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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-11-16 · Heft 46 (16.11.1869) · p. Seite 927

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 46 (16.11.1869)
Date
1869-11-16
Page
Seite 927 (sequence 11)
Language
German
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man habe den Juden, welche gegen die letzteren stimmten, den Bann gedroht, was wiederum lächerlich. Daß schließlich die Gegner der Verfassung bei der Wahl den Sieg davontrugen, ist zwar bedauerlich, kann aber wenigstens den Juden nicht, wie man es in Böhmen gethan, in die Schuhe geschoben werden. Sie haben tapfer mitgewirkt, aber wir freuen uns, hinzufügen zu können, daß ihnen deshalb keinerlei Unbill wiederfahren ist. Dramburg (Pommern), 1. Nov. (Privatmitth.) Die A. Z. d. Jud. ist, wie sie dies zu aller Zeit bekundet hat, nicht blos bestimmt, Juden und Judenthum zu vertheidigen, wo sie ungerecht angegriffen sind, und das Gute in ihrem Schoße zu fördern, sondern auch das Tadelnswerthe aufzudecken, und zu dessen Beseitigung mitzuhelfen. Ich gestatte mir daher, Sie auf einen Artikel aufmerksam zu machen, den der „Stettiner Publicist" (Nr. 254) enthält, welcher ein scheußliches Treiben von Juden unter Juden in Galizien bespricht. Der Artikel beginnt: „Bis jetzt waren die Länder der Krone des heiligen Stefan von allen Oesterreichischen Provinzen ausschließlich der Schauplatz eines barbarischen Menschenhandels, förmlicher Ein- und Verkäufe von Mädchen, die in Türkische Harems oder Arabische Lusthäuscm wandern mußten. Leider zeigt es sich, daß auch Galizien in dieser Beziehung von den Anschlägen einer ganzen Bande solcher Händler nicht verschont blieb." Es werden nun mehrere Juden namhaft gemacht, welche in ihrer Heimath schöne, aber arnre Mädchen heirathen, sie dann nach dem Oriente bringen und dort verkaufen, dann zurückkehren und abermals heirathen. Es wird dann ein Brief einer solchen Unglücklichen aus Port Said in Egypten vom 24. Juli wörtlich mitgetheilt, mit welchem wir die Leser dieser Zeitung verschonen wollen. Die beiden Böscwichter, die an der Spitze des säubern Consortiums stehen, heißen Adolf Kleinfeld und Kalman Kornhäuser. Es steht zu erwarten, daß diesen Menschen nunmehr das Handwerk gelegt, und sie, wenn sie sich in ihrer Heimath wieder betreffen lassen, der strengsten Strafe anheimfallen. Wir möchten aus Galizien erfahren, ob diese ganze Mittheilung auf Wahrheit beruht, und n diesem traurigen Falle mögen alle Menschenfreunde zu sorgfältiger Aufmerksamkeit und zu energischem Eingreifen aufgefordert sein. Lehrer Silberstein. Amerika. Havannah, 26. Oktober. Am gestrigen Tage wurde für Cuba und Porto-Rico die Freiheit der Culte gesetzlich proklamirt. Correspondenz. Monatsberichte ans Ungarn, v. Neu-Verbaß, Ende September 1869. In der Sitzung der ungarischen Delegation vom 7. v. M. richtete das Delegationsmitglied, Obergespan Laudislaus v. T i ß a, an den gemeinsamen Kriegsminister folgende Interpellation: 1) Welche Vorkehrungen wurden in der gemeinsamen Armee getroffen, daß die, verschiedenen Konfessionen angehörigen Soldaten nicht gezwungen werden, an einem, ihrem Glaubensbekenntniffe widersprechenden Gottesdienste theilzunehmen? 2) Ist dafür gesorgt, und welche Vorkehrungen gedenkt der Kriegsminister zu treffen, daß der, welcher Konfession immer angehörige Soldat Gelegenheit habe, von Zeit zu Zeit einem, seinem Glaubensbekenntniffe entsprechenden Gottesdienst anzuwohnen und der erforderlichen kirchlichen Seelsorge theilhaftig zu werden? Diese beiden Fragen wurden in der Delegations- Sitzung vom 26.v. M. durch den Generalmajor Benedek in nachstehender Weise beantwortet: „Bezüglich des Gottesdienstes in der Armee ist auf der zweiten Seite des ersten Theiles des Dienstreglements als Prinzip ausgesprochen: Jedermann ist es gestattet, seine Andacht seinerseits zu verrichten. Bezüglich des Gottesdienstes nicht katholischer Soldaten sind schon 1781 und 1784 von seiner Majestät Verordnungen erlassen worden, welche der Hofkriegs- 46*

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