sie nur Verspottung, Juda versammelte sich einmüthig, und so ward das Passah mit einem Glanze gefeiert, wie es seit Salomon nicht stattgefunden. Bon dieser Zeit an bestellte Hiskia die Abtheilungen der Leviten wie früher, und da sich das Volk ent' wohnt hatte, die Erstlinge und Zehnten zu bringen, so gab er hierüber strenge Befehle, und ließ Magazine anlegen, welche die Haufen der Zehnten aufnahmen "). — Gleichen Gang nahmen die Begebenheiten unter den götzendienerischen Königen Manasse und Amon, von denen der erste im Tempel selbst Altäre für Sonne, Mond und Sterne baute->-*); bis Josia den Tempel umd die Altäre wieder reinigte, das Passah feierte, und den Dienst herstellte:>4). Unter den übrigen Königen ging Juda politisch und religiös mit schnellen Schritten seinem Untergange zu, bis Nebuchadnezar den Tempel zerstörte und Juda nach Babel führte (588). So war das längst drohende Schicksal in Erfüllung gegangen, aus welchem Israel zwar nur in Trümmern, aber geläuterten Herzens wieder hervorgehen sollte. Es war bestimmt, daß aus diesen Trümmern ein neues Ganze sich aufbauen sollte, das gerundeter und abgeschlossener wäre, als das erste. Der zweite Tempel wurde (außer durch die Syrer ohne Verschulden Israels) niemals verunreinigt, niemals erblickte man um ihn Altäre der Götzen sich erheben — die Rückkehrenden brachten zwar viele Unkunde, aber einen heiligen, strengen, durchgreifenden Willen mit. — Als Serubabel unter dem persischen Könige Cyrus (536) nach Jerusalem hinaufzog, begleiteten ihn nicht mehr als 42,360 Juden; doch war dies nur der Anfang, späterhin müssen, wenn auch ohne geschichtlichen Nachweis, viele im Laufe der Zeit den ersten gefolgt sein. Unter diesen waren 428t) Priester und nicht mehr als 341 Leviten, von denen 139 zu den Thorwärtern und 128 zu den Sängern gehörten-'^). Diese vertheilten sich in die Städte, bis sie zum 7ten Moi nat in Jerusalem zusammenkamen, und einen Altar zum 52) Ebeud. Kap. 29-31. 53) Ebend. Kap. 32. 33. 2 Kön. 21. 54) Ebead. K. 34. 35. 2 Kön. 22. 23. 55) Esra 2.

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