Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1888)
- Date
- 1888-02-09
- Page
- Seite 92 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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92 mctnöe hat für diesen humanen Zweck bereits 1600 Gulden gesammelt und ist zu erwarten, daß auch die übrigen Gemeinden mit ihrer thatkräftigen Unterstützung nicht zurückbleiben werden. Pest, 6. Januar. (Literarische Notizen.) Mit dem in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Spanien lebenden Abraham Abulafia hat sich vr. Ad. Jellinek zuerst eingehend beschäftigt und in seinen, im Jahre 1853 erschienenen rtapn ncsn 'i.v, sowie in seiner Schrift „Philosophie und Kabbala" Mehrcres von ihm veröffentlicht. Derselbe hat jüngst in der Grätz'schen Jubelschrift das „Sefer Ha-St" oder die Apökalypse dieses Pseudo-Propheten und Pseudo-Messias, vollendet im Jahre 1285, aus einer Handschrift edirt und liegt dieses 24 Seiten umfassende Schriftchen, das im Anhänge Abulafia's Ansichten über die Prophetie enthält, in einem Sonderabdrucke vor. Der Herausgeber verspricht in einem Werke, das von der Kabbala int 13. Jahrhundert handeln soll, ans diese Apokalpse noch zurückzukommen. Ilenil Corresponden;.') Sondershausen, im Januar. Die überaus anziehende und lehrreiche Schilderung des hochverehrten Herrn Redacteurs dieser Zeitung aus seiner Jugendzeit hat mich mit der lebhaftesten Theilnahme erfüllt, zumal mir die wichtigsten Ereignisse aus derselben nicht unbekannt gewesen, und ich sie theilweise mit erlebt habe. Selten hat sich wohl das Wort unserer Weisen: v-i.mn nmn znvL» so glänzend bewährt, als bei diesem heldenmüthigen, siegreichen Geisteskämpser, der sich seit mehr als ein halbes Jahrhundert in den mannigfachsten Wandlungen der Zeiten nach innen, wie nach außen unentwegt so hohe, unvergleichliche Verdienste um das Judenthum, weckend und neubelebend, erworben hat, unverwischlich verzeichnet auf den Tafeln unserer Geschichte (s. Daniel 12, 3). Unvergeßlich bleibt mir vornehmlich sein hiesiger Besuch im Juni 1834, seine Predigt nuo 'd in unserer Synagoge über die Worte: n/D Nim m rxb (Richter 13, 18), die unsagbar begeisternd und nachhaltig auf mein Gemüth, airf meine Denk- und Thatkraft eingcwirkt hat. — Wenn nun in Nr. 3 dieser Zeitung auch meiner in mehr als liebenswürdiger Weise gedacht wird, so fühle ich mich in aller Bescheidenheit gedrungen, über meine Stellung Einiges zu berichtigen. Schon vor mehreren Jahren war ich wegen meiner hiesigen anstrengenden Berufsthätigkeit in meinem zweifachen Amte, zudem ich auch ein zahlreich besuchtes internationales Pensionat unterhielt, genöthigt, das Rabbinat für die Gemeinden des Fürstenthums Schwarzburg-Rudolstadt niederzulegen und nur das der hiesigen Synagogen-Gemeinde beizubehalten, das ich noch jetzt verwalte. Zu nieinem großen Leidwesen mußte 1) Unsre Leser wissen, wie ungern wir etwas aufnehmen, was zu unserni Lobe gesagt wird, allein wir konnten unserm altbewährten Collegcn die Ausnahme seiner Miltheilung nicht versagen. Redaction. l e t o n. ich auch wegen eines gefahrdrohenden Augenübels, in Folge der Ueberarbeitung, meine Stellung zur fürstlichen Realschule vor ca. 11 /2 Jahren aufgeben und beziehe nun dafür vom Staate eine ansehnliche Pension. Ich war iudeß nicht Rector am Gymnasium, sondern Professor an der vom Gymnasium abgezweigten Realschule, Lehrer in Prima, Ordinarius in Secunda und in den fünziger Jahren auch mehrmals Stellvertreter des erkrankten Directors. Durch die so erzielte größere Schonung ist auch die Gefahr für meine Augen, gottlob, beseitigt worden. Dies meinen auswärtigen Freunden zur beruhigenden Mittheilung/-) Heidenheim. Vermischtes. Rothschild am Hofe. Die österreichischen Blätter kommen immer noch nicht über die Hoffähigkeit Rothschilds in Wien hinweg, und wir entnehmen einem derselben den folgenden orientirenden Artikel: Wien, 14. Januar. In dem Schlosse Ferneres liegt ein Album, auf dessen erster Seite die Worte eingezeichnet sind: Zur Erinnerung an einen reizenden Tag! Napoleon. Dieser Landsitz gehört 2) In dem uns zugesandten Schulprogramm von Ostern 1887 heißt es: „Zugleich haben wir noch eines andern Verlustes zu gedenken, der die Anstalt empfindlich getroffen hat. Professor Heiden heim hat sich eines harnäckigen Augenleidens wegen genöthigt gesehen, in den Ruhestand zu treten. Wie er mit dem selig entschlafenen Hölzer an der Wiege der Anstalt gestanden, hit er säst 50 Jahre lang treu und gewissenhaft an derselben gewirkt, seine volle Kraft einsetzend, sie heben und fördern zu helfen. Die Hohe Fürstliche Regierung hat durch mehrfache Hulderweisung seine Verdienste um dieselbe anerkannt. Wie er durch seine klare, methodische und pädagogische Thätigkeit sich die Achtung und Liebe seiner Schüler, so hat er durch seine aufrichtige Gesinnung sich die herzliche Zuneigung aller Collegen erworben und bewahrt, die ihm in den wohlverdienten Ruhestand folgt mit dem Wunsche, daß er diesen noch lange genießen möge." Redaction.