Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1869)
- Date
- 1869-08-17
- Page
- Seite 660 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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660 Dem Umfange des Werkes nach würde es wenigstens gegen l 2 Thlr. per Exemplar kosten, wenn nicht der Weg der Subscription gewählt worden wäre. Dieser wird es möglich machen, daß ein Exemplar für 6 Thalcr bezogen werden kann. — Wir empfehlen daher dringend die Förderung der Subscriptionen — z. B. Seitens der Gemeinden — damit das Werk bald erscheinen könne. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, 4. August. Wir erhalten aus zahllosen Ortschaften Berichte über abermals angestellte Sammlungen für die nothlcidenden Juden in Westrußland. Wir können dieselben hier nicht wiedergeben, um so weniger, da wo die That eine allgemeine ist, Einzelheiten nicht aufgeführt zu werden brauchen. Auch für die Auswanderung ist augenblicklich Etwas geschehen, indem das Haus James v. Rothschild zu Paris 24,000 Frcs. zu diesem Zwecke nach Memel gesandt hat. — Einer Bemerkung in einem Blatte gegenüber haben wir darauf hinzuweisen, daß die Initiative zur Herstellung von Shnodalversammlungen nicht den letzten Jahren erst angehört, sondern bereits im Juli 1848 regten wir diese Institution in Frankfurt a. M. an und gaben unsere Ansichten und die dahin gehörige Anregung in Nr. 33, 34, 38, 50 des Jahrgangs 1848 dieser Zeitung. Wir erwähnten dies bis jetzt nicht, weil >vir auf solche Dinge nur geringen Werth legen, außer wenn es die Geschichte eines wirklich ins Leben getretenen Objektes betrifft, und es daher vor Allem gilt, eine Idee in ihrem Ursprung und Wachsthum zu verfolgen. Düsseldorf, 7. Aug. Nachdem wiederholt in früheren Jahren die Bestätigung eines Juden als Handelsrichter versagt worden, ist nunmehr die Bestätigung eines solchen, des Kaufmanns Moritz Seelig von hier, als Richter des hiesigen k. Handelsgerichts erfolgt. O e st e rreichifchcr Kaiser st a a t. Pest, 6. August. Die sanktionirten Statuten des israelitischen Congresses wurden ansämmtliche Municipal-Behörden versendet. Die Ernennung der Distrikts-Commissäre durch das Cultusministerium erfolgt nächster Tage. Schweiz. Zürich, 6. Aug. lPrivatmitth.) lDie rituale Schlachtfrage vor dem 5. internationalen Thierschutzcongreß.) Der 5. internationale Thierschutzcongreß wurde den 3. August in Zürich eröffnet. 34 Vereine u. a. Cassel, Berlin, Boston, Brüssel, Dresden, Haag'Utrecht, Hamburg, Hannover, London, München, Paris, Petersburg, Riga, Stuttgart, Zürich hatten ihre Deputaten geschickt und gehörten die Vertreter von Hamburg -vr. D. Marburg) und Prag (Dr. von Hönigsbergi dem jüdischen Bekenntnisse an. Als Mitglieder des Züricher Thierschutzvereins wohnte Rabbiner vr. Kahserling den Verhandlungen bei. Bereits auf dem im Jahre 1867 in Paris abgehaltenen Congresse wurde die Frage „über die beste Schlachtmethode" eingehend discutirt und bezüglich des Schächtens beschlossen: „anlangend die Schlachtmethode nach israelitischem Ritus, so fordert der Congreß alle Thierschutzvereine auf, sich an die israelitischen Cultusbehörden zu wenden, um Verbesserungen dieser grausamen Schlachtmethode zu erlangen." Mittwoch, den 4. August kam statutengemäß „die beste Schlachtmethode mit Beziehung des israelitischen Schlachtens" zur Verhandlung. Der 1. Referent, Herr Hofthierarzt vr. Red ermann aus München, hielt einen trefflichen Vortrag, in welchem er, gestützt auf ein Gutachten des Prof. vr. Gerlach aus Hannover, die Tödtung durch Kopfschlag, der die Zertrümmerung des großen Gehirns bezweckt und augenblickliche Bewußtlosigkeit zur Folge habe, als die schmerzloseste bezeichnet. Sodann berührt Redner auch die rituale Schlachtfrage, und gibt zu, daß nicht sowohl die eigentlich rituelle Handlung als die Vorbereitungen zur Tödtung, welche oft sehr mangelhaft ausgeführt würden, zu beanstanden seien. Nachdem so viele bedeutende Au--