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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-03-29 · Heft 13 (29.3.1888) · p. Seite 199

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 13 (29.3.1888)
Date
1888-03-29
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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199 Das dritte Schristchen des Herrn Wolf ist „Plan of a Dictionary of Anglo-Jewish Biograpby“ (London 1887), ein alphabetisch geordnetes Verzeichniß aller Männer und Frauen vom jüdischen Stamme, welche in England, Amerika und den Colonien als Staatsmänner, Gelehrte, Militärs, Dichter und Dichterinnen, Schauspieler, Sänger, Industrielle u. s. w. sich ausgezeichnet haben. Die Zahl derselben beläuft sich auf weit über 500, freilich auch die Personen mit inbegriffen, welche, wie z. B. Hirsch Edelmann, eine Zeit lang in England gelebt haben, oder wie I. I. Benjamin, während eines kurzen Aufenthaltes in London dort gestorben sind. Es ist das eine nicht zu unterschätzende Vorarbeit zu der „Geschichte der englisch-jüdischen Familien", welche wir von dem geschätzten Verfasser recht bald erwarten. — Herr Bezirksrabbiner L. Schleßinger in Breiten (Baden) hat die löbliche Einrichtung getroffen, zu den verschiedeueu Festen kurze Predigten zu veröffentlichen und sie in den kleinen Gemeinden seines Bezirkes an den Festen durch die Lehrer verlesen zu lassen. Die uns vorliegenden: „Predigt zum Neujahrsfest 5648" und „Kanzelreoe: Purim und Pegachfest Avar-Nissan 5648" (Bretten), sind nach Inhalt und Form sehr zweckmäßig und wirkungsvoll. — Bon Herrn Dr. A. Ehrlich in Riga erschien unter dem Titel: ^2 ns cr-i^n idd rrnrp .snpo cttiyjn (Wilna, Romm, I808), eine hebräische Fiebel, welche sich durch eine neue, leichtfaßliche Methode und schönen Druck besonders empfiehlt. Dr. Kayserling. Prag, im März. Der Jsr. Lehrerverein in Böhmen schreibt folgenden Coneurs aus: Der „Jsr. Lehrerverein in Böhmen" schreibt hiermit einen neuerlichen Coneurs behufs Herausgabe eines Religionsbuches für Volks- und Bürgerschulen aus. Der Lehrstoff der Religio aslehre 'muß vereint mit der biblischen Gejchlchte in concentrischeu Kreisen bearbeitet sein und sich auf ö Stufen vertheüen. Die von der Prüfungscommission als best anerkannte Arbeit wird mit einem Preise von 12 Ducaten aus der Lehrervereinskasse dotirt. Ueberdies bleibt dem Autor das Honorar des Verlegers gewahrt. Die Arbeiten müssen bis spätestens Ende October 1888, begleitet von einem versiegelten Couveite den Namen des Verfassers enthaltenen Zettel, der dasselbe Motto wie die Arbeit zu tragen hat, an den Obmann Siegmund Springer in Prag, Hußgasse 24i I, eingebracht werden. Vom Vorstande des „Jsr. Lehrervereius in Böhmen." Der Obmannn-Stellvertreter: Der Obmann- Leopold Thorsch. Siegmund Springer. Bochum, im März 1888. In der sicheren Voraussetzung, daß Sie, geehrter Herr Redakteur, von Zeit zu Zeit gern ein kleines Lebenszeichen aus unserem „Verein für jüdische Literatur" zu empfangen wünschen, und daß derartige Vereine sich der Sympathie Ihrer Leserkreise erfreuen, will ich nicht verfehlen, Ihnen in Nachstehendem eine kurze Schilderung über unsere Vereinsthätigkeit aus der letzten Saison zu geben. Unser Verein ist vor 4 Jahren dj/d tid:, mit nur 20 Mitgliedern, ins Leben getreten und hat sich seitdem zu der stattlichen Höhe von 100 Mitgliedern emporgeschwungen. Die Leiter derselben waren sich allezeit ihrer Aufgabe wohl bewußt, daß nur unverdrossene Ausdauer und zielbewußtes Streben im Stande sind, das anfänglich schwache Interesse zu größerer Begeisterung für die jüdische Literatur und ihre kostbaren Geistesschöpsungen zu steigern. Zu diesem Emporblühen haben einerseits die in populärer Weise gehaltenen Vorträge und andrerseits die im vorigen Jahre gegründete Bibliothek sehr wesentlich beigetragen. Es würde sicherlich zu wert führen, wollte ich über jeden einzelnen Vortrag auch nur ein kurzes Referat folgen lassen. Ich bescheide mich damit, nur das Thema jedes einzelnen Redners anzuführen. In der nunmehr beendeten Mntersaison 18o7,88 wurden die folgenden Borträge gehalten: 1) Von Herrn Rabbiner Dr. Wedell aus Düsseldorf über: „Faust und Hiob," 2) Von Herrn Lehrer Ostermann-Bochum über: „Berthold Auerbach," 3) Von dem ev. Lehrer Herrn Lütters - Castrop über: „Nathan der Werse," 4—5) Von dein Unterzeichneten zwei Vorträge, über: „Jüoffche Hochjchnle" und „Mojes den Maimon." Sämmtliche Vorträge wurden von der zahlreichen Zuhörerschaft mrt lebhaftem Beifall ausgenommen und haben das Gute bewrrkt, daß hierdurch die Entwicklung des Vereins um ern beträchtliches Stück weiter gefördert wurde. Aus diesen so befriedigenden Wahrnehmungen läßt sich die eine Thatjache nicht hinwegleugnen, dag derartige Vereine auch m mutieren, ja selbst m kleineren Gemeinden, ohne den meistens nur den Großgemetnden eigenen gelehrten Apparat, festen Boden gewinnen und zum Segen und zur Anerkennung des Judeathums Ersprießliches leisten können. H. L a u b h eim»

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