Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 2 (5.1.1886)
- Date
- 1886-01-05
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
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28 Besagte Kinder von hier allmälig eingewanderten armen polnisch-jüdischen Familien genießen das Jahr hindurch jüdischen Unterricht in einer Schule, die dem kräftigen lebhaften Interesse unseres Rabbiners Herrn Dr. Klein ihre jetzige Existenz zu verdanken hat, betreffs sowohl der großen Anzahl Schüler, als auch der lebhaften Theilnahme so vieler bemittelten Genieinde-Mitglieder, welche, bei jenem Feste ebenfalls zugegen, mit reichlichen Spenden zu der guten Sache mitgewirkt hatten. Das Fest begann damit, daß der Herr Cantor Rosenberger, auch Lehrer bei der fraglichen Schule, die „Chanukah-Lichter" anzündete, wonach die Kinder einen Gesang anstimmten. Hierauf richtete der Herr Rabbiner an die versammelte Jugend ein mahnendes Wort, welches, auf die ursprüngliche Veranlassung und Bedeutung des „Chanukahfestes" hinweisend, zugleich betonte, was das Israel der Gegenwart hieraus zu lernen habe, und schließlich auch die Kinder an die unabweisbaren Bedingungen erinnerte, ohne deren strenge Beachtung ein würdiges Lebensziel durchaus unerreichbar wäre. Nachdem die Kinder verschiedene Erfrischungen genossen und reichliche Geschenke empfangen hatten (eine große Anzahl wurde mit ganz neuen vollständigen Anzügen beschenkt), war das Fest zu Ende. Beim Anblick dieser großen Anzahl israelitischer Kinder, welche jetzt im 3. Jahr durch gebührende Belehrung an ihre Eigenschaft als Juden ernst erinnert werden, dürfte man geneigt sein, sich der Hoffnung hinzugeben, daß auch fernerhin die Worte des Propheten Stich halten würden- Y22px myciD-i iy*n josn nunc. Wenigstens bietet unser jetziger Herr Rabbiner Alles auf, was durch menschliche Kräfte für dieses Ziel erreichbar sein könnte. Während des letzten Wintertermins hat Herr Di-. Klein einmal wöchentlich an der Upsala Universität über die israelitische Literatur Borlesungen gehalten, unter deren aufmerksamen Zuhörern Professoren der Universität und mehrere andere Träger der Wissenschaft zugegen waren. Durch diese ganz freiwillige Arbeit hat Herr 1)r. Klein ebenfalls einen namhaften Beitrag zum wahren oan geliefert. I. I. widerte, daß ein solcher Einwand ohne Präcedenzfall und es unmöglich sei, denselben unter den Gesetzen und Gebräuchen der Vereinigten Staaten zuzulassen. Der Präsident wäre außer Stande, zu glauben, die große Familie civilisirter Nationen würde gestatten, daß ein solch' engherziges Princip ihren Zwischenverkehr beherrschen könne." Cincinnati, 5. Dez. (Privatmitth.) Die hier erscheinende „Deborah" beginnt in ihrer gestrigen Nr. eine Reihe von Artikeln über „die Bedeutung der Rabbiner-Conferenz Pittsburg am 16. bis 18. November." Der erste Artikel erhebt sich gegen die falschen Gerüchte, die über die Beschlüsse der Conferenz verbreitet würden. Es heißt hierüber: „Man hat im Volke ausgestreut, daß die Conferenz den Sabbath, die Beschneidung, ja sogar den persönlichen Gott beseitigen wollte. Wie und warum die falschen Gerüchte ausgestreut wurden, ist uns unbekannt. Wir wissen nur, daß es falsche, gänzlich unwahre Gerüchte sind. Die Conferenz hat sich auf keine theologische oder theosophische Definition eingelassen und gleich im ersten Paragraphen den jüdischen Gottesgedanken als das oberste Prinzip aller Religion hingestellt, weil eben in diesem Punkte im amerikanischen Judenthum keine Meinungsverschiedenheit obwaltet. In Bezug auf den Sabbath wurde die Aufrechterhaltung desselben einstimmig erklärt und die Frage war, ob ein Sonntagsgottesdienst, wo derselbe als nothwendig erscheint, weil Arbeiter und andere Leute am Sabbath dem Gottesdienste nicht beiwohnen können, zulässig sei, was von der Versammlung bejaht wurde. In Bezug auf Beschneidung wurde gar kein Antrag gestellt, folglich konnte nichts debattirt werden; die Frage, die zur Besprechung kam, war, ob erwachsene Proselyten beschnitten sein müssen, um in die jüdischen Gemeinde ausgenommen zu werden, und diese Frage wurde einer Commission überwiesen, die in der nächsten Conferenz darüber referiren soll. Diese Frage hat aber nichts mit der Bcschneidung jüdischer Kinder zu thun, sie gehört vielmehr in das Gebiet der Mission des Judenthums: Soll das Judenthnm in seiner Abgeschlossenheit verharren, oder soll es gebornen Nicht-Israeliten den Eintritt in den Bund Israels ermöglichen? Das ist die Frage." Die Gegner behaupten, daß in diesem Beschlüsse, daß | die Beschneidung für Proselyten für unmöglich erklärt wird, doch nur ein indirekter Angriff auf die abrahamitische Jn- Amertta. New-'9ork, im Dez. Die Keiley-Angelegenheit kommt stitution enthalten sei, denn man erkläre ja damit nicht zur Ruhe. Bon hier wird dem „Standard" gemeldet: „Der österreichische Gesandte hat den Staatssecretair Bayard in Bezug auf die Keiley-Angelegenheit verständigt, daß „die Stellung eines auswärtigen Gesandten, der mit einer Jüdin durch eine bürgerliche Trauung verheirathet ist, in Wien un- ' Beschneidung für den Eintritt in das Judenthum überflüssig und gebe den Grund für die Beibehaltung derselben betreffs der geborenen Israeliten auf. Ja, noch mehr, die geborenen Israeliten gehören schon der Geburt nach dem Judenthume an, wie will man ihnen jene als Bedingung vorschreiben, haltbar und sogar unmöglich sein würde." Mr. Bayard erwenn man Anderen, die erst in den religiösen Bund des