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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-11-16 · Heft 47 (16.11.1886) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 47 (16.11.1886)
Date
1886-11-16
Page
Seite 749 (sequence 13)
Language
German
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749 die neuerbaute Synagoge zu Memel durch den Rabbiner Dr. Rülf feierlichst eingeweihtz — Am 28. Okt. beging der Oberkantor Moritz Rosenhaupt zu Nürnberg sein 25jähr. Amtsjubiläum. Die vielen Glückwünsche, die ihm von Collegen aus allen Gegenden, der ehrwürdigen Sulz er in Wien an der Spitze, zukamen, zeugte von der Achtung, die der Jubilar genießt. Herr Rosenhaupt hat sich auch als Componist synagogaler Musik einen guten Ruf erworben, und wurde über seine Werke auch in diesem Blatte mehrfach referirt. — In Düsseldorf feierte das städtische Orchester den Tag, an welchem der Musiker Herr Alexander vor fünfzig Jahren in dasselbe eintrat. Alle dortigen Musikvereine nahmen den innigsten Antheil an diesem seltenen Feste. Es wurde in der Tonhalle gefeiert; im Beisein sämmtlicher Orchestermitglieder hielt Hr. Justizrath Hertz eine sinnige Festrede und übergab Herrn Alexander als Festgabe der Orchestermitglieder und hiesiger Musikdirectoren eine goldene Uhr. Hr. Justizrath Trings fügte Namens des Musikvereins der prächtigen Uhr noch eine werthvolle goldene Kette und einen respectablen Werthschein bei. Auch die Mitglieder der hiesigen Bühne ließen dem Jubilar durch Herrn Adolfi ein silbernes Service überreichen und der Städtische Männergesangverein spendete eine hübsche Schale mit eingravirter Widmung. Außerdem waren noch verschiedene Geschenke von Privaten eingegangen. Bonn, 7. Nov. (Literarische Notizen.) In der Geographischen Gesellschaft in Wien hat dieser Tage der Afrika- Reisende Dr. Ed. Glaser einen Vortrag über Arabien gehalten. In demselben wies er bezüglich der in Süd Arabien lebenden Juden nach, daß sie Ueberbleibsel der zehn Stämme Israel sein müssen, da sowohl Tjor als auch Hobör der Bibel, in welche Gegenden Salmanassar die Israeliten verpflanzte, in Süd-Arabien (als Dzazan und Habur) nachzuweisen sind. (Auf eine Stelle in der h. Schrift gestützt, hat man schon früher den Stamm Simeon nach Arabien auswandern lassen. Neuerdings hat man in dem Stamme Kara in Birma (Hinterindien), der einen sehr jüdischen Typus in seiner Gesichtsbildung haben und allen polytheistischen Religionen feindlich gesinnt sein soll, Reste der zehn Stämme finden wollen. Redakt.) — Je mehr das Studium des Talmuds durch die geringe Zahl der Stellen, wo Schüler zur Kenntniß desselben angeleitet werden, erschwert ist, desto nothwendiger sind Hilfsmittel, um in dasselbe eingeführt zu werden. Es kommt hinzu, daß die Rabbinerfeminare eine gewisse Vorbereitung, also schon eine gewisse Kenntniß des Talmuds für die Aufnahme in sie voraussetzen müssen. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses ist noch recht karg zugemessen, und wir empfehlen deshalb gern die folgende Schrift: „Lehrbuch zum Selbstunterricht im babylonischen Talmud. Ausgewählte Musterstücke aus dem Talmud mit möglichst sinn- und wortgetreuer Uebersetzung des Textes und des Commentars Raschi, mit sprachlichen und sachlichen Erläuterungen und mit einer Einleitung in den babylonischen Talmud versehen. Bearbeitet von Rabbiner Ph. Lederer in Marienbad. I. Heft. 1881. II. Heft. Preßburg 1887. Selbstverlag und in Commission von I. Kauffmann in Frankfurt a. M." Der Vers, giebt in diesen beiden Heften — und es sollen bald noch andere folgen — ausgewählte Stücke aus dem Talmud Babli im Urtext und in deutscher Uebersetzung; jedem Stücke gehen die schwierigsten Vokabeln voran und sprachliche und sachliche Bemerkungen folgen nach, auch, wo es nöthig, Stellen aus dem Commentar Raschi's. Die Auswahl hat sich der Vers, methodisch zu machen bemüht, vom Leichteren zum Schwierigeren übergehend, ebenso was die Länge der Stücke betrifft. Auf diesem Wege will er dem Schüler möglich machen, sich einige Kenntniß der talmudischen Sprache und des Stoffes anzueignen und sich im Talmud zurecht zu finden. Selbstverständlich lassen sich an der Auswahl mancherlei Ausstellungen machen. Im Ganzen jedoch glauben auch wir, daß der Verf. einen richtigen Weg eingeschlagen, um diejenigen, die sich ihm anvertrauen, zu dem erwünschten Ziele zu führen. Für Lehrer und Schüler und zum Selbststudium, vorausgesetzt eine tüchtige Kenntniß des Hebräischen, ist hier ein sehr brauchbares Handbuch geliefert. Wir wünschen deshalb, daß der Verf. Unterstützung genug findet, um sein Werk fortzuführen und zu vervollständigen. Man kann ihm dafür nur dankbar sein. — Aeuilleton. Thorn, 24. Oct. 1886.! Gäste: der Königl. Landrath, der Magistrat, der Stadt- Clirrelnanäenr! verordneten-Vorsteher und die Herren Schuldirectoren, wie j auch sonstige Gönner und Freunde der Schule außer den Die Einweihung des neuen Schulgebäudes. j Mitgliedern der Gemeinde, Schülern und Schülerinnen ein- Heute fand die feierliche Einweihung des neuerbauten j gefunden hatten. Die Aula des Gebäudes, welches nach dem Schul- und Gemeindehauses statt, zu der sich die geladenen : Project des Herrn Stadtbauraths erbaut wurde, machte einen

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