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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-05-17 · Heft 20 (17.5.1888) · p. Seite 316

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 20 (17.5.1888)
Date
1888-05-17
Page
Seite 316 (sequence 12)
Language
German
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316 Wissenschaft des Herrn vr. Rabbinowicz, der mit so vielen Aufopferungen und Entbehrungen erfolgreich zur Förderung des talmudischen Studiums und zur Verherrlichung des jüdischen Namens gewirkt hat, zu seinem bevorstehenden 70. Geburtstag nach Kräften zu gedenken und ihm die Möglichkeit zu gewähren, die ihm noch beschiedenen Lebensjahre sorgenlos zuzubringen. Zusendungen sind an Dr. I. M. Rabbinowicz, Paris, 63, rue äo Lsins, zu richten. S. Fuchs. Schweden. Stockholm, im Mai. König Oskar stattete neulich dem Papst einen Besuch ab. Beim Abschied empfahl der Papst dem Könige die schwedischen Katholiken seiner besondern Fürsorge. König Oskar erwiderte jedoch mit bewunderswerther Aufrichtigkeit, es sei ihm nicht möglich eine Confession seines Landes vor der andern zu bevorzugen. So habe er es bisher gehalten und werde es auch ferner thun. Rußland. Petersburg, im Mai. Ein vom Kaiser bestätigtes Reichsraths-Gutachten bezüglich der Aufenthalts-Berechtigung der Juden nach dem Gesetze vom 3. Mai 1882 erklärt, daß die Uebersiedelung der Juden aus einer Dorfschaft, in welcher sie bis zum 3. Mai 1882 heimisch gewesen, in andere Dorf. schäften als bedingungslos verboten zu betrachten ist, und daß die Juden, welche nach dem 3. Mai 1882 bis zum Tage der Veröffentlichung dieser Erläuterung aus einer Dorsschast in eine andere, im Rayon der Ansiedelungsberechtigung der Juden belegene, übergesiedelt sind, in denjenigen Dorsschaften zu belassen sind, in denen die gegenwärtige Erläuterung sie antrifft. Eine andere Verordnung besagt, daß die Entscheidung über die Erhaltung von jüdischen Bethäusern, welche ohne Erlaubniß der Gouvernementsregierung errichtet sind, nicht den Gerichten, sondern den Administrationsbehörden zukommt. Die Strafe für widerrechtliche Erbauung von Bethäusern besteht in Schließung derselben und in 500 Rubeln Geldstrafe zum Besten von Wohlthätigkeitsanstalten. Ist das Bethaus nicht 500 Rubel werth, so beträgt die Geldstrafe so viel als das Bethaus werth ist. — Großbritannien. London, im Mai. An Stelle von Sir Benjamin Phillips wurde gestern dessen Sohn, Mr. Faudel Phillips, zum Alderman des Citybezirks Farringdon within einstimmig gewählt. Sir Benjamin, der dieses städtische Ehrenamt wegen vorgerückten Alters nach 31 jähriger Thätigkeit niedergelegt hatte, war der erste Jude, der das Lordmayorat von London bekleidete. Die Familie Phillips ist deutscher Abkunft. — In Leeds haben 1200 jüdische Schneider die Arbeit niedergelegt, weil die Arbeitgeber sich weigerten, die Arbeitszeit zu kürzen. Palästina. Jaffa, 2. April. Von Jerusalem hört man betrübende Nachrichten. Die Stadt ist in Ermanglung von Brunnen auf die Sammlung von Regenwasser in Cisternen angewiesen. Nun hat es leider sehr wenig geregnet und die große Hitze läßt befürchten, daß nichts oder nicht viel Nachkommen wird, während die Cisternen kaum einen Meter hoch Wasser enthalten, was dem Bedürfniß nur auf kurze Zeit entspricht. Man fürchtet deshalb eine große Roth, das Wasser muß weit hergebracht werden und kostet unerschwingliches Geld. Der Pascha hat jetzt befohlen, daß alles Bauen eingestellt wird. Viele Geschäfte, viele Arbeiter sind dadurch verdienstlos geworden. Möchte doch die Vorsehung größeres Elend verhüten und Regen spenden. Die spät gesäten Felder der armen Fellachen leiden unter der heißen Sonne, die dem Boden alle Feuchtigkeit entzieht. Wie schwer rächt sich die Verblendung der Türken, mit welcher sie die sämmtlichen Wälder verwüstet haben und die letzten Reste heute noch vernichten. Selbst die starken Wurzeln der Oelbäume werden ausgerissen und als Brennholz auf den Markt gebracht, das Land aber verdorrt von Jahr zu Jahr mehr. Wo sollen bei solcher Mißwirthschast Quellen Herkommen? Wie ein Hohn klingt es, wenn man hört, daß thatsächlich ein meisterhaftes Forstschutzgesetz existirt, das aber nicht gehandhabt wird! Dazu sollen in nächster Nähe, im Libanon, große Heuschreckenzüge sich niedergelassen haben und es ist nicht unmöglich, daß diese gefürchteten Fresser auch zu uns kommen. Sie waren vor Jahren hier und verwüsteten alles was Laub, Gras oder Frucht heißt, eine Plage, welche fast Hungersnoth bedeutet. Von dem gelobten Land alter Zeit ist eben sehr wenig übrig geblieben. Und doch ließen sich wieder die guten Zustände herbeiführen, wenn eine vernünftige Regierung da wäre. Der Reisendenverkehr ist immer noch sehr lebhaft, doch ziehen viele vor, das todte Meer und das Jordanthal nicht zu besuchen, weil die Hitze daselbst unerträglich ist. Vorigen Jahres konnte man bis Anfangs Mai ohne Gefahr in diesen Glutkessel hinabsteigen. (Württ. Land.-Ztg.) Bonn, 13. Mai. (Notizen.) Man schreibt aus Berlin vom 3. Mai: Dem Kommerzienrath Salomon Weigert, welcher vor fünfzig Jahren in seinem Geburtsorte Rosenberg in Schl, als Meister in die Weberzunft ausgenommen wurde, ist gestern von dem Vorstände der hiesigen Weberinnung in Anerkennung seiner Verdienste um die Hebung der vaterländischen Weberei das Diplom als „Ehrenmeister" in geschmackvoller Ausführung überreicht worden. Der Jubilar, welcher aus den bescheidensten Anfängen sich

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