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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-10-19 · Heft 42 (19.10.1869) · p. Seite 849

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 42 (19.10.1869)
Date
1869-10-19
Page
Seite 849 (sequence 13)
Language
German
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849 schäften gemäß, auch der jüdische Religionsunterricht an allen im Königreiche Preußen befindlichen höheren Lehranstalten obligatorisch cingeführt werde/' — Die Neuwahl des Vorstandes konnte nicht vorgenommen werden, da die erforderliche Anzahl wirklicher Mitglieder des Lehrer-Vereins nicht anwesend war und mußte dieselbe wie auch die beantragte Abänderung einzelner §§ der Statuten der Unterstütznnnskasse auf die folgende Couferenz vertagt werden. Diese soll in der nächsten Pfingstwoche und zwar in Folge dringender Einladung der Gemeinde Münster durch Di'. Kroner nach einstimmigem Beschlüsse dort stattftnden. Der nächste Gegenstand „der Unterricht im Pentateuch" wurde, nachdem die Wichtigkeit desselben hervvrgehoben, wegen Abwesenheit des Referenten von der Tagesordnung gesetzt und für eine folgende Conferenz zurückgelegt. Eine weitere Conferenz-Arbeit „Das jüdisch-deutsche Lesen und Schreiben" wurde verlesen und kurz besprochen. Die nun folgenden „freien Besprechungen" ervssnete Di'. Kroner mit einem Berichte über das reorganisirte Seminar zu Münster, knüpfte daran den Wunsch einer künftigen Fusion der ähnlichen Anstalt zu Düsseldorf mit diesem Seminar und veranlaßte zum Schlüsse die Erklärung, „daß alle anwesenden Lehrer ihre materielle und geistige Unterstützung vorläufig der „ „Marx-Heindorf'schen Stiftung"" znwenden wollten." Es folgte dann ein gründlicher und anregender Vortrag von Cohen (Borken) über Stenographie nach Stolze, welchem die Versammlung, die aber schon große Lücken bot, mit Interesse folgte. Nachdem von anderer Seite die Gabelsberger'sche Stenographie empfohlen, dann wieder die Vorzüge der Stolze'schen in helleres Licht gestellt, wurde von einem Mitgliede der Versammlung der wiederholten Angriffe eines Herrn Rosenwald in Oestrich gegen Lehrer und Anstalt in Münster gedacht und einer scharfen Beurtheilung unterzogen. Während man nun allgemein — mit einer einzigen Ausnahme — diese Angriffe und die Art und Weise derselben als wenig ehrend für den Verfaster erklärte, hielt die Conferenz es für angemessen, dieselben mit Stillschweigen zu strafen, um so mehr, als Zweifel gegen die Legitimität dieser Geisteskinder des Herrn Rvsenwald laut und sie als von bekannter Seite inspirirt bezeichnet wurden. Treu erinnert daran, daß der Verein nunmehr seit 13 Jahren bestehe, wirft einen Rückblick auf diesen Lebensabschnitt deffelben und wünscht ein Organ für Seminar und Lehrerverein, ein Blatt speciell für Schule und Gemeindezwecke, da die vorhandenen Blätter, seiner Meinung nach, diesen Zwecken nicht hinlänglich dienten. Der Gedanke wurde beifällig ausgenommen und versprachen namentlich die D.D. Kroner und Hulisch wissenschaftliche Beiträge. — Zur Lektüre wurde auch von der großen Zahl pädagogischer Zeitschriften die „Norddeutsche Schulzeitung" (Minden) empfohlen. — Katz «Emmerich) äußerte sich nun noch über die von ihm herausgegebenen Synagogengesänge, klagt bitter über die unangenehme Erfahrung, die er gemacht, daß ihm nämlich die «eiteren Lieferungen von vielen Subscribenten zurückgeschickt und ihm dadurch wesentlicher Schaden zugefügt worden, was mit Bedauern und dem Wunsche ausgenommen worden, daß dem wackern Manne durch zahlreichen Verkauf seines Werkes eine wohlverdiente Unterstützung und Aufmunterung zu Theil werden möge. Damit waren die Verhandlungen und Besprechungen beendet. Es folgten nun noch der Dank der Versammlung an den Vorsitzenden, Erwiederung deffelben, worin er den schönen Geist — esprit de corps — der Conferenz hervorhob und die Mitglieder aufforderte, diesen Geist mit in die Heimath zu nehmen, Dank an die Gemeinde Ruhrort, und — man trennte sich erst spät in der Hoffnung auf glückliches Wiedersehen in Münster. Herrmanns. Anzeigen. In der Synagogengemeinde Freren ist die Stelle eines Religionslehrers und Borbeiers mit freier Station, 100 Thlr. Gehalt p. A. und Accidenzien zum sofortigen Antritte vacant. Bewerbungen, mit Zeugnissen begleitet, sind an den Unterzeichneten Synagogenvorsteher portofrei zu richten. Freren, im October 1869. Simon Schwarz. Die Lehrerstelle an der jüdischen Schule zu Rakwitz R.-B.-Posen ist vacant. Gehalt 150 Thlr. undMiethsentschädigung 20 Thlr. Einem unverheiratheten Lehrer würde außer diesen 170 Thlrn. noch freie Wohnung gewährt werden können. Der Schulvorstand.

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