Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 36 (31.8.1886)
- Date
- 1886-08-31
- Page
- Seite 573 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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573 Jechiel in seinen „Orchoth - Chajun" an seine Kinder seinen Willen niederschrieb, so haben auch seine Söhne Mahnbriefe an ihre Kinder zurückgelaffen. Es werden in dieser Schrift mehrere alt-mystische Offenbarungen von Juda aufgezählt, die für die Gegenwart keinen großen Werth mehr haben. Doch enthalten diese wenigen Blätter manche interessante Stellen, wie z. B. über die Denkweise und die religiösen Anschauungen der Ascher'schen Familie im 13. Jahrhundert. — Das von Dr. Harkavy entdeckte Lexikon „Al-Chawi" des R. Hai Gaon, von dem ich S. 349 dieser Zeitung berichtet habe, wird von Jbn Esra mit dem Namen 's:' rWs f|dnö citirt. Näheres werden wir bald aus dem darüber von Harkavy in dem hebräischen Jahrbuche nDJD erscheinenden Artikel entnehmen. M. Feinkind. Ieuilleton. Corresponden;. Die 18. Jahresversammlung der israelitischen Lehrer HeffenS am 3. Juli 1886 zu Caffel. Die 18. Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessens tagte am 5. Juli im Saale des Arbeiterbildungsvereins unter starker Betheiligung. Der Vorsitzende, Herr vr. Stein-Cassel, bewillkommnete die Gäste: Hrn. Landrabbiner vr. Prager, Hrn. Gemeindeältesten Carl Plaut, Delegirter des D. I. G. B. Hrn. Rinald, als Vertreter des Vorsteheramts, Hrn. Prediger Fackenheim-Mühlhausen und Hrn. vr. Rothfels und eröffnete die Versammlung mit einer längeren inhaltsreichen Rede, in welcher derselbe auch auf die Angriffe hinwies, die in verschiedenen Blättern im verflossenen Jahre gegen unsere Conferenz, insbesondere gegen ihn selbst, erhoben worden find. Man solle, meinte er, unbekümmert dieser Schmähungen, unentwegt weiter streben und schaffen. Im Namen des Ausschusses des D. I. G. G. begrüßte sodann Herr Plaut die Anwesenden. Er erkenne es gerne an, daß die Lehrervereine viel dazu beitragen, die Freundschaft unter den Lehrern zu erhalten und die Begeisterung für den schweren Beruf zu erhöhen. Redner fordert schließlich die Lehrer auf, für die Sache des D. I. G. B. einzutreten und dafür zu werben. Nachdem der Vorsitzende dem Vertreter des D. I. G. B. im Namen der Versammlung seinen Dank ausgesprochen, verlas er den Jahresbericht. Dieser gedenkt der Feier der goldenen Hochzeit des emer. Hrn. Lehrers Gutkind-Zierenberg, des 56jährigen Dienstjubiläums des nunmehr auch emer. Herrn Lehrers Rothschild-Treysa, der Begrüßung des Hrn. Landrabbiner vr. Prager beim Amtsantritt seitens des Ausschuffes der Conferenz der israel. Lehrer Heffens und des 25 jährigen Dienstjubiläums des Hrn. Lehrers Levi-Hofgeismar. Am Schluffe erwähnt der Bericht noch den in Wiesbaden verstorbenen Landrabbiner Hrn. vr. Adler, und den ebenfalls Heimgegangenen Lehrer Hrn. Goldschmidt-Hoof in ehrender Weise. Aus dem vom Cassirer Hrn. Gutkind-Cassel vorgelesenen Rechenschaftsbericht geht hervor, daß die Conferenz 94 Mitglieder hat und zwar im Borsteheramtsbezirk Caffel 50, „ „ „ Marburg 15, „ „ Fulda 16, „ » ,, Hanau 13, daß die seit zwei Jahren eingeführte Steuerfreiheit aufzuheben und der jährliche Beitrag von 75 Pf. wieder zu erheben sei, obgleich der wohllöbliche Ausschuß des D. I. G. B. auch in diesemJahrederConferenz eine Subvention gewährt habe. Hierauf brachte Herr vr. Neumark-Felsberg sein Referat über das Thema: „Wie weit ist die Geographie Palästinas mit dem Unterrichte in der biblischen Geschichte zu verbinden", zum Vortrag. Die Arbeit war sehr umfangreich und zeugte von großem Fleiß und Streben, was auch von dem Vorsitzenden mit Dank anerkannt wurde. Das Korreferat von Hrn. Blach - Gudensberg brachte vollends Klarheit über den Gegenstand, so daß er uns, wie der Vorsitzende Namens der Conferenz hervorhob, nunmehr in seiner vollen Fruchtbarkeit nutzbar werden könnte. Der Referent hatte die von ihm aufgestellten 6 Thesen im Laufe der Debatte zurückgezogen, während von denen des Korreferenten die folgenden 2 angenommen wurden. 1. Die Geographie Palästinas wird mit bibl. Geschichtsunterricht nur in soweit verbunden, als die durch wichtigere Facta bedeutungsvolleren Orte dazu Veranlassung bieten und als überhaupt das in der Bibel enthaltene Geographische geeignet und nothwendig erscheint zur Erlangung einer klaren Vorstellung und eines übersichtlichen getreuen Bildes »on dem Palästina der bibl. Zeit. Demgemäß darf in diesem Unterrichte auch nur eine Karte Palästinas nach seiner Stammeseintheilung verwendet werden. 2. Der Unterricht in der Geographie Palästinas in seiner Verbindung mit dem bibl. Geschichtsunterricht kommt erst in zweiter Linie in Betracht, nachdem die bibl. Geschichten für den Religionsunterricht genügend behandelt sind. Nach Schluß der Debatte über die Conferenzarbeiten folgte die Berathung der Anträge. Der Vorsitzende verlas