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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-08-02 · Heft 31 (2.8.1888) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 31 (2.8.1888)
Date
1888-08-02
Page
Seite 491 (sequence 11)
Language
German
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491 Kinder auf, welche nicht weniger als einnnbachtzig Procent beträgt. Die Armnth steigt mit furchtbarer Schnelligkeit und während vor 25 Jahren ein Sechstheil der 30,000 Mitglieder zählenden Gemeinde zu den Armen gehörte, muß jetzt leider weit mehr als ein Drittel zu ihnen gerechnet werden. Die jüdischen Armen Londons haben sich in den letzten 2^2 Decennien um 150 Procent vermehrt. Der jährliche Zuzug von Bettlern macht drei Mal so viel aus als der Zuwachs, den die Gemeinde durch Geburten und sonstige Einwanderung erhält. Alle diese Berechnungen beziehen sich nur auf die große Osvonstiiro Square - Gemeinde, welche die Achkenasim umfaßt. Die spanisch-portugiesische Synagoge hat ihre eigene Armenpflege. Das spanische Element, das ihr noch den Namen giebt, ist verschwindend gering und an Stelle der vornehmen, hochgebildeten Söhne der pyrenäischen Halbinsel sind arme holländische Sephardim und noch ärmere, gänzlich verkommene Fremde getreten, deren Namen: „Sebag", „Corkos," „Afriat," „Arbib" unverkennbar auf die Küsten der Barbarei Hinweisen. Hier treffen auf 300 Inhaber von Synagogenständen volle 1200 Unterstützungsbedürftige. Dieser beispiellosen Armuth steht ein ebenso außerordentlicher Reichthum gegenüber. Nur ein Fünftel der jüdischen Gemeinde in London ist vermögend, aber in dem Besitze dieser acht- bis neuntausend Männer befindet sich 1 /;,5 des Gesammteinkommens der Stadt. Unter den hundert „sehr reichen" Familien sind einzelne, welche, wie z. B. die vier Barone Rothschild und Sir Julian Goldsmid, eine Rente von mehr als einer Million Mark beziehen. Andere sind im Genüsse eines Einkommens von nahezu 400,000 Mark, so sicher die von Worms, von Stern, Bischofsheim, Goldschmidt. Ueber achtzig haben notorisch eine Jahreseinnahme von 200,000 Mark. Das Einkommen der jüdischen Gemeinde, deren Hälfte von Almosen lebt, beziffert sich auf die riesige Summe von 46,168,600 Mark. So sind in der Welt» stadt in einer kleinen Gemeinde die Reichsten und die Aermsten vereinigt. A. B. Palästina. Jerusalem, 20. Juli. (Eingesandt.) Wir ersuchen folgendem Aufrufe einen Abdruck zu gewähren. Seit einigen Jahren hat die Armuth auch unter den jüdischen Handwerkern Jerusalems Fuß gefaßt. Die Ursache davon ist eine doppelte: Die an sich arme Stadt Jerusalem ist nicht im Stande, die immer größer werdende Zahl der Handwerker zu ernähren und außerdem erhält der Handwerker als solcher nur eine ungenügende Stütze durch die Chalukah. Getrieben durch die äußerste Noch haben Unterzeichnete einen Verein gegründet, der zum Zwecke hat, erstens die Vereinsmitglieder in jedem Nochfalle kräftigst zu unterstützen und zweitens sie in den übrigen Städten Palästina's, vorläufig in Gaza, Sichem und Jinin anzusiedeln. Daß dazu große Sumnien erforderlich sind, ist selbstverständlich, daß aber die Ausführung dieses Planes ein heiliges Werk ist, ist ebenso unbestreitbar, denn unsere Weisen sagen: „Höher ist derjenige, der sich von seiner Hände Arbeit ernährt als der Gottesfürchtige." Wir wagen es daher, an Ihr jüdisches Herz zu appelliren, einen Thcil Ihrer Wohlthätigkeit auch uns armen Handwerkern zuwenden zu wollen und Gott wird es Ihnen lohnen! Der Verein zur Ansiedelung jüd. Handwerker in Palästina „Poale Zedeck". Das (Somite.1) (Folgen die Unterschriften.) >) Adresse: Administration des Vereins für Ansiedelung jüdischer Handwerker in Palästina und Comitu D Poale Zedeck in Jerusalem. Bonn, 29. Juli (Notizen.) Herr Albert von Rothschild in Wien hat für 40,000 Gulden das größte bis jetzt vorhandene Teleskop angekauft und dem Observatorium in Wien aeschenkt. — Aeuil 1 eton. Gegensähe. j geklärten Geist, hielt aber pietätvoll, und zwar nicht etwa j blos um seines Amtes willen, an den Satzungen des Juden-! thums fest. Hiernach richtete sich auch die Wittwe. Wie Aber auch noch in anderer Beziehung sandelt zwischen j ihr verstorbener Mann die religiösen Formen nicht blos als dem kleinen Hause auf der rechten und der Villa auf der solche festgehalten, sondern eine innere Bedeutung derselben, linken Seite der Straße noch andere Gegensätze statt. In : einen religiös sittlichen Werth ausgesucht und den Seinigen jenem hatte die Religion eine Wohnstätte gefunden. Die mitgetheilt, so wurden in dieser Hütte Sabbath und Festtag Wittwe hielt fest an der Ueberlieferung dessen, was ihr in wahrhafter Weise verbracht, Morgen-, Tisch- und Nacht- Gatte gemeint und gethan. Dieser Mann besaß einen aufgebet von Mutter und Töchtern andächtig vollzogen. Es ist sr*

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