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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-08-24 · Heft 34 (24.8.1869) · p. Seite 680

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 34 (24.8.1869)
Date
1869-08-24
Page
Seite 680 (sequence 8)
Language
German
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680 des Kindes in die Geburtsmatrikel der israelitischen Cultusgcmeinde eintragen sollte, den Recurs an die Statthalterei ergriffen habe. Die k. k. Statthalterei hat auch soeben die betreffende Entscheidung des Magistrates aufgehoben und dagegen erkannt, daß die Seelsorge der Cultusgemeinde nicht verpflichtet ist, die Namen solcher Kinder in die Geburtsmatrikel einzutragen, welche sie nicht als ihr angehörig erkennt, obgleich ihr deren Führung von der Regierung aufgetragen wurde. Dem israelitischen Vater steht der Recurs an das k. k. Ministerium des Innern offen. Dem Magistrat wurde jedoch aufgetragen, als politische Behörde erster Instanz für die Constatirung und Evidenzhaltung der Geburt des genannten Kindes in anderer Weise Sorge zu tragen, wenn die Entscheidung der k. k. Statthalterei in Rechtskraft erwachsen sein wird. Der Bürgermeister hat sich aus Anlaß dieses Falles an das hohe k. k. Ministerium des Innern um die principielle Entscheidung gewendet, in welcher Weise oder in welcher Matrikel der Name dieses Kindes in Evidenz gehalten werden solle. Krakau, 11. Aug. Von hier aus wird telegraphirt: Sonntag Nachts wurde ein fünfzehnjähriges Judenmädchen in einem nahegelegenen Dorfe von zwanzig verkleideten Männern geraubt und in ein hiesiges Kloster gebracht. Zwei von den Thätern wurden in Wieliczka verhaftet. Die Polizei will ohne bischöfliche Erlaubniß nicht einschreiten. Krakau, ll. Aug. Die Anverwandten des gewaltsam entführten Mädchens wandten sich nach der Erklärung des Polizeigerichtes an den Staatsanwalt. Dieser scheint die Sache energisch in die Hand genommen zu haben. Denn es verlautet, daß eine Commission an Ort und Stelle entsendet wurde. Man will auch wissen, daß die Nonnen das Mädchen aus dem Kloster entlassen haben. Donausürstenthümer. Bukarest, 13. Juli. Hier geht es immer noch so schlimm wie möglich. Man bewegt sich betreffs der Israeliten im Irrgarten aller möglichen Sophismen. Man verspricht, nur legal zu handeln, und beachtet keines der früheren Gesetze. Der Minister erklärt den diplomatischen Agenten gegenüber, die Jsraelitenfrage sei durchaus nur eine innere, um welche sich die auswärtigen Mächte nicht zu kümmern hätten, und doch erklärt man sämmtliche Juden in Rumänien für Fremde, also für Unterthanen anderer Mächte. Man verfolgt die Juden in Rumänien, und wirft ihnen Mangel an Patriotismus vor, wenn sie Hülfe im Auslande suchen. In Wirklichkeit, ruft der Jsraelitulu Romanu aus, sind die Juden in Rumänien die Rayas der Christen, wie die Christen in der Türkei die Rahas der Muselmänner! Wir fügen hinzu: Wollte Gott, daß die Juden in Rumänien behandelt würden wie die Christen in der Türkei. Man fährt fort, die Juden aus den ländlichen Bezirken zu verjagen, trotz der Pachtverträge, die in gesetzlicher Weise abgeschlossen waren. Rußland. Aus Ostpreußen, tv. August. Es wird mir schwer, wieder die Feder zu ergreifen, die volle Wahrheit zu sagen, die aber sehr nöthig ist, um für die Unglücklichen zu sprechen, deren trauriges Geschick alle jüdischen Herzen jetzt mit Wehmuth erfüllt. Weg mit aller Schönrednerei, die es wagte diese Leute als Stützen der jüdischen Zukunft hinzustellen, die sie in einem Gemüths- und Rechtsleben schildern mochte, das ihnen der Außenwelt gegenüber ganz fremd ist. Nein! Die Juden der Grenze sind einem furchtbaren Schicksal unterworfen, sie müssen gleich den Urbewohnern Nordamerikas untergehen, wenn man sie nicht ihre» Verhältnissen entreißt. Ich rufe Heil den Männern zu, die sich bisher damit beschäftigt der augenblicklichen Noth abzuhelfen, sie haben Großes geleistet und sich dauernden Ruhm erworben; man muß zugegen sein, um die Schwierigkeit kennen zu lernen, mit denen diese Wohlthäter zu kämpfen haben! Sie sehen eine Masse vor sich, die vom Recht keinen Begriff hat, aus dem Betteln ein Gewerbe macht, für die Wohlthat abgestorben, nicht einmal ein Gefühl des Dankes kennt, die eher im Stande ist, wenn die Spende nicht groß genug, dem Geber zu fluchen als ihn zu segnen. Es wäre nöthig die Berichte des Lycker Maggid ins Deutsche zu übersetzen, um besonders das Treiben dieser spitzbübischen und tückischen Rabbinen der Welt offenkundig zu machen, die den armen Gemeinden vorstehen. Das sind die Menschen, die aus dem bloßen

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