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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-11-09 · Heft 46 (9.11.1886) · p. Seite 725

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 46 (9.11.1886)
Date
1886-11-09
Page
Seite 725 (sequence 5)
Language
German
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725 nur 2. Hörer der Philosophie (einschließlich der Rabbinatscandidaten) 243, der Medicin 3009, Pharmaceuten 20, Veterinäre 63, Hörer der Rechte 994, Hörer der Hochschule für Bodencultur seit 1880: 19, und 5 Schüler der Akademie der bildenden Künste. Es liegen uns einige Berichte aus der jüdischen Gemeinde zu Posen vor. Der sehr gut organisirte „Israelitische Armen-Hilfsverein" hat im Jahre 1885 15,397 M. vereinnahmt, von welchen 1700 M. zum Fonds geschlagen wurden. Bemerkenswerth ist, daß die Unterstützungen an arme Durchreisende nur M. 1080 betrugen, während die übrigen Summen an einheimische Arme, auch auf rückzahlbare Vorschüsse verausgabt wurden. Die israelitische Waisenknabenanstalt hat ihrem 48. Berichte zufolge 26 Zöglinge Die Verwaltung beobachtet die Intention, die zu entlassenden Zöglinge, so drei im verflossenen Jahre, bei tüchtigen Handwerkmeistern unterzubringen. Der Bericht sagt hierüber: „Wir bemerken hierbei, daß wir ganz besonders bemüht sind, die Lehrlinge, bei anerkannten, fachmännisch tüchtigen Meistern ausbilden zu lassen; nöthigenfalls sorgen wir, entsprechend der Bestimmmungen des § 25, für rituelle Beköstigung. Wenn uns hierdurch und durch die Verpflichtung des Meisters zur Befreiung der Lehrlinge von Arbeit an dem Sonnabend und Festtag nicht unerheblich^Mehrkosten entstehen, so halten wir es für unsere Pflicht, diese nicht zu scheuen, wo es gilt, unsere Waisen zu tüchtigen, brauchbaren Handwerkern zu machen." Unsere Leser wissen, daß wir es den Vorständen jüdischer Waisenanstalten stets ans Herz legen, ihre Zöglinge zum Handwerkerfach heranzubildcn und aufzumuntern. Die Anstalt, von der wir sprechen, ist finanziell in einer stets wachsenden Blüthe. Im verflossenen Jahre vereinnahmte sie M. 26,920, von welchen 14,276 M. dem Fonds zugewiesen wurden. Neben ihr besteht auch eine Waisenerziehungsanstalt für Mädchen mit jetzt 10 Zöglingen. Der Bericht klagt zwar über die Verringerung der jährlichen Beiträge und mahnt insonders die Vorstände der Provinzgemeinden, sie mit festen Jahresbeiträgen zu bedenken. Doch beliefen sich die Gesauimteinnahmen auf M. 10,579, wovon M. 1048 auf Ankauf von Papieren verwendet und 1000 M. zur Verwaltung übergeben wurden. Nach Abzug dieser beiden Posten erscheinen die Ausgaben für 10 Waisen doch sehr hoch, was nur dadurch erklärlich ist, daß eben die Anstalt Einrichtungen bezahlen muß, die für eine viel größere Anzahl Zöglinge genügen würden. Kleine derartige Anstalten sind immer kostspielig. — Schließlich erwähnen wir noch „der israelitischen Krankenverpflegungs- und Beerdiguugsgesellschaft" in Posen. Die Grundsätze, von welchen die Chebra sich leiten läßt, ersehen wir aus folgendem Passus des Berichtes: „Indem wir den Jahresbericht pro 1885 ergebenst überreichen, erlauben wir uns darauf hinzuweisen, daß die laufenden Einnahmen an Beiträgen, Spenden, Sammelbüchsen, Zinsen re. vollständig aufgebraucht worden sind und zwar fast ausschließlich für Krankenpflege; nur die Legate konnten wir für den Reservefonds anlegen. Wohl wissen wir, daß wir im Sinne der edlen Geber handeln, wenn wir nicht Fonds ansammeln, sondern die uns zufließenden Beträge dem Zwecke unserer Gesellschaft gemäß für die Kranken verwenden; ist doch unser Ziel nicht nur auf die Heilung Kranker, sondern auch darauf gerichtet, daß durch rechtzeitige und ausreichende Hilfe Krankheiten im Keime erstickt und Reconvalescenten wieder arbeitsfähig gemacht werden. Wir halten es aber für unsere Pflicht, nicht zu verschweigen, daß wir mit den uns gebotenen Mitteln allen berechtigten Ansprüchen an die Gesellschaft nicht gerecht werden konnten. Abgesehen davon, daß wir die Unterstützungen durchreisender Kranker einschränken mußten, waren wir gezwungen, so manchen armen Kranken, so manchen Geheilten, aber doch noch Schwachen und Bedürftigen nur mäßig zu unterstützen, weil Mittel nicht vorhanden waren; es ist dies offenbar zum Nachtheil nicht nur unserer Gesellschaft, sondern auch aller derjenigen Institute, welchen Arme zu unterstützen obliegt, denn diese nicht genügend Unterstützten werden in der Regel gar bald arbeitsunfähig und fallen dauernd der Gemeinde zur Last. Wohl können wir mit Genugthuung constatiren, daß der Kreis der beitragenden Mitglieder und derjenigen, welche unserer Gesellschaft Spenden und Legate zukommen lassen, sich erweitert hat, noch aber halten so manche Gemeindemitglieder sich fern, uns mit ihren Mitteln zu unterstützen, während unsere Thätigkeit ohne Rücksicht auf Parteistandpunkt jedem Bedürftigen und Leidenden zugewandt wird. Nur die Hilfsbedürftigkeit ist der Maßstab für unsere Theilnahme und deshalb richten wir an alle Mitglieder unserer Gemeinde und an alle edlen Menschenfreunde die dringende Bitte: Helfen Sie uns durch regelmäßige Jahresbeiträge, durch Zuwendung von Spenden und Legaten, insbesondere aber durch Erhöhung der bisher etwa zu klein bemessenen Beiträge, die Kranken und Hilfsbedürftigen ausreichend unterstützen und somit Noth und Elend lindern." Die Einnahmen beliefen sich auf M. 21,283. Diese wurden verausgabt. Der Fonds dagegen stieg bon M. 69,075 auf M. 74,375. — Am 24. Octobcr d. I. wurde zn Thorn ein von der Synagogengemcinde erbautes neues l Schulgebäude cingeweiht. In demselben werden eine Elementarschule und eine Religionsschule gehalten. Die erstere ■ wurde 1862 als einklassig mit 21 Schülern eröffnet, wurde 1865 zweiklassig mit 48 und 1867 dreiklassig mit 56 Schülern und zählt jetzt 62. Die Religionsschule hat drei Knaben- und drei Mädchenklassen mit 136 Zöglingen. Zur Einweihung ist eine „Festschrift" erschienen, welche eine Abhandlung des Rabbiners vr. Oppenheim „lieber den wichtigsten Zweck des Religionsunterrichtes" enthält. Der Vers, setzt in

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