Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1869)
- Date
- 1869-12-21
- Page
- Seite 1022 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1022 Strenge darauf gesehen werden, daß den jüngern und kräftigen Personen nur eine geringe Gabe, den alten und kränklichen Bettlern eine ausreichendere Unterstützung gewährt wird. Es ist jetzt wahrlich an der Zeit, daß alle Gemeinden einer jeden Provinz gemeinschaftlich sich vereinigen, das Bettel- und Vagabondenwesen, welches als ein mN»?: nyni: tief eingewurzelt ist, auszumärzen. Nur durch Vereinigung aller Kräfte wird das Ziel erreicht, Weit entfernt das jüdische Herz, den jüdischen Wohlthätigkeitssinn, die jüdische Liebe als a-yam ä’HOn ■’bmai 2'2wn-i welche Eigenschaften trotz tausendjähriger Verfolgung immer sich weiter vererbt haben, irgendwie schädigen zu wollen, sondern mna rrra! Die dreißigjährige Erfahrung hat es mir bis zur Evidenz klar erwiesen, daß 50 »/« der herumziehenden Bettler Betrüger sind, und wir sollen mit unsern Mitteln, die wir zu edlern Zwecken verwerthen können, den Arbeitsscheuen Vorschub leisten, und Betrüger unterstützen! Diesen Leuten sollen wir Geld geben, welches den 22“py °":y gekürzt wird! Es würde zu weit führen einen ausführlichen Bericht zu geben, wie gerade das jüdische rmnm nach vielen Seiten hin gemißbraucht wird, und die öffentlichen Blätter sind recht geeignete Organe, um alle Mängel aufzudecken, hier heißt es: dtsü nonm nvu ^212. Viele der Herren Rabbiner und Prediger unterstützen leider durch ihre Empfehlungsbriefe das eingewurzelte Uebel, und hat erst Einer den Anfang gemacht seinen Namen dazu herzugeben den Bettler aus M2»m zu empfehlen, dann folgen die andern Herren gestützt auf die erste Empfehlung und sagen: rvVy T>noa?“7 Nm inas z«?2 -m sie wollen nicht nachstehen und empfehlen weiter. Aber wie oft könnte man schon zur ersten Empfehlung sagen -p-is: -p3*5"- Gestützt auf diese abgelockten Bettelbriefe, durchwandern diese Müßggänger und Arbeitsscheuen die Welt, und schädigen die Ortsarmen, die in jeder Beziehung unser Mitleid in reicherem Maaße verdienen. Eine durchgreifende Abhülfe ist nur denkbar, wenn alle Gemeinden, zunächst die einer Provinz sich vereinigen um die gewerbsmäßig geleitete Bettelei durch kräftige Mittel zu beseitigen, und wer ehrlich und aufrichtig mit der guten Sache einverstanden ist, der biete die Hand dazu nnn ni2era aba Die geehrte Redacüvn wird gewiß gern das Unternehmen unterstützen helfen. B. Holländer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, 13. Dec. Wir erhalten folgende Zuschrift, mit dem Ersuchen, sie der Oeffentlichkeit zu übergeben. Berlin, 12. December. Erst heute habe ich, darauf hingewiesen, die Beilage zu Nr. 45 Ihrer Zeitung gelesen und fühle mich veranlaßt zur Beruhigung des Herrn Lebegott wie zu Ehren des Herrn Karnowskh einige Worte zu bemerken. Ich will nicht darauf eingehen, welche Ursachen den Nothstand unserer Glaubensbrüder in Rußland herbeigeführt, von wem jene Ursachen selbst wiederum in letzter Reihe verschuldet sein mögen. Die Controverse darüber ist in diesen Blättern reichlich und reiflich geführt, sie wird vom Central-Comit« in Königsberg fortgesetzt, durch den Bericht der Pariser Delegirten ergänzt, also nach menschlicher Berechnung zu dem Ziele geführt werden, die Wahrheit wenigstens so weit aus Licht zu stellen, als es nöthig ist um danach die praktischen Maßnahmen zur Abhülfe zu ergreifen. Möchten nur auch die Mittel zu ihrer Ausführung so reichlich fließen, als es nach der Meinung Aller nothwcndig ist. Was nun aber die von der Berliner Bcrsammlung mit lebhaftem Dank aufgenommenen Mittheilungen des Herrn Karnowskh betrifft, so fühle ich mich nicht blos berechtigt, sondern geradezu verpflichtet nach dem Eindruck, den ich davon erhalten habe, zu bekennen: Herr K. hat zwar gewisse Zustände beklagt, aber nicht „Anklagen" erhoben; er hat Thatsachcn geschildert, aber nicht, selbst wenn er sich geirrt hätte, „Verleumdungen" vorgebracht, dazu war sein ganzer Vortrag viel zu voll des ernsten Eifers und des wärmsten Interesses die Lage der Leidenden zu verbessern. Am allerwenigsten aber kann von „Gehässigkeiten" die Rede sein, die er vorgebracht haben soll; denn ich muß in meinem und meiner nächsten Freunde Namen erklären, daß wir uns vorzugsweise durch die Mittheilungen des Herrn Karnowskh dazu angespornt fühlen mit aller Hinge-