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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-07-05 · Heft 27 (5.7.1888) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 27 (5.7.1888)
Date
1888-07-05
Page
Seite 424 (sequence 8)
Language
German
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424 von Tabak oder polnischer Wolle die Rede ist; eins ist ein xtr^r, ein anderes ein itr.ni bp2 xnx, ein drittes soll sich sogar durch eine nw mu rathen. Wie ist es möglich, daß man die Briefe der Talmudgelehrten verstehen soll. In dem 6. Briefe vom 14. April 1879 drückt er seinem Freunde seine Theilnahme über den ihm am 8. April gemeldeten Verlust seiner würdigen Frau mit den Worten aus: „Diesen Schuldbrief müssen wir alle bezahlen; wer weiß, ob derjenige, der ihn früher bezahlt, nicht um so viel glücklicher ist." Zugleich eröffnet er ihm seine Ansicht über — die neue Ehe, die er jeinzugehen im Begriffe steht. „Die neue Ehe, zu welcher Sie schreiten, macht Ihnen in jeder Hinsicht Ehre. In Ihrem Alter und in Ihrer Lage haben Sie als ein vernünftiger Mann gehandelt. Gott mache Ihre Ehe glücklich!" Dann fährt er fort: „Ihr Rabbiner Hirsch Szamocs hat uns geantwortet und alles zurückgenommen, was nur die entfernteste Beziehung von beleidigendem Ausdruck auf meinen Schwager und mich haben könnte. Es ist sein Glück, er hätte einen schweren Stand gehabt, wenn er's nicht gethan hätte. Es war eine Klage wider ihn in Bereitschaft, die ihm bittere Stunden hätte machen können. Warnen Sie ihn auf die Zukunft, „Zügel und Zaum seiner Feder zu geben". „Gebe Gott, daß wir die Bande der Rabbiner von unfern Nacken bald reißen, damit wir einmüthig Gott dienen in Liebe und Ehrfurcht" (Pyn Dimn nnoiD nx pnu n;nx2 inx ddb' 'n nx nuyi»;yv^> unra ninos lnxis .(hntoi Den 7. Brief, der vom 19. Ab 5549 — 11. August 1789 datirt und der einzige, der von geschichtlichem Interesse ist,, hat der Herausgeber der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" ganz unberücksichtigt gelassen: er ist in hebräischer Sprache abgefaßt, und kommen wir darauf zurück. Der 8. Brief vom 18. Elul 5549 — 9. September 1789 — nicht aber August, wie Geiger schreibt — hat G. ganz veröffentlicht; in dem ganzen Briefe kommt kein hebräisches Wort vor und die von G. in eingeklammerten Worte und Sätze sind nicht hebräisch, sondern deutsch in jüdischer Cursivschrift. Der 9. Brief vom Rüsttag des Neujahr 5549 — 20. September 1789 beginnt mit den Worten: „Nur auf eine Art — nicht auf meine Art, wie Geiger abdruckt — läßt sich Ihr zweites Schreiben vom 27. erklären." Der von G. nicht mitabgedruckte Schluß dieses Briefes lautet: „Lesen Sie, wenn Kahal Glogau, O’rDxD in D’J’Dxd (die Strenggläubigen) das nnyn nrnm i) singen, welches ein Meisterstück von philosophischer Hymne ist, lieber diesen Brief und stecken Sie den Ihrigen unter die niDK' in Polisch?), denn es sind „heilige Buchstaben," ') Ein Pint von Schachrit des 1. Neujahrtages. s) Po lisch wird die Vorhalle der Synagoge genannt. Es folgt nun der Brief vom 15. Adar — 9. März 1792 — nicht Februar, wie Geiger angiebt. Friedländer räth seinem Freunde: „Nehmen Sie als ein wahrer, edler, unverblendeter Mann" — Geiger schreibt „und verblendeter Mann", ein schönes Compliment! — die zwei neuesten Bücher der beiden „Weisen der Zeit", ich meine das pE^ XDiD 'd von R. Raphael Cohen und n'N wb:*? pu 'd von R. Jecheskel Jample in Händen. G. schreibt Jecheskel Jamble, wie R. Jecheskel Landau nach seinem frühem Nabbinatssitze Jample genannt wurde, was Herr Geiger nicht gewußt zu haben scheint, sonst hätte er cs wohl in einer Note bemerkt. Friedländer giebt in diesem langen Briefe Aufschluß über seine Reformpläne. So heißt es darin: „Von Seiten des Königs oder auf deutsch in Absicht der königlichen Abgaben. Diese bleiben, wie sie gewesen sind", pyi;n ns Din eie» 's>2. Das übersetzt Geiger „ohne irgend welchen Zusatz oder Almosen"!! Wir übergehen die Briefe vom 8. April und 4. August 1799, welche in der „Zeitschrift für Geschichte der Juden" veröffentlicht sind, und kommen zu dem vom 20. September 1799, den Geiger aus uns »bekannten Gründen nicht mit abgedruckt hat. Er ist echt friedländerisch und nicht weniger interessant als die bereits veröffentlichten. Er lautet: Ihr werthes Schreiben vom 20. August habe ich mit gutem Bedacht unbeantwortet gelassen. Es hat in mir besondere Empfindungen erregt, die ich nicht genauer beschreiben mag. Die einsichtsvollen, vernünftigen und weisen Männer, sowie auch die nivi in ’B'jx, welche nicht an Moses mit allen seinen Wundern glaubten, haben von Glück zu sagen, daß sie nicht mit Mützenstecklich gehandelt haben, sonst hätten sie — nach der Meinung meines Freundes — ihre Zweifel oder auch ihre innere Ueberzeugung von der Wahrheit zurückgehalten, das Volk in allen Albernheiten grau und alt werden lassen, damit sie oder ihre Nachkommen die Kundschaften nicht verlieren möchten. Ist das Ihr Ernst? Und sind Sie soweit gebracht, daß Sie weiter nichts zur Vertheidigung Ihrer Sätze vorzubringen wissen? Was mischen Sie auch Job und seine Genossen in den Streit? Der weiß ja von dem Gesetze Mosis so wenig als die Griechen und Römer. Er spricht ja nur von der Unergründlichkeit der Wege Gottes in der Natur und darüber disputiren seine Freunde mit ihm. Von Wundern und Wunderthaten ist gar keine Rede. Oder meinen Sie, wenn Eliphas aus Teman und Bildad aus Schuach mit geblümten Tercinell gehandelt hätten, würden sie ihre Einwendungen aus Furcht vor Madame Job nicht vorgebracht haben?" Ich weiß auf Ehre nicht, ob ich über Ihren Brief laut lachen oder Thränen vergießen soll. Also damit Feibel Glogau bei meinem Enkel Sammet kaufen und ihn nicht betrügen mag, soll ich die Wahrheit mit Gewalt unterdrücken und dem nach dem Mund reden? O wo bekomme ich

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