Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1886)
- Date
- 1886-01-19
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Das Grab Moses Mendelssohn's auf dein alten israelitischen Friedhofe in der Großen Hamburger Straße war gestern anläßlich des hundertsten Sterbetages des Philosophen mit Kränzen reich geschmückt. Es ist ein einfaches, umgittertes Grab mit einem schlichten, weiß gestrichenen Grabsteine. Die Inschrift in hebräischer Sprache lautet: „Hier ruht der weise Moses Mendelssohn". Hierauf folgt das Datum der Geburt und des Sterbetages. Aehnlich läutet auch die deutsche Inschrift, die erst später angebracht zu sein scheint. Der Friedhof selbst ist seit dem 24. Juni 182? grschlvsse» und entbehrt deshalb jeder Pracht. Es war eine alte fromme Sitte der Juden, die Leichensteine höchst einfach zu gestalten, die der Reichen, der angesehenen Männer oder gar der Rabbiner zeichnen sich nur durch ihre etwas hervorragendere Höhe aus. Bei den Rabbinen ist auch eine längere Inschrift — natürlich hebräisch — mit der Angabe der von ihnen verfaßten Werke angebracht. Hier und da sieht man auch auf der Rückseite des Grabsteines eine deutsche Inschrift, einer späteren Zeit entstammend. In der Nähe des Mendelssohn'schen Grabes befindet sich die Ruhestätte seiner nächsten Verwandten und Freunde. Wir fanden den Namen des Veit, des ersten Gemahls der Dorothea Mendelssohn, nachmalige Frau von Friedrich Schlegel; ferner Marcus Herz, Gatte der durch Geist und Schönheit ausgezeichneten Henriette Herz, David Friedländer, die Eltern der Henriette Herz, einer jüdisch portugiesischen Familie entstammend. An anderen beachtenswerthen Monumenten fanden wir den Grabstein des Samuel Speier, der den Friedhof im Jahre 1672 angekauft, nachdem der Große Kurfürst den Juden die Ansiedelung in Berlin im Jahre 1671 gestattet hatte. Ein Urenkel in achter Generation hat im Jahre 1881 in pietätvoller Widmung den Gedenkstein mit hebräischer und deutscher Inschrift anbringen lassen. Dem zuerst auf diesem Friedhofe (1672) Beerdigten, Namens Aschkenasi, ist ebenfalls ein Gedenkstein gewidmet. Etwas seitwärts erblicken wir das Grab eines — wie es angegeben ist — angesehenen Mannes, Namens Joseph Rintl, der im Jahre 1805 bei einer Feuersbrunst den Tod gefunden, indem er in Feuersgefahr sich befindende Menschen retten wollte. Eine hebräische Inschrift verkündet in schlichten Worten diesen Opfertod. (Berliner Börsen-Courir.) Wie Namen entstehen. Als Beitrag zu diesem Thema kann ich Ihnen mittheilen, daß Aehnliches, wie Sie in Nr. ö0 erzählen, hier vorgekommmen ist. Ein Hiesiger, der sich auch einen anderen Namen beilegen sollte, wußte sich nicht zu helfen. Nachdenkend sah er endlich die vor sich liegende Burg Hohenzollern (im Volksmunde nur „Zoller" genannt) und bat nun um den Namen „Zoller". Dies wurde ihm verweigert wegen der Grafen von Zollern und auch um Mißbrauch dieses Namens zu verhüten. So nennen Sie mich wenigstens „Zeller", rief er aus und dadurch bekam er diesen Namen, der bis vor Kurzem hier noch existirte. S. Flehinger in Hechingen. Anzeigen. werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- GjXjxj folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Für die Synagogengemeinde Aumund suche ich einen geprüften ^La.100 Religionslehrer, Vordeter und Schochet zum baldigen Eintritt. Gehalt neben freier Wohnung. Heizung und Bedienung 700 M. fest. Revenüen ca. 200 M. Landrabb. vr. Buchholz, Emden. Für meine 3 Kinder im Alter von 10, 9 und 7 Jahren suche ich zum 1. Mai d. I. eine Erzieherin mit guten Zeugnissen, die das Examen für höhere Töchterschule bestanden. Musikalisch erwünscht. Offerten mir Gehaltsansprüchen nebst Photographie bitte an mich zu senden. ^Lc.76 Brünen b. Wesel. L. Elkan. rirdrichshaller J3itt£VQVLBlle9 rn Folge verbesserter Fassting jetzt bedeutend reicher an mineralischen Bestandtheilen> noch wirksamer a. deshalb billiger als bisher. Altbewährtes Heilmittel bei: Verstopfung, Trägheit der Verdammg, Verschleimung, Hämorrhoiden, Ma%enkatarrh, Frauenkrankheiten, trüber Gemüihs Stimmung, Leb er leiden, Fettsucht, Gicht, Blutwatlungen etc. Friedrichshali bei Hildbur?hausen. Brunnendirektion. Cotillon und Carneval Geqenstände, komische Mützen Orden, Knallbonbons, Masken, Perrücken, Touren. Attrapeu, Costüme aus Stoff. Bigotphones und alle weiteren Specialitäten empfiehlt die Fabrik von Gelbke & Benedictus, Dresden. Jllustr. deutsch. u.sranz.Preiscourantegratisu.srco.