Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 47 (16.11.1886)
- Date
- 1886-11-16
- Page
- Seite 750 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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750 imposanten Eindruck und konnte trotz ihrer Größe kaum die Zahl der Anwesenden fassen. Die Feier wurde mit einem von den Schülern schön gesungenen Choral: „Will Gott das Haus nicht hilfreich bauen", eingeleitet, dann begrüßte Herr Nathan Leiser, langjähriger Vorsteher der Synagogengemeinde die anwesenden Gäste und Mitglieder, dankte ihnen allen für ihr Erscheinen, legte in kurzer Rede den Zweck des Schulgebäudes dar, übergab es dem Hrn. Dirigenten vom Lehrer- Collegium mit dem Wunsche, daß in der Schule stets gute Früchte erzielt werden mögen und die Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder nicht umsonst gewesen sein mag. Herr vr. Oppenheim verbreitete sich nun in der darauf folgenden Weiherede über den Werth der Schulen, wies aus der Geschichte des Judenthums nach, daß schon in den ältesten Zeiten unsere Glaubensgenossen Schulen gegründet, sie dieselben förderten, da sie die wahren Pflanzstätten für Glauben und Sittlichkeit gewesen sind. Der Redner ging auch auf die Neuzeit ein und ermahnte am Schluß die Eltern den Lehrern, die bemüht sind ihrer Pflicht zu genügen, entgegenzukommen und sie zu Hause zu unterstützen, denn nur in einer gegenseitigen Wechselwirkung zwischen Schule und Haus kann ein gedeihlicher Erfolg liegen. „Gott möge das neue Haus schützen und die Bemühungen der Lehrer gesegnete sein lassen" schließt der Redner seinen nach Form und Inhalt wohlgelungenen Vortrag. Nach einigen von Schülern! und Schülerinnen gehaltenen Declamationen von Gedichten! nahm nun Herr Gymnasial-Oberlehrer vr. Horowitz als Mitglied der Schulcommission zu einem in schwungvoll schöner Form tiefdurchdachten Vortrag das Wort. Der Redner sprach über die Aufgaben der Schule, die Anforderungen an die Lehrer und Schüler, die Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder zu wahrhaft sittlich religiösen Menschen heranzubilden, den Einfluß und die Wechselwirkung von Familie und Haus auf die Schule und die Lehrer, erörterte weiter das Verhältniß zwischen Lehrer-Collegium und Schulcommission und schloß mit einem von der Versammlung begeistert aufgenommenen Hoch auf unseren Kaiser. Der Redner ging von dem Vers des Psalmisten aus: „Wo der Herr das Haus nicht bauet, da haben umsonst gebauet, die daran arbeiten." Die Feier war mit einem von dem Synagogengesangverein schön vorgetragenen, vom Harmonium begleiteten Psalm: „Herr, unser Gott, wie groß bist du" beendet. Eine von dem Lehrer- Collegium zur Feier des Tages herausgegebene Festschrift wurde jedem Theilnehmer eingehändigt. — Der ernsten Feier folgte ein gemüthliches Zusammensein der geladenen Ehrengäste, der Gemeinde-Vertretung, Schulcommission, Lehrer und Sänger, wobei noch manches ernste und heitere Wort auf das Gedeihen der Schule rc. gesprochen wurde. Wir schließen den Bericht mit dem Wunsche, daß die Opferwilligkeit der Gemeinde, die sich durch dieses neue Schulgebäude, ein Denkmal — monumentum aere perennius — gesetzt hat, schöne Früchte tragen möge. Anzeigen. Ty% 4*0 werd6n mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstfolgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig öder deren Eilialen in Berlin etc. zu adressiren. Erledigtes Rabbinat.» i Das erledigte Rabbinat Buchau, Oberamts Riedlingen, ist wieder zu besetzen. Dasselbe ist mit einem aus der Israelitischen Zentralkirchenkasse fließenden pensionsberechtigten Gehalt von 1900 Mark, welcher nach; fünf Dienstjahren sich auf 2000 Mark und 1 nach weiteren zehn Dienstjahren auf 2057 M. 14 Pf. durch ebenfalls pensionsberechtigte Alterszulagen aus der genannten Kasse erhöhen wird, sowie mit freier Wohnung und Gebühren für Kasualien verbunden. Die i Bewerber werden aufgesordert, sich innerhalb! 4 Wochen unter Darlegung ihres Lebenslaufs! und Bildungsganges und unter Anschluß der i Nachweise über ihre Befähigung bei der unter-! zeichneten Stelle zu melden. jSt.488! Stuttgart, den 27. Oktober 1886. j König!. Württkmbergische Israelitische! Gberkirchenbehörde.! Finckh. i Verlag von Daumgärtner's Duchhandlung in Leipzig. Zu beziehen durch jede Buchhandlung: L. A. Albert's Englischer Dolmetscher. Anweisung, die englische Sprache binnen kurzer Zeit leicht und ohne Lehrer zu erlernen. Nebst einem Wörterbuche der deutschen und englischen Sprache, worin die Aussprache und richtige Betonung der englischen Worte angegeben ist rc. 11. Auflage. — Preis eleg. gebdn. 2 M. 40 Pf. Der Albert'sche Dolmetscher ist bereits in vielen Tausenden von Exemplaren verbreitet und unter den Lehrmitteln für den Selbstunterricht im Englischen auch heutigen Tages noch in allererster Linie zu empfehlen. Selbst der einfache Mann findet sich bei der praktischen Einrichtung dieses kleinen Handbuchs und bei der überall auf das Genaueste angegebenen Aussprache jedes englischen Wortes sofort in das Buch hinein und erwirbt sich durch Benutzung desselben in überraschend kurzer Zeit die Kenntniß der im täglichen Gebrauch am häufigsten vorkommenden und daher auch zunächst wissenswerthen Wörter. Rücksichtlich der äußeren Ausstattung ist das Buch handlich und dabei sehr elegant.