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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-10-26 · Heft 44 (26.10.1886) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 44 (26.10.1886)
Date
1886-10-26
Page
Seite 700 (sequence 12)
Language
German
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700 „ . Beauftragt von Seiner hohen Excellenz . t . richte „ich an Eure Hochwohlgeboren die Bitte, mir so schleunig „als möglich, einen ausführlichen Plan über Ihr Institut „zulommen zu lassen." Darauf wird die Anfrage gerichtet, ob etwa an jener Anstalt ausgebildete Rabbiner, die „keine Stelle haben", bereit sein würden, in Rußland ihre Thätigkeit zu beginnen. Luzzatto bittet in dem erwähnten Briefe Zunz, Niemandem von dem Berichteten mitzutheilen, da der „Minister eine Publication in den öffentlichen Blättern" vermeiden wolle." Bonn, 17. Oktober. (Literarische Notizen.) Paradigmen-Tafeln zur hebräischen Grammatik. Ein Hilfsbuch für den jüdischen Religions-Unterricht von Dr. G. Deutsch, isr. Religionslehrer an den k. k. deutschen Mittelschulen in Brünn. (Brünn, 1886, Epstein.) Wir machen dieLehrerwelt aufdieses höchst nützliche und sehr gut ausgestattete Büchlein, namentlich sind schöne hebräische Typen verwendet, aufmerksam. Paradigmen sind bei Erlernung der Grammatik jeder Sprache nothwendig, selbst wenn nur den Schülern die Elemente der Grammatik beigebracht werden sollen, wie es in den jüdischen Schulen in der Regel der Fall ist. Wir finden die vorliegenden Paradigmen durchaus angemessen eingerichtet, auch wo der Verfasser von dem in den wissenschaftlichen Grammatiken eingeführten Gebrauche abweicht und zum Theil dem früheren jüdischen zurückkehrt, z. B. in der Ordnung der Personen. In einer ausführlichen Vorrede giebt er in lichtvoller Weise Anleitung zur Verwendung der Paradigmen, zum Unterrichte im Hebräischen überhaupt und zur richtigen Beurtheilung seiner Anordnung. — Von dem „Lehrbuch der biblischen Geschichte und Literatur von Dr. M. Levin (Nürnberg, Korn 1886)" ist „die zweite verbesserte Ausgabe" erschienen. Ein sehr nützliches Handbuch ist: „Die Rechtsverhältnisse der preußischen Elcmentarlehrer. Ein unentbehrliches Handbuch für Lehrer, Schulinspectoren, Schuldeputationen, Schulvorstände re. Herausgegeben von Michael Dangschat. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage, Berlin, Heine, 1886)." Man findet hier sämmtliche gesetzliche Vorschriften, welche die Elementarlehrer in preußischen Staaten betreffen, gesammelt und geordnet, die Lehrerbildung, Lehrerprüfungen, Anstellung, Besoldung, die persönlichen Verhältnisse des Lehrers, das Züchtigungsrecht und die Schulzucht, die Schulaufsicht, die Schulverwaltung und Verschiedenes in einem Anhang! Wenn nun auch die Verhältnisse der jüdischen Elementarlehrer in diesem Buche keine Behandlung gefunden, so giebt es doch viele Vorschriften, denen auch der jüdische Lehrer unterzogen ist. Es wäre gewiß angemessen, wenn ein wohl unterrichteter Fachmann die bezeichnete Lücke ausfüllte und in einer Schrift alle Verhältnisse der jüdischen Lehrer nach ihren gesetzlichen Seiten in gleicher Weise behandelte, wo dann natürlich jene allgemeinen Vorschriften, nach denen sich auch die jüdischen Lehrer zu richten haben, nicht fehlen dürften. — Herr Dr. L. Neustadt zu Frankfurt a. M. hat eine sorgfältige Stammtafel der Familie Schwarzschild daselbst, deren Ahnen bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen, angefertigt, eine Arbeit, die außerordentliche Mühe machte, da die Daten aus mannigfaltigen Urkunden ausgesucht werden mußten. Er schickte nun eine Abhandlung „Etwas über Anlegung von Stammtafeln" voraus, in welcher er die Methode und die Mittel der bez. Nachforschungen beschreibt. Wir müssen gestehen, daß wir von dem Werthe solcher Stammtafeln für die Geschichte nicht so sehr überzeugt sind wie der Verfasser, wenn sie nicht historisch wichtige Familien betreffen und historisch bedeutende Ereignisse der Familie berichten. — Wir empfingen vor einiger Zeit einen neuen Commentar in hebräischer Sprache zum Buche Hiob vom Rabbiner Dr. Benjamin Szold in Baltimore, der bei Siemers in Baltimore erschienen, durch Koehler in Leipzig zu beziehe» ist. Wir werden auf diese Erklärung des so schwierigen Buches zurückkommen. — Sehr interessante Beiträge enthielt Nr. 25 der Revue des Etudes juives (Juli bis September 1886, Paris, Durlacher). Sie enthält Untersuchungen über das 10. Kapitel des 1. Buches Mosis von I. Halevy, Friedländer über die Pharisäer und Landleute (Amhaarez), Kaufmann, archäologische Studien, Scheid eine höchst lesenswerthe Biographie des Johelmann von Rosheim, Bloch über die Juden von Oran, A. Cahen beendet seine Geschichte des Rabbinats von Metz, und Schwartzfeld berichtet über zwei Episoden aus | der Geschichte der rumänischen Juden. Ieuilleton. Gin Sriefwechsel zwischen einem jüngeren und einem älteren Lehrer. Geehrter Herr Amtsbruder! Sie haben mir auf der jüngsten Lehrerversammlung in den Pfingstferien so viele Freundlichkeit erwiesen, daß ich nicht anstehe, Sie mit einer Bitte zu behelligen. Es handelt sich um einen guten Rath und Sie sind nicht der Mann, der einen solchen einem jungen, noch unerfahrenen College» versagt. Der Vorstand meiner jetzigen Gemeinde verlangt von mir, daß ich an den

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