Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1888)
- Date
- 1888-08-16
- Page
- Seite 525 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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525 Ziel hinaus geschossen und dadurch der Sache mehr geschadet als genützt. Die vergleichende Sprachwissenschaft wird in der Zukunft auch diese Räthsel zu lösen wissen und an der Seite der anthropologischen Forschungen sich mit der Frage zu beschäftigen haben, ob an der Wiege einer Urheimath — am Euphrat? — die drei Brüder, die Träger aller Gesittung und die Schöpfer höherer Kulturzustände der ältesten Menschheit, nicht eine Ursprache geredet haben." (Die Anthropologie will also nichts von einem Rassenunterschiede zwischen Ariern und Semiten wissen, die beide der kaukasischen Rasse angehören. Die Sprachwissenschaft, welcher wir die ganze Unterscheidung verdanken, schwankt noch in der Ansicht, daß beide Sprachfamilien durch die nicht zu leugnende Verwandtschaft in einer nicht geringen Zahl von Wurzeln auf eine beiden gemeinschaftliche Ursprache Hinweisen. Uns ist dies nicht zweifelhaft, wenn wir auch z. B. in Fürst's hebräischem Lexikon das Streben, Gleichheit in Wurzeln der hebräischen und der Sanskritsprache nachzuweisen, für zu weit getrieben halten. Redaction der A. Z. d. Jud.) Bonn, im August. (Literarische Notizen.) M rin'ti» von I. Goldmann (Wilna 1888). Das soeben erschienene, elegant ausgestattete Heft enthält ein fortlaufendes Gedicht in 3 Abtheilungen und gereimten 6, 8 oder 12 zeitigen Strophen, welches mit tiefer Empfindung und vielen schönen Schilderungen das h. Land, dessen Beschaffenheit und die in ihm vorgefallenen denkwürdigen Ereignisse feiert, um so Liebe und Begeisterung für dasselbe von Neuem zu entzünden. Daß hierbei der tief elegische Grundton nicht fehlt, wird man voraussetzen. Erscheint doch die alte Herrlichkeit immer nur auf dem Hintergründe des Verlustes, der Zerstörung und Verödung. Die Versification ist flüssig, wen» auch bisweilen der Rhythmus etwas hart. Niemand wird das Schriftchen aus der Hand legen, ohne die Seiten seines Herzens vielfach berührt zu fühle». — cwtidi owc. Auf die 5 Bücher Mosis von Rabb. Jakob aus Wien (xyno?), von welchem man keine weitere Kunde hat, nach einem Manuscript in der Münchener Bibliothek, so wie noiwn idd auf Mass. Megillah und Taanith von R. Maschulam aus Badrasch nach einer Handschrift der Hamburger Stadtbibliothk. Herausgegtben vom Rabbiner Menasse Großberg, Mainz, Wirth, 1888. Diese Commentarien enthalten viele interessante Deutungen, die durch Anmerkungen des Herausgebers, welche Sachkenntniß und Scharfsinn erweisen, vermehrt sind. R. Großberg gehört zu den, aus Mangel einer Anstellung auf der Wanderung begriffenen jüdischen Gelehrten aus dem Osten. Möge er Unterstützung und Förderung finden, um auch die Herausgabe weiterer verborgener Schätze des jüdischen Schriftthums bewerkstelligen zu können. — In Wien erscheint eine hebräische Monatsschrift rra, herausgegeben von E. Kapelowitz, welche Aufsätze und Berichte, Neuigkeiten und Feuilletonistisches enthält. Pest, 2. August. (Literarische Notizen.) Im Jahre 1867 erschien zum ersten und wenn wir nicht irren auch zum letzten Male ein Bericht über das Rabbiner-Seminar in Paris. Derselbe enthielt auch außer einer Biographie Hillel's vom Seminar-Director I. Trenel eine größere Monographie des damals noch jungen Zadoe Kahn über „DieSclaverei nach Bibel und Talmud". Diese gründliche, ihren Gegenstand erschöpfende Arbeit des gelehrten Pariser Grand-Rabbin, welche in Deutschland wenig bekannt wurde, ist jetzt in einer von I. Singer besorgten deutschen Uebersetzung erschienen (Prag, Brandeis, 1888) und wird von den Freunden der jüdischen Allerthumskunde gewiß freudig begrüßt werden. Bon Gractz' Volksthümlicher Geschichte der Juden, von der der 1. Band vollendet ist, erscheint unter Aufsicht des Verfassers von dem bekannten Hebräisten, Herrn P. Rabiuowitz, unter dem Titel taiE" •o:: W 'D1 ■nn'o eine hebräische Uebersetzung, von welcher das erste Heft in schöner Ausstattung vorliegt (Warschau, Alapin, 1888). Die anderen Heste werden bald folgen. Kayserling. I e u i i L e 1 o n. Kurze Lemerknngen.! bares heraus, das ihm unbewußt den Begriff vorzustellen j schien. Solche Symbole finden wir im ganzen Alterthum 1 und sehr häufig dasselbe Symbol, namentlich wo es so recht Im Kindesalter des Menschengeschlechts, wenn der natürlich ist, bei den verschiedensten Völkern. Oft hat sich Mensch einen Gedanken, eine Beobachtung, einen Act zum! ein solches Symbol bis zur Gegenwart erhalten. Es scheint Ausdruck, zur Darstellung bringen wollte, griff er aus der uns ein Jrrthum, wenn um eines solchen Syinbols willen Welt der Erscheinungen, insonders der Natur, etwas Sichtvon den neueren Forschern stets eine Uebertragung von einem