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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-04-12 · Heft 15 (12.4.1888) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 15 (12.4.1888)
Date
1888-04-12
Page
Seite 230 (sequence 6)
Language
German
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230 können ihn nur aus dem Arabischen erklären, wo das Zeit- Uebersetzer der Letzteren ist Herr H. L. Teller und muthet wort, das im Hebräischen völlig ungebräuchlich, eingraben, es uns betrübend an, daß dieser, früher in Bottuschan (Rueinschreiben, verwalten bedeutet. Und dies bezeugt auch die! mänien) unter der Direction des Herrn Hillel Kahane an Schrift. Diese Vorsteher wurden nämlich nach 2. Mos. 5,14 der israelitischen Schule so segensreich wirkende Lehrer sich aus den Israeliten von den egyptischen Vögten (Treiber) auf dem Titelblatte als Flüchtling aus Rumänien, gegengewählt und über das Volk gesetzt, um dasselbe zur Arbeit wärtig in Lemberg weilend, zu bezeichnen hatte. Der Ueberanzuhalten und für die Pünktliche Ablieferung der auferlegsetzung selbst geht eine ausführliche, schön geschriebene Einleitung ten Leistungen verantwortlich zu sein. Daher werden sie voran. Der Druckort ist Krakau, und da das Buch im von den Vögten gezüchtigt, als das Volk, da ihm das Stroh Selbstverläge erschienen ist, so verdient der Verfasser schon zu den Ziegeln nicht mehr geliefert wurde, die aufgegebene deshalb Aufmunterung und Unterstützung durch zahlreichen Zahl von Ziegeln nicht fertig stellte. — Diese drei überkom- Ankauf des Merkchens. — Die Söhne des sel. Samuel menen Institutionen erhielt Moses aufrecht, verlieh ihnen David Luzzatto sind unermüdlich beschäftigt, die Schriften jedoch eine weitere Entwickelung, die wir jetzt kennen lernen ihres gelehrten und verdienstvollen Vaters, theils aus dem wollen. (Fortsetzung folgt.) literarischen Nachlaß, theils in Sammlungen zerstreuter Aufsätze ans Licht zu fördern und der jüdischen Literatur sehrschätzbare Bereicherung zu verschaffen. Sie Haber: hierfür die Hilfe des emsigen Eisig Gräber in Przemysl gewonnen, Literarischer Wochenbericht. Bon», 1. April. Es scheint, als ob unter den öst- und dieser hat soeben einen starken Band (460 S.) herauslichen Glaubensgenossen eine Art Wetteifer entstanden sei, gegeben: bu~\y 'J'JE. Er enthält ausgcwählte Stücke aus die Schriften des Redaeteurs dieser Zeitung ins Hebräische den zerstreuten hebräischen Schriften Luzzattv's, die von sehr zu übertrage», um sie einem Publikum zugänglich zu machen, verschiedenem Umfange sind. Zusammengestellt sind sie unter dein sie der Sprache wegen bis seht fremd geblieben. So den Rubriken Bibliographisches, Bibliographisch-Liturgisches, haben wir heute unter dem Titel r,\iru p -,tpp eine lieberbiblische Exegese, talinudische Exegese, theologische Exegese, setzung unsres Trauerspiels „Die Entthronten" (Leipzig, Seiner Grammatikalisches, Historisches, Philosophisches, Theologisches. 1660) vorliegen. Die Uebertragung zeichnet sich ebenso durch Inhalt ist so reich und mannigfaltig, selbstersiändlich Correetheit, wie durch Schwung der Sprache aus, und liest von sehr verschiedene», Werthe, immer aber bei der Autorität sich wie ein Original. Sie schließt sich würdig der hebräischen des Verfassers sehr beachtenswerth, daß selbst eine Uebersicht Bearbeitung unseres früheren Trauerspiels „Jojachin" von hier nicht gut gegeben werden kann. Man muß die Worte Simon Bacher (Wien, 1860) an. Die „Entthronten" sind Luzzattv's selbst ausehen und sich ein Urtheil darüber bilden, gleichsam eine Fortsetzung des „Jojachin" und behandeln das Consequenz kann man dem Verewigten nicht absprechen, doch Geschick des Statthalters Gedaljah und der Reste des königwird sie bisweilen zu einem gewissen Eigensinn, wenn die lichen Hauses Zidkijah's, also die Zeit gleich nach der ersten Ansichten anderer Forscher durchaus nicht gelten sollen, zu Zerstörung Jerusalems, während „Jojachin" den Untergang nicht geringem Theile von L. mit Stillschweigen übergangen dieses Herrschers kurz vor der Zerstörung schildert. In diesen, werden. Jedenfalls ist die vorliegende Saininluiig sehr zu ist ber Prophet Jeremias die Hauptperson, während in den ‘ beachten und wird das Interesse jedes Lesers anrege» und Entthronten Gedaljah uns vor Augen geführt wird. Der >" Spannung erhalten. Die Jakobson-Schule in Seesen bietet das Bild einer vollständigen Simultanschule auf jüdischer Grundlage, allerdings Deutschland. Bonn, 4. April. (Privatmitth.) Wenn es uns wegen vom Stifter selbst, den, sel. Präsidenten Jakobson so geplant, beschränkten Raumes und weil es weniger von allgemeine,» und unter günstigen Umständen in trefflicher Weise diesem Interesse ist, nicht statthaft erscheint, auf die Jahresberichte Ziele zugeführt. Sie ist für Seesen und Umgegend die einverschiedener Religionsschulen näher einzugehen, so wird doch zige höhere Lehranstalt, hat aber auch den Lehrzielen immer ein Blick auf die höheren jüdische» Lehranstalten, deren es so entsprochen, daß auch für die christliche Bevölkerung das freilich in Deutschland nur wenige giebt, angemessen sein. Bedürfnis einer anderen solchen Anstalt nicht eintrat. Zu-

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