Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1888)
- Date
- 1888-05-17
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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312 bis die Sache zu Ende gekommen. Als am anderen Tage Schönerer im Abgeordnetenhause erschien, wurde er von seinen Anhängern begrüßt. Ein Antrag jedoch, seine Petitionen gegen die Presse auf die Tagesordnung zu bringen, wurde vom Hause abgelehnt. jlloti;. Fast täglich einlaufende Anfragen nöthigen mich, da ich sie alle zu beantworten keine Zeit habe, zu folgender Bemerkung: Von meinen Schriften sind völlig vergriffen und höchstens gelegentlich antiquarisch zu erwerben folgende: Die israelitische Bibel in drei Bänden (Text, Uebersetzung, Illustrationen und Commentar) dritte Auflage, sowie der Pentateuch und Jesaias desselben Werkes ohne Text und Illustrationen; — die „ausführliche israelitische Religionslehre" in drei Bänden; — Saron, gesammelte Dichtungen, 6 Bände, 3. Aufl.; — Neues israelitisches Gebetbuch für Festtage, Sabbath und Wochentage, sowohl zum Gebrauche bei häuslicher Andacht als während des öffentlichen Gottesdienstes, 2. Aufl.; — Sepphoris und Rom, Roman, 2. Aufl.; — Jacob Tirado, Roman. — Meine anderen Schriften: Reden wider den Unglauben, 2. Aufl., das Ich; Weltbewegende Fragen, 2 Bände; Israel. Predigt und Schulmagazin, 2. Aufl.; Vorlesungen über die Entwickelung der religiösen Idee und die Religion der Gesellschaft, 2. Aufl.; die Resultate der Weltgeschichte; die beiden Katechismen, das kleine israel. Gesangbuch ff., die bei Baumgärtner in Leipzig erschienen, sind noch von dieser Buchhandlung zu beziehen. Die vergriffenen Werke — außer dem Bibelwerke — sind in verschiedenen Buchhandlungen erschienen, die jetzt nicht mehr bestehen. Deutschland. Bonn, 7. Mai. (Privatmitth.) Eine Anzahl jüdischer Gemeinden richtete unsrem Rathe zufolge eine Petition an das Abgeordnetenhaus um Erlaß eines Gesetzes wegen Befreiung der jüdischen Cultusbeainten und Lehrer gleich den christlichen von directen persönlichen Gemeindeabgaben. Es war dieses Verlangen den erst jetzt wieder für die christlichen Geistlichen bewilligten Millionen zur Erhöhung der Gehälter derselben aus Staatsmitteln gegenüber gewiß gerechtfertigt. Nun, die Petitionscommission des Abgeordnetenhauses beantragte, diese Petitionen der Regierung als Material zu überweisen, und das Haus stimmte debattenlos diesem Anträge zu. Es hat hiermit jedenfalls die Gerechtigkeit dieser Gesuche anerkannt, und die Stimme dieses Rechtes hat sich verlautbar gemacht. Dies war der Zweck der Petitionen, denn auf sofortige Verwirklichung hat wohl Niemand gerechnet. Berlin, 6. Mai. (Privatmitth.) Die Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate, gegründet 1813, beging mit der am 29. April c. stattgehabten Generalversammlung ihr 75jähriges Bestehen. Der Vorsitzende, Herr Professor vr. H. Breslau, verwies auf die in socialpolitischer Beziehung segensreich wirkende Thätigkeit, durch Erziehung der Jugend zur Arbeit, auf die Anregung nach außen durch Beispiele und Propaganda; er wünsche, daß der Gesellschaft mehr Mittel zu Gebote ständen als bisher. Aus diesem Mangel konnte sie zumeist nur in Berlin direct thätig sein. So ist namentlich der Düsseldorfer ob seiner guten Leitung und Resultate aufblühende Verein nur in ungenügender Weise unterstützt worden. Mangelhaft seien die Zuwendungen, gering die Schenkungen und Vermächtnisse. Die wenigen Jahre seiner persönlichen Thätigkeit hätten in dieser Beziehung keine Fortschritte zu verzeichnen vermocht. Er müsse auch eine etwaige Wiederwahl ablehnen. Die bisherige Mitgliederzahl beträgt 480. Die von der Gesellschaft aufgenommenen Lehrlinge betragen per 1887 89. Die Einnahmen und Ausgaben betragen je Mark 9961,59, mithin kommt per Lehrling incl. Verwaltungskosten p. a. 112 Mark. Obige 89 Lehrlinge sind: Bäcker 1, Bildhauer 2, Buchbinder 8, Buchdrucker 3, Conditor 1, Drechsler 3, Färber 1, Gärtner 1, Glaser 1, Gerber 1, Goldarbeiter 3. Gürtler 1, Hutmacher 1, Instrumentenmacher 1, Klempner 2, Kunstgießer 1, Lederarbeiter 4, Maler 2, Maschinenbauer 2, Mechaniker 3, Metalldrechsler 2, Müller 1, Pianofortefabrikant 1, Perlmutterfabrikant 1, Schlosser 3, Schneider 6, Schriftsetzer 4, Schuhmacher 7, Steindrucker 3, Steinmetz 1, Täschner 1, Tapezirer 8, Tischler 1, Töpfer 2, Uhrmacher 3, Vergolder 2, Zinkograph 1. Der Per 1888 gewählte Vorstand besteht aus den Herren: Leopold Lesser, Vorsitzender, C. B. Simon, stellvertr. Vorsitzender, H. Arons, Schriftführer, Commerzienrath Friedländer, Schatzmeister, Rechtsanwalt vr. Edwin Katz, Controleur, M. I. Bodenstein, Maler, Maurermeister Jos. Fränkel,