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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-08-17 · Heft 34 (17.8.1886) · p. Seite 539

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 34 (17.8.1886)
Date
1886-08-17
Page
Seite 539 (sequence 11)
Language
German
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539 jährig-Jreiwilliger Reserveoffikier werden könne, sei gar nicht denkbar. Oesterreich-Ungarn. Pest, 4. August. (Privatmitth.) Der Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest für das Schuljahr 1885— 86 ist in diesen Tagen erschienen. Die Anzahl der Hörer und Schüler der Anstalt hat auch in diesem Jahre zugenommen und zwar wurden in der untern Abtheilung 87 Schüler, in der ober» 21 Hörer eingeschrieben, so daß von allen ähnlichen Anstalten die hiesige die besuchteste ist. Die Bibliothek hat durch mehrere Schenkungen einen erfreulichen Zuwachs erhalten. Das ist von dem Unterstützungs-Verein „Ez-Chajim" bedauernswerther Weise nicht zu behaupten; die Mittel und Beiträge des Vereins bleiben hinter den Ansprüchen, welche an ihn gestellt werden, weit zurück. Dem Jahresberichte voran geht: Die Ethik in der Halacha von Prof. M. Bloch. Der Verfasser, als tüchtiger Talmudist weithin bekannt, zeigt in dieser Arbeit, auf welche wir noch zurückkommen, eine besondere Vertrautheit mit den Schriften Kant's. Kralup a. M., 27. Juli. Wir erhalten folgende Schriftstücke mit dem Ersuchen, sie zu veröffentlichen. Concurrenz-Ausschreibung. Der Vorstand des „Israelitischen Lehrervereines in Böhmen" hat in seiner am 27. Juni 1886 enthaltenen Ausschußsitzung die Herausgabe eines Religionslehrbuches für Volks- und Bürgerschulen, das auf folgende Principien versaßt und zusammengestellt sein muß, beschlossen: 1. Der Lehrstoff der Religionslehre und biblischen Geschichte muß vereint und in einander greifend bearbeitet und zusammengefaßt sein. 2. Der gesammte Lehrstoff soll auf 3 Stufen vertheilt, sich in concentrischen Kreisen bewegen und anlehnend an den vor 3 Jahren von der löblichen Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen herausgegebenen Lehrplanes für Volks- und Bürgerschulen bearbeitet werden. Die eingelaufenen Arbeiten sollen durch eine Prüfungscommission, die aus dem Vertreter des Landesschulrathes, des Prager Bezirksschulrathes, aus einem Mitglieds der Repräsentanz der Landesjudenschaft, des Centralvereines, dem Herrn Oberrabbiner und aus Vertretern des Lehrervereines und des Religionslehrerstandes geprüft und begutachtet werden. Die Rainen des Preisrichtercollegiums sind weiter unten angeführt. Die von dieser Commission für am besten geeignet befundene Arbeit wird der Berfaffer dem Lehrervereine zur Herausgabe zur Verfügung stellen, wodann sich der Verein mit dem Autor bezüglich des Honorars .ins Einvernehmen setzen wird. Die Arbeiten muffen bis längstens Ende December 1886, begleitet von einem unter versiegeltem Couverte den Namen des Verfassers enthaltenden Zettel, der daffelbe Motto wie die Arbeit zu tragen hat, an den Obmann des „Israelitischen Lehrervereins in Böhmen, Herrn Siegmund Springer in Kralup a. M., eingebracht sein. Die eingesetzte Prüfungscommission wird die Prüfung uud Begutachtung der Manuskripte in der Weise vornehmen, daß das betreffende Religionslehrbuch vom Schuljahr 1887'88 an den Schulen in Verwendung genommen werden kann. Der Vorstand des „Israelitischen Lehrervereins" in Böhmen. M. Zinner, Obmann-Stellvertreter. Ter Obmann: Siegmund Springer. Das Preisrichtercollegium ist aus folgenden Persönlichkeiten zusammengesetzt: Herr Oberrabiner Markus Hirsch, H. Rabbiner Dr. A. Kisch, H. Dr. N. Grün, Religionslehrer an Mittel- und Bürgerschulen, H. W. Freund, Religionslehrer an Volks- und Bürgerschulen, Dr. Arnold Rosenbacher, Vicepräsident der Cultusgemeinde und Mitglied des k. k. Bezirksschulrathes, H. Dr. Moritz Lichtenstern, Obmann der Repräsentanz der Landesjudenschaft, H. Dr. Friedrich Duschenes, Geschäftsleiter des „Centralvereins", Volksschullehrer H. S. Dittrich, und Buchhändler Herr Jakob B. Brandeis, sämmtliche in Prag. H. Rabbiner und Oberlehrer Leopold Thorsch in Schlau, H. Lehrer Siegmund Springer in Krahlup a. M. und Lehrer David Kohn in Rakonitz. Zur Concurrenz-Bewerbung. Der Vorstand des „Israel. Lehrcrvereines in Böhmen" hat in seiner am 27. Juni 1886 abgehaltenen Ausschußsitzung den Beschluß gefaßt, eine Agenda für Lehrer und Cantoren in der Weise verfaßt und zusammengestellt herauszugeben, daß Liturgie und Gesänge vereint in derselben aufzutreten haben. Die Gesänge sollen einfach, leicht, einstimmig, höchstens zweistimmig sein und sich auf alle Gelegenheitsfunctionen auf dem Gebiete des Cantorates ausdehnen. Auch der religiöse Schulgesang soll in diesem Werke, das nicht zu umfangreich sein darf, Platz finden. Die eingelaufenen Manuskripte werden durch eine Prüfungscommission, die aus Fachmännern von Rabbinern, Lehrern und Cantoren zusammengesetzt ist, und deren Namen später namhaft gemacht werden wird, geprüft und begutachtet werden. Die von dieser Commission als beste anerkannte Arbeit wird vom „Israel. Lehrervereine in Böhmen" übernommen und herausgegeben werden. Das Honorar wird der Lehrerverein mit dem Autor zuvor vereinbaren. Die Arbeiten müffen 84*

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