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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-01-01 · Heft 1 (1.1.1886) · p. Seite 11

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 1 (1.1.1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 (liberal), Tower-Hamlets; Baron Ferdinand v. Rothschild (liberal), Aylesbury; Sergeant Simon (liberal), Dewsbury; Lionel L. Cohen (conservativ), Paddington; Baron Henry de Worms (conservativ), Liverpool. Es befinden sich also unter ihnen fünf liberale und zwei conservative. Baron de Worms, Unterstaatssecretair im jetzigen Handelsministerium, hat jüngst bei einer Veranlassung eine sehr bemerkte Rede gehalten, in welcher er das Programm der Regierung entwickelte. Rühmend hervorzuheben ist, daß nicht wie in anderen Ländern, wo die jüdischen Deputirten dem Judenthume sich sehr fern halten, die oben genannten sieben englischen Deputirten sämmtlich für jüdische Interessen wirksame Männer sind. So ist Sir Julian Goldsmid Vorsteher der israelitischen Elementarschule und Vicepräsident der Anglo-Jewish Association, deren Präsident Baron de Worms ist und ein anderer Vicepräsident und Begründer derselben Sergeant Simon, Lionel L. Cohen ist Präsident der Synagogenverwaltung und Arthur Cohen Präsident des Board of Deputies, Samuel Montagu Präsident des israelitischen Arbeitervereins und Mitglied der Schechita-Behörde. London, im Dez. Der „Danziger Zeitung" schreibt inan: Im Folge des großen Zuflusses von aus Preußen ausgewiesenen Juden nach Rotterdam, von wo sich dieselben nach England und Amerika begeben wollen, ohne die Mittel zu besitzen, erläßt die Verwaltung der Stiftung Montefiore einen Aufruf an die holländischen Juden, in dem dieselben zu Beiträgen für die Emigranten aufgefordert werden. Amerika. New-Hork, 27. Nov. Nach den Aeußerungen der nordamerikanischen jüdischen Blätter, von denen die meisten reformistischer Tendenz sind, hat die Resolution — man sagt hier „Platform" — der in Pittsburg versammelt gewesener Rabbiner keinen großen Anklang in den Vereinigten Staaten gefunden. Der Occident" stellt die Urtheile aus dem Jewish Messenger", dem „Hebrew Standard“, dem „American Hebrew", dem „Hebrew Journal" zusammen, die sich sehr mißbilligend äußern. Die beiden Rabbiner vr. Spold und Hochheimer in Baltimore haben öffentlich gegen jene Resolution protestirt. Noch einige Zeit und man wird sie, gleich früheren ähnlichen Erklärungen, ad acta legen. Palästina. Jaffa, im Dez. Vor einiger Zeit meldeten wir, daß die türkische Regierung die Entwicklung der jüdischen Kolonie Samarin in Palästina unweit Caesarea in jeder Weise zu hindern suche. Nachdem in Haifa und in Acco — so schreibt man der deutschen „Petersburger Ztg.“ aus Haifa vom 25. Nov. — vergeblich Alles versucht worden war, das Land auf Herrn von Erlanger's Namen einzutragen und das Verbot des Häuserbaues in Samarin seitens der türkischen Regierung zurückzunehmen oder doch mit Stillschweigen zu übergehen, sandte der Pariser Baron v. Rothschild, der die ganze Kolonie allein erhält, einen Vertrauensmann, E. Scheid, nach Konstantinopel, um das Uebel an der Wurzel abzuschneiden, welche Radikaloperation auch nach ca. zweimonatlichen Unterhandlungen mit den betreffenden Ressorts (wie man sagt mit einem Aufwande von ungefähr 40,000 Mk.) vollständig gelungen ist. Die Besitztitel sind ausgefertigt, die Erlaubniß zum Bau von Häusern in beliebiger Anzahl ertheilt und 30 Holzhäuser, welche ans Galatz gebracht wurden sind bereits aufgestellt. Das Land ist in Parzellen getheilt und den einzelnen Familien zugewiesen worden, damit ein Jeder für sich selbst arbeiten muß. Da die Kolonisten bei Weitem genug Land hatten, so sind noch zwei anstoßende große arabische Dörfer und Länderkomplexe um den Gesammtpreis von mehr als 30,000 Rbl. angekauft worden. Baron Rothschild soll bereits 2 Millionen Francs für die Kolonie ausgegeben haben. Leider scheint die Verwaltung der Kolonie, welche in den Händen eines französischen Elsässers liegt, eine für die armen Kolonisten sehr drückende und mangelhafte zu sein und der Korrespondet des genannten Blattes wünscht, daß Baron Rothschild, welchen die Verwaltung bisher in Unkenntniß über die wahren Zustände erhalten habe, ein Machtwort zu Gunsten seiner geprüften Schützlinge sprechen möchte. Bonn, 20. December. (Notizen.) Manschreibt aus München vom 11. d. Heute Nachmittag hat die Beerdigung des Frhrn. Joseph v.Hirsch-Gereuth, trotz unfreundlichster Witterung, bei großer Betheiligung des Publicums stattgefunden. Wir bemerkten u. A. die k. Staatsminister, vr. Frhrn. v. Lutz und vr. v. Fäustle, den k. sächsischen Gesandten Hrn. v. Fabrice, den k. württembergischen Gesandten Frhrn. v. Soden, Oberhofmarschall Frhrn. v. Hutten, die Bürgermeister vr. v. Erhardt und vr. Widenmayer. Im Leichenhause widmete vor der reichgeschmückten Bahre Rabbiner vr. Perles dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachruf, worauf sich der Zug zur Grabstätte in Bewegung setzte. — Man berichtet aus Frankfurt a.M.: Am Donnerstag wurden sämmtlicheKinder der Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft und der israelitischen Volksschule in die neue Schule am Thiergarten eingeladen. Mehrere hundert Kinder in Begleitung ihrer Eltern erschienen am Chanukkahfestweihe in den Schulsälen, wo dieselben mit Chocolade und Kuchen rc. bewirthet wurden. Außerdem erhielten sämmtliche Kinder theils hübsche Spielsachen, theils praktische Gegenstände. — Ebenso berichtet man aus Posen: Am vorigen Sonnabend, i

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