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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-04-19 · Heft 16 (19.4.1888) · p. Seite 248

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 16 (19.4.1888)
Date
1888-04-19
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 aus dem babylonischen Exil. Ohne auf neue Forschungen oder originelle Auffassung Anspruch zu machen, versteht eres doch, recht klar und eindringlich zu schildern und die charakteristischen Züge der Zeit wiederzugeben. Für uns ist jeder Versuch wichtig, die Geschichte unseres Volkes und unserer Religion den jetzigen Geschlechtern zur Kenntniß und zum Bewußtsein zu bringen und können wir deshalb auch dieses Unternehmen recht nachdrücklich empfehlen. — Herr Isidore Löb hat den interessanten, aber gefälschten Briefwechsel zwischen den spanischen Juden und denen von Konstantinopel, welchen er in der Revue des Rtudes juives mitgetheilt und kritisch bearbeitet hat -- wir haben darüber ausführlich berichtet — in einer besonderen Ausgabe erscheinen lassen: La correspondance des Juifs d'Espagne avec ceux de Constantinople avec nne lettre adressee en 1550 par les Juifs de Salonique aux Juifs de Provence. (Paris, Durlacher, 1888). — Von den höchst nützlichen „Hebräischen Unterrichtsbriefen" von Dr. Bernhard Fischer (Leipzig, Koch, 1887) liegt uns die zweite und dritte Lieferung vor und zeigen sie, daß das in 10 Lieferungen erscheinende Werk rüstig fortschreitet. — Unter dem Titel: ns"i cw, dddd giebt Israel Rall Hefte heraus, von denen alle 6 Wochen eines erscheinen soll. Es werden darin Zuschriften verschieschiedener Gelehrten, z. B. Langbank's, S. Buber's u. A. über mannigfaltige Gegenstände, auch allgemeiner Natur, immer aber das Judenthum betreffend, mitgetheilt. Wie es sich bei einer solchen Sammlung voraussetzen läßt, sind diese Aufsätze von verschiedenem Werthe, bezeugen aber auch ihrerseits, wie unter unseren östlichen Glaubensgenossen die Geistesarbeit thätig ist und eine ausgedehnte Heimstätte findet. Derselbe giebt aber auch in Heften „Sem und Japhet" in deutscher und französischer Sprache heraus. Wir haben zwei Hefte erhalten, in welchen von dem Antisemitismus, Religions¬ und Nationalhaß und ähnlichen Gegenständen gehandelt wird. Der Berf. vertheidigt Juden und Judenthum gegen die Anschuldigungen ihrer Feinde und stellt sich dabei auf den höheren Standpunkt des Humanismus. — Die russischen Emigranten in Palästina behalten die „jüdischen Zustände in Rußland" immerfort im Auge. So giebt M. Eismann in Jerusalem Hefte crrrrn \r;y heraus, von welchen uns das zweite vorliegt, welches die Emigrationsfrage behandelt. Bei den in Rußland noch immervorherrschenden feindseligen Gesinnungen sieht auch der Verf. das Heil nur in der Auswanderung, verhehlt sich aber auch die vielen Schwierigkeiten nicht, welche derselben entgegenstehen. Gewiß würde die Anhäufung armer Juden in dem, alles Verkehrs entbehrenden Palästina ein neues Unglück sein, da hier allerdings die Verfolgung keinen Raum hat, aber auch jeder Erwerb darniederliegt. Pest,30.März. rV'trn, rry':n nw, nDipr& rpNn .•nN^spKD □ ipj Tin ’nmö nun d:h vpdh Warschau, I. Goldmann, 1887. Dieses Jahrbuch, das in seinem 4. Jahrgang uns vorliegt, zeichnet sich durch seinen mannigfaltigen reichen Inhalt, durch schöne Ausstattung, ein elegantes Hebräisch und außerordentlich billigen Preis aus. „Haassif" umfaßt nahezu 800 Seiten und zerfällt in sechs verschiedene, auch besonders paginirte Abtheilungen. Den Reigen eröffnet der Herausgeber mit einer Uebersicht der Ereignisse des vorigen Jahres in der Politik, vom russischen Standpunkte, sowie auf religiösem und politischem Boden des Judenthums. Herr I. Goldmann macht uns mit den verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten in Jerusalem und mit den Persönlichkeiten bekannt, welche in den letztverflossenen drei Jahren die heilige Stadt besucht haben. Sodann folgen die Nekrologe der im vorigen Jahre verstorbenen, in weitern Kreisen bekannten Rabbiner, Gelehrten, Philanthropen, Schriftsteller u. s. w. — Die 2. Abtheilung nnson tu«n enthält den 1. Theil einer nrrr.n ksT p betitelten, sehr bedeutsamen historischen Arbeit des Herrn Dr. S. Bernfeld in Belgrad, auf die wir, wenn sie ganz vorliegt, näher eingehen werden, sowie die 1. Hälfte meines 1859 erschienenen „Sephardim. Romanische Poesien der Juden in Spanien" in trefflicher hebr. Uebersetzung von A. S. Friedberg und I. B. Hurwitz, beide als tüchtige Hebraisten bekannt; die zweite Hälfte wird im nächsten Jahre und dann das Ganze, mit Zusätzen von mir versehen, auch separat erscheinen. — Herr Dr. H. Oppenheim in Thorn beschäftigt sich eingehend mit der im vorigen Jahre in hebräischer Sprache erschienenen Geschichte der neueren Philosophie von Fabian Mieses. Bon besonderm literar-historischem Interesse sind die nun folgenden Artikel Bernfeld's über den von Grätz verkannten Dichter Israel Nagara und über den im vorigen Jahre in Berlin verstorbenen Gelehrten L. Landshuth, der sich durch sein „Amude Ha-abodah", „Hegjon Leb" u. a. den Ruf eines gewissenhaften Forschers erworben hat. Neu und interessant ist, was Bernfeld über das Verhältniß des armen Landshuth zu Geiger, Vater und Sohn, erzählt; die maßlose Eitelkeit gerieth in argen Conflict mit der literarischen Ehrlichkeit. In gerechter Vergeltung nennt Landshuth in seiner erst vor einigen Jahren erschienenen „Geschichte des Berliner Rabbinats" Geiger als Verfasser der „Geschichte der Juden in Berlin", und bezeichnet ihn nicht anders als Y‘21?, den Anfangsbuchstaben von: iirrijn") d.-tdn p Aus dem reichen Inhalte dieser Abtheilung heben wir noch hervor die lesenswerthen Biographien des R. Moses Sopher, R. Mordechai Benet, R. Nachman aus Boreslaw, R. Hirsch Chajot, Senior Sachs, die von A. Josua Jaffe gelieferten Porträts mehrerer zeitgenössischer Gelehrten, sowie den Artikel Kraschewski und die Juden. Eingehend besprochen werden die neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur, die ersten Jahrgänge der Revue des etudes juives u. a. m. Die

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