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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-11-15 · Heft 46 (15.11.1888) · p. Seite 724

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 46 (15.11.1888)
Date
1888-11-15
Page
Seite 724 (sequence 4)
Language
German
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724 zwischen christlichen und jüdischen Gegnern meiner Wirthschaftspolitik, die ich nach meiner Neberzeugung als ersprießlich für das Land erachte. Wenn ich zustimmende Adressen und Telegramme beantwortet habe, so erfüllte ich damit eine Pflicht der Höflichkeit, wie ich dies schon Richter erwiderte: ich würde mit Vergnügen ebenso höfliche Antworten auf Zustimmungsworte der Fortschrittspartei gegeben haben, ich habe nur keine erhalten." Es war dies im November s881> „Im Sommer 1885," sagt der Verfasser, „wurde die Stellung des Fürsten Bismarck gegen die konservativ-antisemitische Bewegung eine feindselige. Sie contre-corrirte seine Tendenz, die auf die Stärkung der Mittelparteien ging. Er verzichtete lieber auf die Niederlage der Fortschrittspartei in Berlin, che er aus dem Siege der antisemitischen Bewegung in der Hauptstadt eine Stärkung dieser Richtung im ganzen Lande hervorgehen sah. Stöcker und Genossen erhielten ihren Abschied." Hieran knüpfte sich nun eine Polemik, und der Vers, citirt besonders einen Artikel der „Adelszeitung", den auch wir seiner Zeit besprochen haben. In der conservativen Partei selbst habe man theilweise sich dem Antisemitismus abgewendet. Bei den Wahlen hat sich, wie der Vers, bemerkt, die antisemitische Bewegung als im Rückgang befindlich crtviese». Dies sind die Thatsachen, die der Verfasser dieses Artikels anzuführen vermag. Jeder Leser ist durch dieselben in den Stand gesetzt, sich selbst über die Frage, die uns hier beschäftigte, ein Urtheil zu bilden. Sil-er aus dem Leben des Volkes Israel. 2. Die Idee der Regelmäßigkeit. — Die Leviten. (Schluß.) Als Salomon seine Regierung antrat (1015), begab ci sich zuerst nach Gibeon, woselbst die Stiftshütte Mosis noch immer stand, und opferte daselbst^). Bald aber machte er Vorbereitungen zum Bau des Tenipels auf Morijah, und sieben Jahre baute er daran. Als das Werk beendet war, und eingeweihet werden sollte, wurde ganz Israel versammelt, und die Leviten vereinigten sich diesmal sämmtlich, insbesondere auch alle Sänger ohne Berücksichtigung der Abtheiluiigeil"). Die Leviten trugen die Bundeslade und sämmtliche Geräthschaften aus Jerusalem auf den Tempelberg hinauf, die Priester aber trugen sie in's Allerheilgste^). Sämmtliche Sänger standen im Priestervorhofe an den Stufen zur Morgenseite des Altars, die Säuger Davids, Assaph, Heman und Jeduthun (gewöhnlich Ethan genannt) an ihrer 38) 2. Chran. 1, 3. 37.1 Ebend. Kap. 5, 11. 12. 3*) Ebend. V. 4. 7. Spitze, neben ihnen 120 Priester mit Drommeten. Und die Gesänge und Töne der Instrumente erhoben sich laut, aber harmonisch, „wie wenn es einer wäre", zum Lobe des Herrn39), während der Opferungen. Dieses Einweihefest dauerte sieben Tage"). — Salomon aber änderte nichts in der Anordnung der Opfer, Feste, Priester und Leviten, sondern hielt sich streng an die Einrichtungen Davids"). Diese glückliche Periode sollte aber nur kurze Zeit währen. Denn wenn schon Salomon neben dem Dienste Gottes Altäre und Säulen den Götzen seiner Frauen errichtete, und ihnen opferte, so wurde nach seinem Tode der Bruch noch vollständiger. Jerobeam, der die Herrschaft der zehn Stämme überkam (975), befürchtete, daß die Israeliten, wenn in Jerusalem das Nationalheiligthum verbliebe, wenn sie ihre Erstlinge und Zehnten ferner dahin brächten, und ihr Auge auf Jerusalem gerichtet hätten, bald sich wieder zu Juda und Davids Hause wenden würden. Er errichtete daher goldene Kälber in Bethel und Dan. Dies war das Signal für die in Israel wohnenden Priester und Leviten, das Land zu verlassen, sie zogen aus ihren Städten, verließen ihre Bezirke und ihr Eigenthum und begaben sich nach Juda und Jerusalem. Aber Jerobeam schuf sich selbst Priester und Leviten für seine Götzen aus der Hefe des Volkes"). Somit waren die zehn Stämme für den wahren Gottesdienst verloren, und die Geschichte der Leviten hat mit ihrer Geschichte fortan nichts zu schaffen. — Aber auch Juda wich vom rechten Wege unzählige Male ab, und huldigte unter abgöttischen Königen dem Götzenthume: dennoch ist es ersichtlich, daß, wenn auch oft vernachlässigt, der Tempeldienst, also auch der Dienst der Priester und Leviten nie aufhörte, sondern für sich fortbestand. So, obgleich Rehabeam, seiner leichtsinnigen Gesinnung gemäß, wenig an dem Tempel hing, beruft sich sein Nach-! folger Abia, Israel gegenüber, darauf, daß die Priester und Leviten unverändert in Juda die Geschäfte des Gottesdienstes verrichteten, und Morgen für Morgen, und Abend für Abend opferten"); ja selbst Rehabeam muß dennoch öfters den Tempel besucht haben, da erzählt wird, daß, wenn er in's Haus Gottes kam, die Läufer die kupfernen Schilde vortrugen"). Der dritte König, Assa, zerbrach alle falschen Altäre und Säulen im Lande, außer dem Höhendienste; besonders aber wurde im 15 ten Jahre seiner Regierung feierlich das Schwuothfest gefeiert"). Sein Sohn Josaphat; schickte im 3ten Jahre seiner Regierung fünf seiner Obersten, neun Leviten und zwei Priester mit der heiligen Schrift durch 30) Ebend. V. 12. 13. 40) Ebend. Kap. 7, V. 8. 41) Ebend. Kap. 8, B. 14 re. 42) Ebend. Kap. 11, V. 13. 14. 43) Ebend. Kap. 13, B. li. 12. 44) Ebend. Kap. 12, V. li. 45) Ebend. Kap. 14. 15.

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