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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-05-31 · Heft 22 (31.5.1888) · p. Seite 343

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 22 (31.5.1888)
Date
1888-05-31
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
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Hott;. i In der „Notiz" in Nr. 20 sind unter meine», bei! Baumgärtner in Leipzig erschienenen und noch zu beziehenden! Schriften vergessen: „Siloah, Sammlung von Predigten", > 3Bände, zum Theil 2. Auflage; „Rath des Heils", 2. Ausl. Endlich: „Wie sich der Staatsrath Hoffmann verrechnet hat". — Außerdem ist noch durch den Buchhandel zu beziehen: „ Lehrbuch der israelitischen Religion für die oberen Klassen der Gymnasien, sowiefürden Confirmattdeii-Unterricht".Z3ien,Hölder,1878. Die „Prachtbibel mit der Dorischen Gallerte", Hallberger, Stuttgart. Zu den vergriffenen Schriften gehört auch meine Broschüre: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" Berlin, Louis Gerschel, 1866. „Der Kampf der preußischen Juden für die Gewissensfreiheit." Magdeburg, Baensch, 1856. „Gedenkbuch an den deutsch-französischen Krieg für Israeliten." Bonn 1871. — NB. Meine vor 1834 erschienenen Schriften übergehe ich hier. vr. Ludwig Philippson. Deutschland. Berlin, 18. Mai. (Prioatmitth.) In Nr. 20 spricht ein Correspondent aus Frankfurt a. M. dem aus Nordamerika verpflanzten Orden Bno Brith die Existenzberechtigung zu, sobald er die guten Werke nachweist, welche er ausführt oder hier zu Lande in Aussicht genommen habe. Wir können uns hiermit nicht übereinstimmend erklären. Wir haben, Gott sei Dank! in Deutschland unter unsren Glaubensgenossen zahllose Vereine, Veranstaltungen, Stiftungen für wohlthätige Zwecke, und wo irgend es Noth thut, wird bald Rath geschafft. Menschenfreundliche Herzen haben es nicht schwer, um eine Verwendung für die von ihnen zu Werken der Barmherzigkeit bestimmten Mittel zu finden. Wir brauchen deshalb nicht erst aus Nordamerika einen Anstoß zu entlehnen, und nun noch einen solchen, der sich mit Formalitäten und Geheimnißkrämerei bekleidet, die er von einem fremden Kreise, dem Freimamerthum, sich borgt. In Amerika mag dies einen guten Grund haben, um die aus allen Welttheilen zusammengewürfelten und über ungeheure Landstriche zerstreuten Elemente zu sammeln und zusammenzubinden. Bei uns ist dies nicht nothwendig. Diese Ordensmummerei, und wenn sie noch so harmlos ist, dürfte uns empfindlichen Schaden bereiten. Haben die Antisemiten erst Kunde davon, so schreien sie: „Da sind die geheimen Bünde der Juden, in welchen sie Mittel und Wege verabreden, um die Welt zu beherrschen u. s. w." Wir haben dies genugsam an der Alliance isr. univ. erlebt, die doch im hellsten Lichte der Oeffentlichkeit lebt, all' ihr Thun, auch ihre Finanzgebahrung, veröffentlicht, um wie viel mehr diese in thörichte Schleier sich hüllenden Ordensbünde. Davor möchte ich doch warnen. Berlin, 20. Mai. (Prioatmitth.) Als ein eigenthümliches Zeichen der Zeit darf ein Vorgang am königlichen National-Theater in',Berlin(s bezeichnet werden, welcher vor 100 Jahren stattfand, als Shakespeare's „Kaufmann von Venedig" am 16. August 1768 zum ersten Mal in Szene ging. Die Direction hielt es für angemessen, dem Schauspiel einen vom Director Professor Ramler verfaßten Prolog voraufgehen zu lassen, welchen Flack, der Darsteller des „Shylock" im Costum sprach und welcher der jüdischen Bevölkerung gegenüber als Entschuldigung für die Aufführung des Stückes dienen sollte. Das merkwürdige PoLm lautete: „Nun das kluge Berlin die Glaubensgenossen des weisen Mendelssohn höher zu schätzen ansängt und wir bey diesem Volke, (dessen Propheten und ersten Gesetze wir ehren), Männer sehen, gleich groß in Wissenschaft und Künsten; Wollen wir nun dies Volk durch Spott betrüben? dem alten Ungerechten Haß mehr Nahrung geben? und Röthe Denen in's Antlitz jagen, die menschenfreundlich gesinnt Gegen arme Christen und Juden gleich gütig sich zeigen? Nein, dies wollen wir nicht! Wir schildern auch bübische Christen, Schildern (mit Abscheu) verfolgende Christen, mir tadeln der Klöster Zwang und Grausamkeit an den eigenen Glaubensverwandteil. Unser Schauspiel zeigt das Lächerliche, das Laster An dem entarteten Adel und an den Tyrannen der Erde, Höhnet den schlechten Arzt, beschimpft den bestochenen Richter, Straft den geizigen Diener des Altars. — In Nathan dem Weisen Spielen die Christen die schlechtere Nolle, im Kaufmann Venedigs Thun es die Juden. — Nur wen es juckt, der kratze sich! so sagt Unser Hamlet. Wir sagen: Wer heile Haut hat, der lache!!" Der Professor wurde zwar, wie „das kleine Journal" berichtet, seiner „schwungvollen" Dichtung wegen von dem zur Zeit anwesend gewesenen Publikum ausgelacht; dessen ungeachtet aber, verdient das taktvolle Verhalten einer Theaterdirection des 18. Jahrhunderts dem jüdischen theaterliebendcn

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