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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-05-04 · Heft 19 (4.5.1886) · p. Seite 296

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 19 (4.5.1886)
Date
1886-05-04
Page
Seite 296 (sequence 8)
Language
German
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Werk, zu welchem der Verf. vielen Scharfsinn und großen Fleiß mitbrachte, unterscheidet sich von seinen vielen Vorgängern (seit Kornick 1825) durch Cvrrectheit und viel größere Leichtigkeit, die Daten aufzufinden. Hierzu verwendete der Vers, eine neue sinnreiche Methode, die er näher beschreibt. Die Tafeln dienen zur Aufstellung des jüdischen Kalenders eines gegebenen Jahres und zur Jdentificirung der jüdischen Daten mit den christlichen julianischen bis zum 4. Oktober 1582, mit dem gregorianischen von da ab. Man sieht leicht ein, wie wichtig dies für die jüdische Literatur und Geschichte ist. Die Haupttafel beginnt mit dem Jahre 801 der christlichen Aera und schließt mit dem christlichen Jahre 2000. Doch können die Tafeln 16—19 zur Jdentificirung dienen, da sie sich auf die christlichen Jahre 1—3000 erstrecken. Das Werk ist prachtvoll ausgestattet, und der Verfasser hat sich ein wesentliches Verdienst erworben. — Wie hart jetzt der antisemitische Kampf in Oesterreich sich abspielt, kann man auch aus folgendem literarischen Unternehmen erkennen: „Berühmte Männer und Frauen. Ein illustrirter Protest gegen den Antisemitismus. Herausgegeben von Du. Carl Sigmund Grünfeld. Jllustrirt von Carl Edler von Stur. Wien, 1886, Waizner." Auf Tafeln im größten Folio werden die Brustbilder „berühmter" jüdischer Männer und Frauen und zu diesen ganz kurze Biographien gegeben, welche letztere von den Thaten und Verdiensten der Conterfeiten einen höchst geringen Begriff zu geben vermögen. Die Bilder sind, wie wir an denen bemerken, welche wir persönlich gekannt, portraitähnlich, aber von geringem künstlerischen Werthe. Das Unternehmen spräche für sich — auch Berthold Auerbach in Verbindung mit O. Spazier gab, aber in einem ganz anderen Geiste, eine „Gallerie der ausgezeichneten Israeliten aller Jahrhunderte, ihre Portraits und Biographien" (Stuttgart, 1834—38) heraus, von welcher jedoch nur 5 kleine Lieferungen erschienen — aber der Zusatz „ein illustrirter Protest gegenden Antisemitismus "verleiht ihm einen besonderen Charakter. Der Herausgeber will „den Beweis liefern, daß es keinen Zweig des menschlichen Wissens und Forschens, und kein Gebiet der nützlichen wie der künstlerischen Thätigkeit giebt, auf dem nicht Männer und Frauen semitischen Ursprungs mit Auszeichnung und Erfolg gearbeitet hätten." Diesen Zweck hätte der Herausgeber mehr erreicht, wenn er nur irgend ausführlichere Biographien hinzugefügt hätte, aus welchen die Verdienste und Erfolge der portraitirten Männer und Frauen für Jedermann sichtbar geworden wären. So aber werden hier viele Männer aufgeführt, deren Berühmtheit dem großen Publikum kaum bekannt sein möchte. Auch ist weder eine chronologische noch eine systematische Anordnung getroffen, sondern Alles bunt durcheinander. Der Zweck, der verfolgt wird, berührt nicht die Religion, sondern nur die Abstammung, und daher besteht der größere Theil der Portraitirten in getauften Juden, wohingegen von den Männern, welche sich um das Judenthum verdient gemacht haben, nur Wenige Platz fanden, was um so mehr auffällt, als z. B. sämmtliche Rothschilds von ihrem Ahn an bis jetzt abgebildet sind. Leicht bemerklich ist es ferner, daß die bei Weitem größte Zahl in Oesterreichern besteht, während aus allen übrigen Theilen der Welt nur sehr Wenige ausgenommen worden. Jndeß besagt der Titel, daß wir erst die erste Serie vor uns haben. Wie gesagt, unter den gezeichneten Bedingungen würde das Unternehmen noch einigen Werth haben, wenn es sich in den Biographien um mehr als bloße Nomenclatur handelte. — Zum Jahresbericht der israelitischen Religionsschule zu Frankfurt a. M. gab der Leiter derselben, Rabbiner vr. M. Horovitz, diesmal „Jüdische Aerzte in Frankfurt a. M." (Kauffmann 1886) heraus. I)r. H. hat schon in solchen Beilagen eine verdienstvolle Arbeit über die Geschichte des Rabbinats in Frankfurt geliefert. Das vorliegende Heft besteht wesentlich in einem Vortrage, den der Verf. in dem dortigen Verein für jüd. Geschichte und Literatur gehalten, über den wir bereits berichtet haben. In dieser Ausgabe sind die Belegstellen und weitere Ausführungen hinzugefügt. — Herr Rabbiner Dr. S. M. Schiller-Szinessy edirt von Neuem die unter dem Titel „Massa Ba’ arab“ bekannte Beschreibung der vierjährigen Reise Samuels Romanelli aus Mantua (später in Berlin) in den Barbaresken-Staaten, sowie besonders der jüdischen Zustände in jenen Ländern gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Diese Reisebeschreibung erschien zum ersten Male in Berlin 1792, in Wien (von Letteris 1834) und in Wilna 1835. Eine vierte ist uns nicht bekannt, aber der neue Herausgeber bezeichnet seine Edition als fünfte. Er veröffentlicht einen verbesserten hebräischen Text, eine englische Uebersetzung, kritische Bemerkungen und eine Biographie des Autors. Bis jetzt ist der erste Theil, den hebräischen Text enthaltend, in sehr freundlicher Ausstattung erschienen. — Rabbiner Dr. Rosenzweig in Teplitz hat (Neuhaus, Landfraß Sohn 1886) seine in Nr. 2 dieser Zeitung veröffentlichte Abhandlung „Künstler und Jugendbildner, eine pädagogische Parallele", separat herausgegeben. — Unter dem Namen giebt A. H. Zupnik eine hebräische Monatsschrift in Drohobycz heraus, von welcher das 1. Heft (Nissan) erschienen ist. Der Inhalt ist mannigfaltiger Art und enthält das 1. Heft kleinere Aufsätze von anerkannt tüchtigen Gelehrten. — rinn; n "dn ’djju , ein Lehrgedicht über die Accente der biblischen Bücher n"DN (Hiob, Sprüche und Psalmen) nebst Commentar von Joseph b. Kalonymos aus der zweiten Hälfte des 13. Säculums hat Dr. A. Berliner Herrn M. G. Lewy zu seinem 70 jährigen Geburtstage gewidmet (Berlin, Rosenstein & Hildesheimer 1886) Er fand das Lehrgedicht in einem handschriftlichem Anhänge

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