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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-08-03 · Heft 31 (3.8.1869) · p. Seite 622

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 31 (3.8.1869)
Date
1869-08-03
Page
Seite 622 (sequence 10)
Language
German
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Z eitungsn ach ri chten. Deutschland. Dresden, im Juli. (Berichtigung.) In dem Berichte über die Leipziger Shnodalversammlnng in dieser Zeitung Nr. 29 befindet sich in Bezug auf meine Aeußerungen eine Ungenauigkeit, und eine von einem andern Herrn gethane Aeußerung mir zugeschrieben, was bei einem so umfänglichen Referate sehr erklärlich und entschuldbar ist, mir aber doch zu berichtigen obliegt. Es heißt daselbst: „Hirschfeld war mit dem Inhalte des §. einverstanden, aber findet, daß eine eigentliche Bitte um Wiederherstellung der Thieropfcr in den Gebeten nicht ausgesprochen sei ... . Landau stimmt dem bei" u. s. w. Dem ist nicht so. Biel' mehr sagte ich, daß die betreffenden Gebete deutlich diese Bitte aussprechen, was auch in Betracht der Zeit ihrer Abfassung in der Natur der Sache liegt, daß wir aber bei Modificirung dieser Gebete im Sinne der Propheten und des Talmuds handeln, der ja auch das Gebet über das Opfer stellt. Ferner heißt es in Betreff des Orgelspielens am Sabb. durch einen Juden: „Landau bemerkte hierzu, daß er diese Ansicht theile, daß überhaupt das Verbot des Musicirens am Sabbath als ein unbegründetes zu beseitigen sei" u. s. w. Diese Aeußerung geschah von einem Andern, und findet hier eine Namensverwechselung statt. Da die stenographischen Berichte nicht in aller Hände gelangen, so bitte ich» die geehrte Redaction die Berichtigung sogleich aufzunehmen; besonders deshalb, weil ich diese Ansicht, namentlich in Betreff des Musicirens am Sabbathe im Allgemeinen, nicht theile. vr. W. Landau. Aus der Provinz Posen, im Juli. (Privatmitth.) Der Proceß wegen der vom Professor Fürst herausgcgebenen Bibel — wird der „P. Z." unterm 8. Juli berichtet — von dem ich seiner Zeit berichtete und der nicht wenig Spannung erregte, ist vor wenigen Tagen entschieden worden, wie nicht anders möglich war, zu Gunsten der Buchhandlung. Der Richter hat nicht erst geglaubt, die Gutachten, auf welche die Parteien provozirt hatten, hören zu müssen; vielleicht verzichtete er darauf, weil zu gleicher Zeit-auf der Synode in Leipzig eine Menge Rabbiner nach scharfem Streit pro und contra nicht zur festen Entscheidung darüber gelangen konnten, ob die Circumciston eine conditio sine qua non für den Juden sei. Der Richter behandelt in den Motiven des Dekrets die Sache zunächst als ein Rechtsgeschäft, bei welchem beiderseits die einmal eingegangenen Verbindlichkeiten erfüllt werden mußten; der Einwand, daß die Bibel nicht eine „für Israeliten" sei, weil in einer Anmerkung die Nothwendigkeit der Beschneidung geleugnet werde, sei unerheblich einmal, weil keiner der Verklagten zunächst nachgewiesen habe, daß er ein Jude sei, dann aber, weil es vollkommen im subjektiven Denken eines Jeden begründet liege, wie er sich zu der Vorschrift von der Beschneidung verhalten wolle. Ob damit diese interessante Streitsache endgiltig entschieden ist, ist fraglich. Dem Vernehmen nach werden die Berurtheilten appelliren. Die jüdische Schule in Bomst entbehrt schon seit Beginn des laufenden Jahres eines Lehrers und die dortige jüdische Schuljugend ist ohne allen und jeden Unterricht. Das Projekt die jüdische Schule mit der evangelischen zu vereinigen, wogegen die k. Regierung keinen Einwand erhoben, ist an dem Willen des dortigen evangelischen Schulvorstandes gescheitert, welcher behauptet, daß er alsdann noch einen Lehrer an der Schule anstellen müßte, der bedeutend mehr kosten würde, als die jüdische Gemeinde, die zu den ärmsten jüdischen Gemeinden hiesiger Provinz zählt, an Schulbeiträgen aufzubringen im Stande ist. Es müßten indeß jedoch auf irgend eine Art Anstalten getroffen werden, daß den Kindern ein regelmäßiger Schulunterricht zu Theil werde. Bayern. München, 6. Juli. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Cultusgemeinde hat beim Magistrat die Bitte um Ueberlafsung eines Platzes zum Bau einer zweiten Synagoge gestellt. — Bon Büdingcr's „Weg des Glaubens" ist soeben die zehnte Austage erschienen.

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