Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 33 (10.8.1886)
- Date
- 1886-08-10
- Page
- Seite 525 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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525 so fruchtbaren und von der Natur beschenkten Länder. Mein Freund schätzt die jüdische Bevölkerung von Dalah und Terim auf 5000 Seelen; sie haben Bett-midraschim, Synagogen, wo man das Gesetz und den Talmud lehrt; es ist der Talmud Jeruschalmi, der dort im Geruch der Heiligkeit steht. Sie sprechen das Hebräische mit dem orientalischen Accent, d. h. die Buchstaben n, d, y, p sehr aspirirt, wie im Arabischen. Das sind der Hauptsache nach die Nachrichten, die mir der Baron Bela gegeben hat; ich hielt es für gut, sie Ihnen mitzutheilen, da ich weiß, daß ihre Lese:.' mir Dank wissen werden für diese Neuigkeiten.*) Dr. Ir. Gregory d'Arbella. *) Die obigen Mittheilungen bestätigen, was wir von frühere» Reisenden, namentlich Baron von Maltzahn, aus jener Gegend berichtet haben. Redact. Bonn, 1. August. (Notizen.) Professor Dr. Georg Cohn in Heidelberg hat vom japanischen Ministerium unter glänzenden Bedingungen einen Ruf an die juristische Fakultät in Tokio erhalten. Ieuillelon. Correspondevz. Camen, im Juli. Bericht über die am 13. und 14. Juni 1886 in Bochum abgrhaltene Conferenz des Vereins israelitischer Elementar-Lehrrr Westfalens und der Rheinprovinz. Unter Betheiligung von 46 Lehrern tagte am 13. und 14. Juni in Bochum die Generalversammlung des Vereins isr. Elementar-Lehrer Westfalens und der Rheinprovinz. Am 13. Juni Nachmittags 21/2 Uhr eröffnet? der Präses, Blumenau-Bielefeld, die Versammlung, gab seiner großen Freude Ausdruck, von neuem eine so zahlreiche Versammlung begrüßen zu können und erflehte den Segen des Allgütigen aus unsere gemeinsame Arbeit herab. Nachdem er Gossel-Camen und Oppenheimer-Mühlheim a. d. Ruhr zu Schriftführern ernannt hatte, stellte er der Versammlung die Ehrengäste, den Vor. stand der Gemeinde, vor, theilte mit, daß mehrere Kollegen ihr Nichterscheinen entschuldigt haben, daß der deutsch-isr. Gemeindebund abermals den Cvnferenzbesuchern einen Reisezuschuß von 125 Mk. bewilligt habe und ertheilte dem Vorsitzenden des Gemeinde-Vorstandes, Herrn Rechtsanwalt Sutro, das Wort. Derselbe brachte Namens des Vorstandes der Gemeinde der Versammlung in längerer warmer und herzlicher Ansprache einen Willkommensgruß dar, ging auf die Tagesordnung ein, die Zeugniß ablege, daß die Lehrer es ernst nehmen mit den verschiedenen Zweigen ihrer verantwortungsreichen aber segenvollen Aufgabe und gab schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß unsere Arbeit von dem besten Erfolge gekrönt werden möge. Der Präses dankt herzlich für die schönen Begrüßungsworte und macht im Anschluß an dieselben der Versammlung die Mittheilung, daß die Synagogen-Gemeinde Bochum beschlossen habe, um der Freude über unser Tagen in ihrer Mitte und der Anerkennung unserer Bestrebungen einen Ausdruck zu geben, unserer „Unterstützungskasse" die Summe von 150 Mark zu überweisen, für welche schöne Handlung er Namens der Versammlung herzlichen Dank ausspricht. Im Verfolg seines Berichts über die Vorkommnisse des verflossenen Bereinsjahres theilt der Vorsitzende unter anderem noch mit, daß der sel. Herr Wilh. Herz in Cöln, ein eifriger Förderer unserer Bestrebungen, unserer Kasse ein Legat von 300 Mk. überwiesen, und daß Herr Prof. Lazarus-Berlin zu Gunsten der Unterstützungskasse auf Anregung des Collegen Graf-Essen einen Vortrag gehalten, der einen Reinertrag von 1 2,35 Mk. eingebracht habe. Die Anwesenden bekund-n chren Dank für diese und anderer unserer Klasse erwiesenen Wvhlthaten durch Erheben von den Sitzen. Aus der Kor.espcudenz, die der Vorsitzende mit verschiedenen Privatpersonen und Behörden wegen der Erbschaftssteuer gehabt hat, geht als Resultat eine ministerielle Entscheidung hervor, daß von den unserer „Unterstützungskasse" zugewiesenen Legaten allerdings eine Erbschaftssteuer zu entrichten ist, jedoch in Anbetracht des woblthätigen Zweckes zu einem ermäßigten Steuersätze von 4°/o- Der Vorsitzende wies auf den bereits in den Händen aller Kassenmitglieder befindlichen Jahresbericht pro 1885 hin und bemerkte nur noch ergänzend, daß die in diesem Jahre eingegangenen außerordentlichen Beiträge bis jetzt nur die verhältnißmäßig geringe Summe von etwa 800 Mk. betragen. Er bittet wiederholt, wie alljährlich, die Lehrer, für die Unterstützuugskasse recht rührig zu sein und Theilnahme für dieselbe erwecken zu wollen. An verschiedene Gemeinden, die früher einen Zuschuß bewilligt, habe er das Gesuch gerichtet, einen Jahresbeitrag für die Kasse auf den Gemeinde- Etat auch ferner zu übernehmen, welchem Wunsche von mehreren dieser Gemeinden auch entsprochen ist. Es ist recht betrübend, daß gerade in vielen großen Gemeinden der Unterstützungskasse nicht die rechte Würdigung zu Theil wird. Spier-Bocholt beantragt, daß der Verein durch seinen Vorstand bei den Ober-Präsidien von Rheinland und Westfalen beantrage, eine Collecte für unsere Unterstützungskasse bei den Glaubensgenossen beider Provinzen abhalten zu dürfen. Dje Versammlung stimmt dem Anträge bei. Nunmehr wurden in Folge mißverständlicher Auffassung