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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-02-02 · Heft 6 (2.2.1886) · p. Seite 93

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 6 (2.2.1886)
Date
1886-02-02
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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!'3 Juden einstellt. Bis dahin müssen wir es als nirgends — Man schreibt aus Shang-Hai an das englische anders vorkommendes Factum ansehen, da der Wohlthätig- Blatt New Chronicle, daß die Anzahl der Israeliten, welche keitssinn der Juden einem Zweifel nicht unterliegt. ' in diesem für China so wichtigen Hafen wohnen, seit den Unn,24. Januar. (Notizen.) Man"schreibt aus letzten Jahren bedeutend genug geworden ist, um das Be- Berlin- Der Handelsrichter Commerzienrath Samuel Aron : dürfniß fühlbar zu machen, eine größere Synagoge zu bauen. beging am 16. d.M. die Feier seines siebzigsten Geburtstages.!Der neue Tempel, welcher eine der architektonischen Zierden Dem Jubilar, der seiner großen Wohlthätigkeit wegen all-^er chinesischen Stadt ist, wurde am Tage vor unseren letzten gemein beliebt ist, wurden an seinem Ehrentage vielfache <^>en Feiertagen eingeweiht. - Aus Groß-Kanizsa (Un- Ovationen von nah und fern zu Theil. Am Morgen seines S°r») wird uns geschrieben: Der Direktor der hiesigen isr. Ehrentages begrüßte ihn ein Ständchen. Im Laufe des schule Hr. Adolph Eichburg, ist den 16. d. M. im Alter Tages erschienen vielfach Deputationen von Behörden und!'»'" °^zig Jahren verschieden. Der Verstorbene wurde aus Anstalten, u. A. eine Deputation der Handelsrichter, geführt! Böhmen hierher berufen und hat über fünfzig Jahre als von den Landgerichtsräthen Lehweeß und Koppätzky; des Schulmann gewirkt. - Der durch seine lexikographischen Vereins der Freimaurer in Berlin, unter Führung des Geh. Werke berühmte Herr vr. Wilhelm Freund in Breslau Raths Fritze, welcher dem Jubilar unter dankbarer Auer- ^ert am 27. Januar seinen 80. Geburtstag in voller geistiger kennung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Humanität! und körperlicher Frische. Wir vernehme«, daß er zetzt noch ein kostbares Album, geschmückt mit den Photographien sänimt- 3U e'nem größeren klassischen Werke Kraft und Zeit gefunden licher Brüder seiner Loge, überreichte, des Vereins gegen (Dieser Gelehrte nahm auch einen regen Äntheil an Verarmung und Bettelei. Ferner erschienen Vertreter : den inneren Kämpfen der Breslauer Gemeinde („Fünf Send- Berliner Produkten-Börse, deren Sachverständiger der Jubilar (ch^iben an Geiger" Breslau 1846) sowie an dem Kampfe ist, und die Sachverständigen der Produkten-Börse; Vertreter ^ie bürgerliche Stellung der ^udeu in Preußen («Zur des Vorstandes und der Repräsentanten der jüdischen Ge- Judenfrage Heft 1—12 Hefte, Berlin und Breslau 1843. meinde zu Berlin, des Rabbinats u. s. w. Sonntag Abend. 1 ®44.) — fand zu Ehren des Jubilars ein Festessen bei Arnim statt. Aeui Memtl,'s Hochzeit. Episode aus einer Afrikareise. Bon Clara Biller. (Aus der „Deutschen Rundschau." 0 Die Verfasserin dieser „Episode" befand sich in Cadix, als Gesundheitsrücksichten sie bewogen, nach Tanger überzusiedeln. Wir entnehmen ihrer interessanten Beschreibung den Theil, der sich auf die dortigen Juden bezieht. — Sie erzählt: Es verstand sich, daß ich ohne Führer» nicht ausgehen konnte; der meine war vortrefflich. Ich dankte ihm der Empfehlung des Ingenieurs vom „Velonero", der ihn als Krankenpfleger während des spanischen Feldzugs in Marokko erprobt hatte. Er war Jude, nannte sich Isaak und sprach arabisch, französisch und spanisch. Das letztere mit Vorliebe. Die jüdischen Colonien Afrikas stammen alle von spanischen Juden ab, die der große Heilige, Vicente Ferrer, einst aus dem Mutterlande gepredigt hat. Meine Briefe nach Hause, denen ich hier möglichst getreu folge, nahmen nur einen kleinen Theil des Tages in Anl) Mit Zustimmung der Redaction und der Berlagshandtung der „Deutschen Rundschau". Weiterer Nachdruck untersagt.' Redact. l eton. l spruch. Da mein Zimmer sich gut als Atelier verwenden! ließ, beschloß ich, ein kleines Bild zu malen, das mir längst im Sinne steckte, und trug Isaak auf, sich nach einem Modell umzusehen. Schon am nächsten Morgen brachte er mir ein - allerliebstes Judenmädchen, die in der Nähe mit einer blinden! Großmutter wohnte und gern ein paar Pesedas verdienen : wollte. Sie war Waise, fünfzehn Jahre alt, und hieß Menah. Ihre Erscheinung nahm mich forschend sehr für sie ein. „Wie angenehm ist es für mich" — redete ich sie an, nachdem Isaak sich entfernt — „daß ich in Dir eine Ge- | feHjdjaft bekomme und nicht mehr allein frühstücken muß.!Denn ich darf Dir wohl eine Tasse Chocolade anbieten, l Das „Du", das sie mir gegenüber ebenfalls sehr oft an^ wendete, hing mit der alten spanischen Sprachform zusammen, I bie ihr gebräuchlich war.! „Ich danke Dir, Christin" — auch sie sagte: Christin,; was mich sehr amüsirte — „aber ich darf aus Deiner Tasse! nicht trinken, sie ist nicht mehr rein." j Höchst verwundert starrte ich sie an. Leider hatte ich -auch das Ei berührt, das ich ihr im Eierbecher neben die! Tasse gestellt, wodurch es ebenfalls „unrein" geworden.! „Es wird mir nicht schmecken. Menah, wenn Du nicht

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