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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-08-17 · Heft 34 (17.8.1886) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 34 (17.8.1886)
Date
1886-08-17
Page
Seite 540 (sequence 12)
Language
German
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540 bis längstens Ende December 1886, begleitet von einem versiegelten Couverte unter den Namen des Verfassers enthaltenden Zettel, der dasselbe Motto wie die Arbeit zu tragen hat, an den Obmann des „Israel. Lehrervereines in Böhmen", Herrn Siegmnnd Springer in Kralup a. M., eingebracht werden. Der Vorstand des „Israel. Lehrervereines in Böhmen." Kralup a. M., am 15. Juli 1886. M. Zinn er, Obmann-Stellvertreter. Der Obmann: Siegmund Springer. NB. Der liturgische und gesangliche Theil kann auch getrennt eingebracht werden und können auch von 2 Autoren herrühren. Frankreich. Paris, 9. August. Unter den Mitgliedern des Institut franyais befinden sich gegenwärtig 10 Juden, nämlich in der Abtheilung Acadörnie des Inseriptions et Beiles - Lettres : Die Herren Michel Breal, Joseph Derenburg, Julius Oppert, Heinrich Weill. In der Abtheilung Acad&nie des Sciences: Die Herren Halphen, Commandant, Lipmann, Professor an der Sorbonne, Moritz Levy am College de Brande; Loewy, zweiter Director an der Sternwarte. In der Abtheilung Academie des Sciences morales et politiques: Herr Ad. Franck und in der Abtheilung Acad6mie des Beaux-Arts: Herr Baron Alphonse von Rothschild. Rußland. Petersburg, 4. August. Die Nachrichten über Plünderungen und Mißhandlungen der Juden von einzelnen Orten hören noch immer nicht auf. Wie den „Rufs. Wed." aus Uman im Gouvernement Kiew berichtet wird, kam es am 18. Juli in dem Flecken Torgowiza im Umanschen Kreise während des dortigen Jahrmarkts zu Ausschreitungen, welche schließlich in eine Judenhetze ausarteten. Es wurden binnen kurzer Zeit acht Verkaufsbuden jüdischer Händler ausgeplündert, die einen Verlust von 10,000 Rbl. an Maaren zu beklagen haben. Nur dem Einschreiten des dortigen russischen Geistlichen sei es zu danken, daß die Unruhen noch an demselben Tage ein Ende nahmen. Derselbe hatte eben in seiner Kirche die Liturgie beendet und begab sich nun in vollem Ornat unter die tobende Menge, welche er zur Ruhe ermahnte, zum Glück mit Erfolg. Die Behörden sind jetzt mit Ermittelung der Veranlassung zu den Unruhen beschäftigt. Petersburg, 7. August. Bei der bevorstehenden Verschmelzung Rostow's am Don mit dem Gebiete der Dakosaken, wo den Juden das Domicil untersagt ist, sollen dieselben auch das Domicil in jener Stadt verlieren. Die jüdischen Jmmobilienbesitzer erhalten eine dreijährige Frist zur Veräußerung ihrer Güter. Die übrigen Juden haben die Stadt s binnen einem halben Jahre zn verlassen. Großbritannien. London, 2. August. Die Königin hat dem Parlamentsmitgliede Sergeant Simon die Ritterwürde verliehen. Simon ist Rechtsgelehrter, Jude, und hat sich schon oft als ein Vertheidiger seiner Glaubensgenossen bewährt. — In das neue englische Ministerium ist auch Baron Henry de Worms als Unterstaatssecretär im Handelsministerium eingetreten. — Zum neuen Vorsitzenden der Anglo-Jewish Association ist Sir Julian Goldsmid gewählt worden. Türkei. Konstantinopel, 31. Juli. Man berichtet von hier: Der Verwaltungsrath des hiesigen deutschen Hospitals hat sich an Baron Hirsch um eine Anleihe von Frs. 50000 gewendet, um mit dieser Summe bauliche Vergrößerungen am Gebäude vorzunehmen. In Antwort darauf hat der Baron dem besagten Hospital ein Geschenk von Fr. 25000 übermittelt. Aegypten. Cairo, 27. Juli. (Privatmitth.) In hiesiger Stadt sind gegenwärtig über 300 deutsche Familien — man nennt sie allerdings 'hier „polnische Juden" — ansässig. Es findet eben einmal wieder seitens der jüdischen Bevölkerung in der civilisirten Welt eine bedeutende Verschiebung statt, die sich in allen außereuropäischen Ländern recht fühlbar macht. Trotz dieser verhältnißmäßig großen Anzahl hat bis jetzt eine Einigung und die Bildung einer besonderen deutschen Gemeinde nicht gelingen wollen, was besonders dem Widerstande der arabisch-jüdischen Gemeinde zuzuschreiben ist, die die Anerkennung einer solchen deutsch-jüdischen Gemeinde bei der Regierung hintertreibt, um ihre Herrschaft über die deutschpolnischen Inden nicht zu verlieren, eine Herrschaft, die sie bei Gelegenheit arg mißbraucht. Jetzt aber hat sich doch eine Anzahl Deutscher zusammengefunden und verständigt, dem gewünschten Ziele näher zu kommen. Wir haben keine Rabbiner, keine Religionsschule und der Ritus der eingeborenen Juden ist so verschieden von unserem heimathlichen, daß er für uns aller Wärme und innigeren Theilnahme entbehrt. Wer die hiesigen Zustände kennt, wird schnell einsehen, daß in Obigem ein dringendes Bedürfniß vorliegt, ohne dessen Befriedigung die religiöse Gesinnung schweren Schaden erleiden würde. Wir hoffen deshalb, daß unsere Bestrebungen zu gutem Ziele führen werden. Bonn, 9. August. (Notizen.) Bekanntlich unterliegt im preußischen Staate der „Rabbiner" keinerlei Prüfung, weshalb es vorkommt daß sich Leute Rabbiner nennen, deren

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