Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1888)
- Date
- 1888-07-26
- Page
- Seite 477 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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die dasselbe genießenden fremden Juden, zu welchen auch viele aus anderen Ländern gehören, fest formulirt wurde und von der türkischen Vorschrift, daß fremde Juden nur 30 Tage in Palästina und Syrien sich aufhalten dürfen, die britischen Unterthanen ausgenommen seien. Am längsten hält sich der Bericht bei den Marokko betreffenden Vorgängen auf. Die A. J. A. richtete wiederholt desfallsige Denkschriften an die englische Staatsregierung, worunter auch eine Aufstellung aller der die marokkanischen Juden drückenden Beschwerden sich befindet. Es sind dies leider 27 Punkte von niederdrückendster Art. Das Detail dieser Verhandlungen giebt ein Zeugniß von der Intelligenz und dem Eifer der die A. J. A. leitenden Männer ab, ist jedoch durch das von uns berichtete Scheitern der Madrider Conferenz nur noch von geschichtlichem Werthe. Es folgt der Schulbericht. Hieran schließt sich als Anhang eine Uebersicht „die Juden der Gegenwart in ihren verschiedenen Wohnplätzen, eine Vorlesung des Herrn F. D. Moeatta am 22. April d. I., begleitet von einer Karte." Dieser Bericht ist in seiner bündigen Darstellung möglichst vollständig, wenn auch Jrrthümer bei Behandlung eines solchen Gegenstandes nicht ausbleiben können. Eine Rechnungsablage vermissen wir. — Man kann den hervorragenden Männern, welche das Comito der A. J. A. bilden, nur die größte Anerkennung für ihre Umsicht und Unermüdlichkeit widmen. England ist aber auch jetzt der einzige Staat, in welchem die Staatsregierung, nämlich das auswärtige Amt, Klagen wegen Mißhandlung von Juden in anderen Ländern entgegennimmt und nachdrücklich berücksichtigt, soweit es innerhalb der diplomatischen Grenze möglich ist. Nordamerika. Washington, im Juli. Die beharrlichen Umtriebe der fremdenfeindlichen Knownothings in den Vereinigten Staaten von Amerika haben einen neuen Erfolg in der Gesetzgebung zu verzeichnen. Wie aus Washington gemeldet wird, hat das Repräsentantenhaus einen Ausschuß eingesetzt, dessen Aufgabe es ist, „die Ursachen und begleitenden Umstände der übermäßigen, künstlichen und schädlichen Einwanderung in die Vereinigten Staaten sowie deren Einwirkung auf den allgemeinen Gesundheitszustand und das Gedeihen der Nation zu untersuchen." In der nächsten Session soll dann auf Aeuit Kurze Bemerkungen. Y. Sie beklagen sich, junger Freund, daß das Geschick Sie nach einem kleinen Platze, in eine kleine Gemeinde als Lehrer versetzt hat, wo an Intelligenz und geistigem Streben äußerst Grund dieser Prüfung ein Gesetzentwurf gegen die angeblichen Uebelstände der Einwanderung ausgearbeitet werden. Wie die bedenkliche Wendung von der „übermäßigen" Einwanderung anzeigt, handelt es sich nicht etwa nur um Maßregeln der Gesundheitspflege. Es wird auch offen eingestanden, daß es nicht mehr allein die Chinesen sind, die man von den Gestaden Nordamerikas fernzuhalten gedenkt. Der Beschluß kehrt seine Spitze auch gegen „die Italiener und andere verarmte und arbeitende Klassen, die jetzt in den atlantischen Häfen landen". Zu dem Zweck soll der Ausschuß seine Untersuchungen in New-Iork, Boston, Philadelphia und Baltimore beginnen und dann erst die Hafenplätze an der Westküste besuchen. Sollten die Absichten der Urheber jenes Beschlusses erreicht werden, so wird auch die deutsche und die jüdische Einwanderung darunter zu leiden haben. Daß diese beiden nicht genannt sind, geschah — weil man ihre Stärke bei den nächsten Wahlen fürchtet. Bonn, 22. Juli. (Notizen.) In Chaux-de-Fonds im Canton Neuchatel (Schweiz) ist seit einigen Jahren — namentlich durch elsässische Einwanderer — die Zahl der jüdischen Familien über 120 gestiegen. Die wohlorganisirte Gemeinde hat beschlossen, einen Rabbiner anzustellen, und hierzu Herrn I. Wolfs gewählt. — Man schreibt aus Luxemburg, 18. Juli. Mittelst königlichen Erlasses vom 8. Juli, so wird der „W. A. Z." aus Brüssel geschrieben, wurde der Oberst des 8. belgischen Infanterie-Regiments, Fix, zum Generalmajor im Generalstab ernannt. Was diese Ernennung interessant macht, ist die Thatsache, daß der neue General der erste Israelit ist, welcher in Belgien zu dieser hohen Officierswürde emporsteigt. General Fix entstammt einer wohlhabenden israelitischen Familie des Großherzogthums Luxemburg, seine Mutter ist eine geborene Goschaux, kam aber mit seinem Vater als Kind nach Belgien und wählte hier die militärische Carri^re. In der Brüsseler Kriegsschule zeichnete sich der junge Officier durch große militärische Begabung und ausgedehnte Fachkenntnisse aus und avancirte sehr rasch und außertourlich, was in Belgien eine große Seltenheit ist. General Fix ist erst 45 Jahre alt und dazu ausersehen, neben dem bekannten General- Lieutenant Ban der Smissen, die diesjährigen großen Herbstmanöver im Felde von Beverloo zu leiten. l e t o n. wenig vorhanden, und in der Gemeinde selbst in religiöser Beziehung nur die gewohnheitsmäßige Uebung der herkömmlichen Formen obwaltet. Ihre Aussichten in die Zukunft scheinen Ihnen dunkel, denn Sie besorgen, daß auch Sie „verbauern" werden. Sie fragen mich, was hiergegen zu thun,