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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-05-18 · Heft 21 (18.5.1886) · p. Seite 327

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 21 (18.5.1886)
Date
1886-05-18
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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327 und in vollen Zügen aus dem klaren, erfrischenden Borne, aus der Quelle des Heiles schlürfen. ') So steht Zunz vor uns in seinem Schaffen und Wirken als ein großes Vorbild, als eine erhabene Erscheinung, als einer der Bahnbrecher des Judenthumes, als einer der großen Lehrer, die einen eigenen Weg einschlugen, die unbetretene Pfade bahnten und ebneten, die neue Quellen der Belehrung erschlossen. Wie die Thatcn der Soferim eine neue Epoche alles jüdischen Wissens und Glaubens bezeichnen, wie Akiba das Wort der Deutung in die Literatur der Mischna goß, wie die talmudische Halacha die Geistesarbeit vieler Jahrhunderte umfaßt, wie die Agada ein eigener Tempel der sittlichen Belehrung im Judenthume wurde, wie Sadja und i) Jesaj. 12. 3. njwn npcd 'iWBO q'd □nuNin. Maiinun der jüdischen Wissenschaft im Geiste der Philosophie eine neue Richtung gaben, so pflanzte Zunz einen neuen Baum der jüdischen Kenntniß, die echte historische Forschung. Er wird ewig blühen, mit den andern Stämmen in dem Garten des Glaubens wetteifern an Kraft und Gedeihen. Der Strom, den er aus dem tiefen Quell des Wissens hinfließen ließ, ist ein Quell des Lebens für die Geschlechter der Zukunft, seine Gewässer ziehen daher aus dem Heiligthume der Gotteslehre, und rings an den Ufern gedeiht Frucht und Pflanzung, zur Geistesnahrung, zu erfrischendem Heil und zum Segens) i) Ezech. 47. 12. r>“B rvn D'nuv non BHpDn p vü'ü -o riDnn^ irptyi Deutschland. Hamburg, 9. Mai. (Privatmitth.) Gestatten Sie mir eine Berichtigung zu der vom hiesigen Fremdenblatt abgedruckten Notiz in der vor. Nummer der Allg. Zeitung d. Jud. Es kann nicht von einer „Wiedereinführung" der Confirmation" die Rede sein, denn letztere hat seit dem Bestehen des Tempels äs facto fast alljährlich von beiden Predigern an 2 verschiedenen Tagen stattgefunden.') Auch in diesem Jahre hat Herr Dr. Jonas Sonntag am 4. April seine Schüler confirmirt. Am 6. Mai hat die feierliche Grundsteinlegung des neuen Rathhauscs stattgefunden, zu welcher auch die Geistlichen des Tempels und des Shnagogenverbandes — vom Senate eingeladen waren und in vollem Ornate erschienen sind. Köln, 4. Mai. Der zweite Bürgermeister Dr. Roscnthal (Israelit) hat seine Entlassung eingereicht. Hierüber schreiben die Kölnischen Zeitungen: Die Nachricht, daß der beigeordnete Bürgermeister Dr. Rosenthal den städtischen Dienst verlassen und in den Staatsdienst übertreten wolle, hat in weiten Kreisen der Bürgerschaft Bedauern hcrvorgerufen. Die Verwaltung und das Stadtverordneten-Kollegium haben diesem Bedauern durch eine Abordnung Ausdruck geben lassen, welche Herrn Rosenthal die Anerkennung für sein pflichttreues und erfolgreiches Wirken im Interesse der Stadt Köln anssprach und ihm zugleich im Namen der Stadtverordneten- Bersammlung einen sechsmonatlichen Urlaub anbot mit dem Wunsche, daß seine Gesundheit, die im Dienste der Stadt ’) War dies unter dem sel. Salomon, Kley und Frankfurter auch der Fall? Redaktion. gelitten, sich wieder kräftigen möge. Zugleich wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Bürgermeister Rosenthal der Stadt Köln erhalten bleibe." Chemnitz, 2. Mai. Unter zahlreicher Betheiligung von Delegirten aus allen Theilen Deutschlands fand Hierselbst die Delegirtenversammlung des Allgemeinen deutschen Schnlvereins statt. Die erste Sitzung wurde von dem Stabsarzt Dr. Falkenstein (Berlin) mit einer Rede eröffnet. Unter Anderem sagt er: „Früher sei immer der deutsch-österreichische Schulverein ein Vorbild cinmüthigen Zusammengehens gewesen; dies sei nun leider nicht mehr der Fall, seitdem in seinen Reihen, ganz besonders in Wien, eine antisemitische Strömung Platz gegriffen habe, die der allgemeinen Sache zum Schaden gereicht. (Rufe: Sehr wahr! Sehr richtig!) Wenn der Allgemeine deutsche Schulverein auf der Höhe seiner Aufgabe stehen bleiben wolle, dann müsse er allen politischen und konfessionellen Streitigkeiten fern bleiben; er dürfe nur eine Aufgabe im Auge haben, das ist die Erhaltung und Stärkung des Deutschthums. Hoffentlich lverde diese Einsicht unter den deutschen Brüdern in Oesterreich bald wieder einkehren und jene undeutsche Art konfessioneller Unduldsamkeit aus den Reihen des deutsch-österreichischen Schulvereins verschwinden." (Stürmischer Beifall.) Munster, Ende April. Wir werden um Aufnahme folgenden Circulairs ersucht und verbinden damit die nachdrücklichste Empfehlung. Redaktion. „Nachdem es dem Unterzeichneten Kuratorium nach jahrelangem Bemühen gelungen war, ein den Zwecken der von ihr verwalteten Anstalt entsprechendes neues Seminar-Gebäude herzustellen, wurde dasselbe am 28. September vorigen Jahres

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