Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1869)
- Date
- 1869-12-21
- Page
- Seite 1028 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1028 das zahlreiche und gewählte Publikum durch nahezu zwei Stunden in gespanntester Aufmerksamkeit zu erhalten. Wenige Tage vor Chanuka hat sich hier ein Verein gebildet Namens „Chanuka". Derselbe hat den Zweck arme Kinder am ersten Chanukaabend zu beschenken. Diesmal wird die Besciienkung erst am letzten Chanukaabenv stallfinden, da die Zeit vor Chanuka schon zu kurz war um die nöthigen Geschenke zusammen zu bringen. Bor der Bcrtheilung derselben wird Herr Prof. Kämpf eine Rede halten. Der Verein zur Unterstützung armer isr. Universitälshörer hat Herrn Prof. Wessely zu seinem Proteccor gewählt, derselbe hat die auf ihn gefallene Wahl angenommen und ist dem Vereine als stiftendes Mitglied mit 30 fl. Oe. W. beigetrcteu. M. Stark. Australien. Melbourne, im November. Bei der jüngsten Veränderung des Melbourner Cabinets ist Herr Cohen das einzige Mitglied, das in dem neuen geblieben ist. Cr übernahm ras Amt des „Oawmissioueiof Customs." Er war auch der einzige Minister, der ohne Opposition in den gesetzgebenden Körper wieder gewählt worden. Palästina. Jerusalem, 17. Novemb. (Privatmitth.) Unter diesem Datum erhalten wir von Herrn Albert Cohn eine Zuschrift, in welcher er einige Ergebnisse seiner Reise skizzirt, und die wir hier mit seinen eigenen Worten wiedergeben. Jerusalem, den 17. Nov. 1809. In Belgr ad wie in Bukarest fand ich bei den verschiedenen Lonsuln den kräftigsten Beistand, und habe die gegründete Hoffnung, daß in der ersteren Stadt der Regent, wie er cs mir versicherte, im Monate Februar der Skupschtina den Vorschlag unterbreiten werde, die Ausuahmsgcsetze aufzuheben; auch war ich mit der von H. Bernard Levh geleiteten Schule sehr zufrieden; Knaben wie Mädchen sprechen serbisch, worauf die Regierung viel zu halten scheint; in Bukarest sind die deutschen Schulen besser als die spanischen, ein kleines Hospital wird von den deutschen Juden erhalten, die sich überhaupt viele Mühe geben. Der Präsident des Kassationshofes, der unfern Glaubensgenossen den Weg anzeigte, wie der Proceß wegen Verletzung der den Juden schuldigen Verpflichtungen an ihn gelangen könnte, bot seinen ersten Beistand an, wie überhaupt die Consuln sich im Allgemeinen höchst günstig zeigten. In Rustschuk wurde unmittelbar eine Schule eingerichtet, die so Gott will eine schöne Zukunft vor sich haben wird; in Warna wünscht die Gemeinde, die ziemlich arm ist, nur einen Betrag zur ersten Einrichtung. In Konstantinopel sind die Schulen von Haskoi unter Leitung des Herrn Schmoll, die von Kuskuntschhk unter der des Hrn. Kohn in gutem Fortgange; die Mädchenschule unter Fräulein Mizrachi ist gut gehalten, aber weniger besucht, als sie es verdiente; die von Bolaat enthält etwa 70 Knaben, während jede der beiden anderen über 100 enthält, und einer festern Leitung benöthigt; Ortaköi will auch eine Schule eröffnen, und erwartet nur einen kleinen Beitrag, den wir ihm mit Gottes Hilfe zu beschaffen hoffen. In allen Schulen wird gm türkischgelehrt, was sehr nothwendig ist, da die Regierung, ungemein günstig gesinnt, nichts mehr verlangt, als einen Juden zum Pascha machen zu können. Behor-effendi, ein 22-jähriger junger Mann, erster Zögling unserer Schule in Haskoi, ist schon Levrstaire g&iOral aa Consal d’Etat. — In Jerusalem fand ich, Gott sei Dank, Fortschritt in jeder Beziehung, das Spital einzig in seiner Art im Oriente; auch verweilte der Kaiser von Oesterreich eine Viertelstunde in demselben, ließ der Familie Rothschild seinen Dank aussprechen, schrieb seinen Namen ein und ernannte den Di'. London, wie auch später den Chacham baschi zu Rittern des Fr. Joseph-Ordens: er besichtigte Schule und Synagoge und sprach mir, als ich die Ehre hatte, in der Gegenwart des katholischen Clerus eine Absprache an ihn zu richten, seine vollständige Zufriedenheit aus. Das Spital versorgt jährlich außer 470 Kranken in den Betten 1300 ambulante Kranke, Christen, Muselmänner, Juden mit ärztlicher Hülfe und Medicin. Die Mädchenschule, von S. Lionel Rothschild in London erhalten, zählt 60 Mädchen, eine wahre Oase in dieser Wüste; die Schule Herz mit 40, die von -,iv on-i mit 60 Kindern lehren auch arabisch, rechnen rc., die Handwerks-