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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-09-07 · Heft 37 (7.9.1886) · p. Seite 589

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 37 (7.9.1886)
Date
1886-09-07
Page
Seite 589 (sequence 13)
Language
German
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589 sammenhange desselben geordnet, so daß die Reihenfolge aus ihnen nicht sichtbar wird. Wer die Uebersetzung dieser Inschriften liest, kann sich so recht überzeugen, wie hypothetisch die Voraussetzung vieler Gelehrten von dem ursprünglichen Monotheismus der alten AegyPter ist. Hier findet sich nur die ganze aegyptische Göttersagenwelt mit noch vielen Details wieder, und vergebens suchte man nach einem Anhalt tieferliegender Ideen, die nicht etwa aus roher, oder wenn man will kindlicher Anschauung der Naturerscheinungen erflossen sind, sondern einen philosophischen Untergrund hätten. Wir entnehmen einem Berichte in der „V. Z." folgende Stelle: „Mit dem Jenseit und mit den göttlichen Bewohnern desselben, einschließlich böser Dämonen und Unholde, müssen die AegyPter auf Grund der Pyramiden-Jnschriften bereits gegen das Ende des vierten Jahrtausend vor dem Beginn der christlichen Zeitrechnung sehr wohl bekannt gewesen sein. Die Namen der großen und kleinen Götter, die sonderbarsten Bezeichnungen untergeordneter Wesen in dem Gefolge der Gottheiten, die Benennungen der verschiedenen Gestirne am Himmel vom Sirius und Orion an bis zum großen Bären hin, und nicht am letzten die geographische Nomcnclarur des altägyptische» Paradieses geben in ihrer Gesamintneit den reichen Stoff zu einem Wörterbuche, welches den Schlüssel zu den geheimnißvolle» Räthseln des Jenseits bilden würde. Die Erde wird als eine männliche Gottheit angesehen, der Himmel als eine Göttin, welche sich über den Erdgott, ihren Gemahl, lang ausreckt. Ein anderer Gott, in welchem sich der Wolkenhimmel und der Aether darstellt, stützt mit seinen beiden erhobenen Armen die Himmelsgöttin, An dem Borderleibe der Göttin ruhen die Sternbilder, auf ihrem Rücken fährt der Sonnengott in seinem Rachen einher. Das Wasser, auf welchem sein Schiff in den zwölf Stunden des Tages dahingleitet, ist der himmlische Nil mit seinen Inseln und abgezweigten Canälen; die Zonen, welche der Lichtgott auf seiner Fahrt am rechten und linken Ufer des Niles an sich vorüberziehen läßt, entsprechen in ihrer Aufeinanderfolge den einzelnen Namen oder Bezirken des Landes Aegypten und werden wie diese nach ihren Metropolen oder Hauptstädten bezeichnet. Selbst die Meere und fernen Länder der irdischen Geographie werden, auch ihrem ägyptischen Namen nach, auf die Welt im Jenseit übertragen, so daß der „Leitfaden für die Geographie", welche der Aegypter während seines irdischen Daseins im Kopfe hatte, vollständig ausreichte, um ihm als Wegweiser in der anderen Welt zu dienen. — „Die alten Aegypter machten es sich also mit dem Jenseits und dem Paradiese recht leicht, indem sie dieses in seiner Beschaffenheit als einen Abklatsch der Erde oder umgekehrt betrachteten. Ebenso verschwand ihnen die Scheidelinie zwischen der Götter- und Menschenwelt, da jeder Vorstorbene ein Osiris wurde, der durch seinen Sohn Tyros vom Tode erstand. Nicht minder geht aus den Inschriften die ganze Fülle von Gottheiten hervor, welche die Aegypter, in jedem Nomos (Bezirk) besondere, verehrten, und um die sich dann die vergötterte Thierwelt schloß, deren geheiligte Individuen längst den symbolischen Charakter verloren. Dies reicht also nach den Angaben der Aegyptologen bis in die älteste Zeit zurück, und giebt so Zeugniß von dem an's Absurde grenzenden Polytheismus der Aegypter, welchem die Gotteslehre Moses so entschieden entgegentrat. Turek, 25. August. (Liter. Notizen.) Die Pentateuchexegcsc aus der Gaonenperiode ist nunmehr mit einem von nicht geringer Bedeutung ausgefundenen Beitrage dieser Art bereichert worden. Die von unserem Orientalisten, Herrn Magister Jacob Jsraclsohn, zu in ersten Male veranstaltete Edition der in der Petersburger Kaiserlichen öffentlichen Bibliothek unter der Firkowitz'schcn Manuseriptcn-Collcction befindlichen Fragmente des.Commentars zum Pentateuch von Samuel Jbn Chofni, Gaon zu Sura (1034), zu deren Herausgabe dem gelehrten Manne auf Vorstellung der Petersb. orientalischen Facultät unser Ministerium der Volksaufklärung die Summe von 1000 Rubel votirt hat, ist bereits der erste Theil erschienen: „Samuel ben Chofni trium sectionum posteriorum libri Genesis, Versio arabica. (Petersburg 1886). — Die arabische Pentateuch übers etzung und ein Pentateuchcommentar von Samuel Jbn Chofni wird bereits von Jbn Esra und anderen bekanntlich citirt. Erstcrer sogar giebt in seiner Einleitung zum Pentateuchcommentar eine kleine Charakteristik der Exegese des Jbn Chofni. — Der Text des Manuscriptes dieser Fragmente, mit hebräischen Lettern geschrieben, ist vom Herausgeber arabisch transscribirt. — Es wäre im Jntresse der Wissenschaft und Geschichte der damaligen Exegese zu wünschen, daß die Herausgabe der übrigen Theile recht bald erfolge. Moses Feinkind. I e u i l l e t o n. Jüdische Friedhöfe und Kestattung in Paris. Arch. isr. ein Kapitel über die Friedhöfe mittheilt. Man Herr Leon Kahn, Secretär-Adjunct des Pariser Consi-; hat mehrfache Beweise für das Vorhandensein jüdischer Friedstoriums wird eine Schrift über verschiedene Anstalten der 1 Höfe in Paris aus früheren Zeiten, wo dieselben jenem oftjüdischen Gemeinde in Paris herausgeben, aus welcher die ’ maligen Wechsel unterworfen waren, den die Juden durch

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