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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-07-13 · Heft 29 (13.7.1886) · p. Seite 461

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 29 (13.7.1886)
Date
1886-07-13
Page
Seite 461 (sequence 13)
Language
German
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461 von Gulden als Belohnung für ihre „Wunderthaten" einnehmen. Diese Wunderthäter, mit Namen Jtzig und Saul Friedman» und von eigentlichem Beruf Rabbiner, wurden nun von der Bukowinaer Finanzbehörde in die Kategorie der „Geschäftsvermittler" rangirt und als solche mit einer Erwerbssteuer von jährlich 300 fl. belegt. — Aus Dunaföldvär wird uns geschrieben, daß Herr Dr. Samuel Pincusfeld, der seine Studien am Budapester Landes-Rabbinen- Seminar absolvirte, mit Acclamation zum Districtsrabbiner gewählt wurde. — Jüngst starb zu London ein Vertreter des marokkanischen Judenthums, der Großrabbiner Joseph Elmaleh aus Mogador. Geboren zu Raba war er 57 Jahre alt und wohnte seit niehreren Jahren in Europa, wo er Heilung von einem schweren Leiden suchte. Er war zum Viceconsul Oesterreichs in Marokko ernannt und mit dem Franz-Joseph-Orden decorirt. Eine Zeitlang sprach man davon, ihn an die Spitze der portugiesischen israelitischen Gemeinde in London zu stellen, wohin er sich seit mehreren Jahren zurückgezogen hatte. Bonn, 4. Juli. (Literarische Notizen.) Am26.Juni wurde in der Sitzung der französischen „Lwackswis äs« Sciences“ ein Vortrag über die drei Brüder Ezofowicz aus der polnischen Geschichte des 16. Jahrhunderts gehalten. Der älteste, Namens Abraham, stieg bis zum Finanzminister auf und ließ sich taufen. Derselbe wurde später geadelt und einer der reichsten Großgrundbesitzer in Polen. Die beiden anderen Brüder, Michael und Arzek, blieben jedoch Juden, bekleideten aber dessen ungeachtet im Königreiche Polen hohe und wichtige Aemter. Die beiden Söhne Abraham's heiratheten in den vornehmsten polnischen Adel. (Die Geschichte dieser Familie liegt dem ausgezeichneten, von uns Jahrg. 1885 mehrfach besprochenen Roman „Meier Ezofowicz von F. P. Orzeszko". Leipzig, Minden, zu Grunde. Redakt.) — Wir machen unsere Leser aus eine Entdeckung aus jüngster Zeit aufmerksam, welche, wenn sie besonders in topographischer Beziehung eine noch ausführlichere Untersuchung herbeigeführt haben wird, auf den biblischen Bericht über die Israeliten in Egypten mannigfaches Licht verbreiten könnte, namentlich, wie der Befehl Pharao's, die neugeborenen Knaben in den Nil zu werfen, voraussetzt, daß die Israeliten in der Nähe dieses Stromes wohnten u. s. w. Nämlich: daß der Nil sich einst ins Rothe Meer ergoß, ist wahrscheinlich jetzt beweiskräftig entdeckt worden. Dr. C. Keller, der soeben seine Reise nach Madagaskar angetreten, veröffentlicht in der „Neuen Züricher Zeitung" den ersten seiner „Afrikanischen Reisebriefe", datirt aus Port Tewfik, 29. April. Wir entnehmen demselben Einiges über das Wadi Tumilat, durch welches sich ziemlich gradlinig die Eisenbahn von Zagazig nach Jsinalia und Suez hinzieht, und über den Isthmus von Suez, resp. dessen Seen. „Ich betrachte heute dieses Wadi Tumilat aufmerksamer als früher, weil ich in demselben einen alten Nilweg zum Rothen Meere sehen mußte. Die ganze Configuration dieser sehr regelmäßigen Bodensenkung kann uns darüber nicht in Zweifel lassen, daß in ihr ein ausgetrocknetes Nilbett vorliegt. Hier floß der Strom wahrscheinlich kurz vor der historischen Zeit nach dem Isthmus ab und ergoß seine Fluthen theilwcise ins Rothe Meer, eine schwache Erhebung aus der Landenge und eine Senkung im Norden, die ja heute noch bei Alexandrien verfolgt werden kan», drängte den Nil wieder nach Norden. Vielleicht hat dieser Wechsel nicht nur einmal, sondern wiederholt stattgefunden, und dann bildete das Wadi Tumilat stets ein offenes Ventil, wenn der Nilweg nach Norden aus irgend einem Grunde verstopft wurde." In einem Dorfe neben Zala-Egerßeg (Ungarn) lebt ein achtzigjähriger Greis, M. Lipschitz, der neben kümmerlichem Broderwerb Zeit und Muße fand, sich nicht nur umfassende theologische, sondern auch bedeutende philosophische Kenntnisse zu erwerben. Er brachte es auf autodidaktischem Wege so weit, daß er ein eigenes System der Weltanschauung entwerfen und in deutscher Sprache niederschreiben konnte. Einen Verleger für seine Werke hat der ungarische Bauernphilosoph bis heute nicht gefunden. Franz Pulßky war so liberal, die Manuskripte als Deposit für die Museums-Bibliothek zu übernehmen, damit die Gedankenproduction eines ganzen Lebens zum Mindesten für den engsten Zirkel von Forschern und Gelehrten aufbewart werde. So berichtet „P. Lloyd". Wir tverden von dem Manuscript Einsicht nehmen und sodann auf den Verfasser und seine Schriften zurückkommen. Kg. Ieuitlelon. I — „Ach sie haben Die Deerdigung des Rabbiners Gutheim in Rew-Orleans. : iS1'!»?§1»o® r” Wir entnehmen den folgenden Bericht der in New-Orlea»s Wohl noch selten hat das Erbleichen eines Menschen in erscheinenden „Tägliche deutsche Zeitung." vom 15. Juni j hiesiger Stadt ein solch allgemeines Mitgefühl erweckt, als wörtlich, weil er zugleich charakteristisch für die amerikanische das des so allgemein beliebten, gelehrten Rabbiners der Auffassung und Sitte ist. | Tempel Sinai Gemeinde, welcher nahezu vierzig Jahre seinen

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