Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 21 (18.5.1886)
- Date
- 1886-05-18
- Page
- Seite 332 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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332 Zerstörung des zweiten Tempels." Friedmann war ein bedeutender Talmudist und ein ausgezeichneter Kenner des gelammten rabbinischen Schriftthums. Politisch liberal und Feind aller reaktionären Bestrebungen, huldigte er innerhalb der jüdischen Theologie nur dem gemäßigten Fortschritte, der von der nivellirenden Reform wie von der stabilen Orthodoxie gleichweit entfernt war." (Leider aber mußte er in Folge eines moralischen Conflikts sein Amt niederlegen.) Turek, 30. April. (Literarische Notizen.) „rpDNn". Illustrirtes hebräisches Jahrbuch für das Jahr 5546, II. Jahrgang, herausgegeben von N. Sokolow, Redakteur der „Hazefira" in Warschau. 800 S. gr. Octav (Selbstverlag). Das in eleganter Ausstattung mit Geschick und Umsicht, mit Fleiß und Gelehrsamkeit redigirte historisch-literarische Jahrbuch erfreut sich mit Recht einer großen Beliebtheit und Anerkennung, da außer dem zum praktischen Bedürfnisse gebotenen vollständigen Jahreskalender, Biographien mit Porträts, (des Chacham Baschi Halevy in Constantinopel, M. Straschun in Wilna, Dr. Loewe in Ramsgate, I. H. Weiß in Wien) dem Buche vorangehen, welches historisch-chronologische Register der Juden und das Judenthum betreffend, Uebersichten der Zeitereignisse, der Literatur, der geschäftlichen und socialen Calamitäten, der Naturwissenschaften und Erfindungen u. dgl., Statistik, Geographie, Zeitgeschichte, Theologie, Exegese, Recensionen das Judenthum und die jüdische Wissenschaft betreffender Werke, Geschichtsforschung und Literaturkritik, Nekrologe und andere lehrreiche Beiträge, auch zahlreiche belletristische und wissenschaftliche Arbeiten von den namhaftesten hebräischen Schriftstellern und Gelehrten, wie Gottlober, Slonimski, S. L. Gordon, Dr. Steinschneider, Prof. Kaufmann, Schulmann u. a. enthält und durch außerordentlichen Reichthum, Gediegenheit und Mannigfaltigkeit des Inhalts auf dem wissenschaftlichen Gebiete im Allgemeinen und für die jüdische Geschichte und Literatur insbesondere, wie durch Billigkeit des Preises (incl. Port. 4 M!) sich auszeichnet. Wir wollen noch zum Vorstehenden nur einzelne mittheilenswerthe Arbeiten hier hervorheben: Tie Uebertragung Dr. Schwabachers Broschüre: „Von Heliopolis nach Berlin." Geschichte der Juden in Sicilien von M. Güdemann. Ueber den Amoräer Samuel und aus seinen Aussprüchen im Talmud eonstruirte Charakteristik DC^'n bi irrLn'i), vom Herausgeber, R. Saadia Gaon, seine Zeit, seine Streitigkeiten und sein System, eine biographische Skizze von I. H. Weiß. Die jüdische Philosophie von Dr. I. Oppenheim. Menachem di Lunsanos Glossen zum Talmud Jeruschalmi (Manuscr.) mit Noten, Emendationen und Quellenangabe von S. Buber. Die Biographie des Amoräers Abaja (^in) von M. S. Antokolski mit Glossen von M. Straschun. Ueber Medizin von Dr. Fränkel. Ferner H. Heines „Belsazar" (Gedicht rhythmisch übersetzt von A. Rosenfeld, Schillers Resignation und Ideale von N. Spiro u. s. w. — Wir wünschen recht innig, daß auch der diesjährige „Haassif" die weite Verbreitung und Förderung finden möge, die er verdient. — Gleichfalls ist von obengenanntem Verfasser jüngst eine gut bearbeitete und in neuhebräischer Sprache schön geschriebene Geographie Palästinas unter dem Namen „Erez Chemda," nach den neuesten Quellen und Berichten der bedeutendsten Touristen, nebst einer deutschen Karte Palästinas nach der neuen englischen Landesaufnahme, bearbeitet von H. Kiepert und einer sehr gelungenen photographischen Abbildung der Colonie „Rischon Le-Zion" bei I. Goldmann, Warschau (191 S. 12) erschienen. Auch enthält das Büchlein Oliphants Reiseberichte über Palästina aus dessen „Daml of Gilead“ übersetzt. — Außer dem hebr. Tageblatt „Hajom", welches von Dr. Komtor in Petersburg herausgegeben wird, hat auch die populär-wissenschaftliche hebräische Wochenschrift „Hazefirah" in Warschau vom 1. April an täglich zu erscheinen angefangen. Nicht allein für jüdische Interessen tritt sie ein, sondern giebt auch Berichte über Politik, Weltbegebenheiten, gewerbliche und Geschäftsangelegenheiten. — Herausgeber und Redakteur dieses Blattes sind: die Herren Ch. S. Slonimski und N. Sokolow. Ich wünsche ihnen besten Erfolg! — Zum Schluffe erwähne ich noch, daß Ihr historischer Roman „Jakob Tirado", der bereits von dem Gelehrten S. I. Finn ins Hebräische übersetzt erschienen ist (Romm, Wilna), auch in klassisch russische Sprache von Peter Weinberg übertragen worden, und in den diesjährigen Landauffchen jüdisch-wissenschaftlichen russischen Monatsheften des „Woschods" (Petersburg) abgedruckt ist. Hoffentlich wird, wie verlautet, auch diese Uebertragung in einer Specialausgabe erscheinend) Moses Feinkind. l) Wir wünschten wohl ein Exemplar der russischen und hebräischen Uebersetzung zu erhalten. Redakt. JeuiLleton. m , , v ..... . mi . .!selben an dieser Stelle zu gedenken: denn Börne war von 1»dw,g z°r«e° hu»derti»hnger Gkd»r,«>ag jjabiMet M,-,>„»»», -nd trat f». b.e ®<«i#.OunS b« ant 6. Mai 1886. 'jguben mit voller Kraft ein. Die „Franks. Z." vom 6. Mai Dieser Tag wurde in Frankfurt a. M., der Vaterstadt bringt einen enthusiastischen Leitartikel und einen gleichartigen Börne's, festlich begangen und sein Denkmal daselbst, sowie Feuilletonartikel von Johannes Proelß. Aus dem letztern auch sein Grab in Paris geschmückt. Auch wir haben des-! stellen wir den sehr interessanten Anfang hierher.