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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-08-03 · Heft 31 (3.8.1869) · p. Seite 617

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 31 (3.8.1869)
Date
1869-08-03
Page
Seite 617 (sequence 5)
Language
German
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«17 Wir gehen einen Schritt weiter, und erlassen folgende Aufforderung an alle Diejenigen, welche uns Spenden zur projektirten Riesserstiftung gesendet hatten. Am 22. April 1863 verschied Dr. G abriel Ries» ser. Schon am 30. April (Nr. 20 d. Z. 1863) erließen wir eine „Aufforderung zur Errichtung eines Denkmals für Dr. Gabriel Riesser." Dieses Denkmal sollte bestehen in einer Gesammtausgabe der Riesserschen Schriften und Reden, so daß Jeder, der eine freiwillige Gabe bis zum Kostenpreise eines Exemplars gezahlt, ein solches gratis erhalten sollte. Diejenige Summe, welche aus den geringeren Spenden oder aus dem Mehr jenes Kostenpreises erwüchse, sollte «Nr. 25, 1863) einen Fond bilden „zur Unterstützung und Entschädigung solcher Israeliten, welche zu Universiläts- und Gymnasiallehrern und zu Gerichtsassessoren sich befähigt gemacht und als hierzu sich befähigt erwiesen haben, aber ihres Glaubens wegen in Preußen, Deutschland u. s. w. eine Anstellung nicht erhalten." — Der Gedanke fand Anklang und es kamen uns aus vielen Gegenden zwar nicht reichliche aber doch hinlängliche Spenden zu, wie wir sie sorgfältig in dieser Zeitung veröffentlichten. Unterdessen war aber auch in Frankfurt a. M. ein Comite gleicher Tendenz zusanunengetreten, welches die Herausgabe der Riesser'schen Schriften, die Unterstützung jüdischer Studierenden und die Unterstützung von „Männern der Wissenschaft, die als Juden behindert sind, eine ihrer wissenschaftlichen Stellung entsprechende öffentliche Wirksamkeit zu gewinnen," sich zur Aufgabe gestellt. Das Comite hatte sich bereits mit den Erben Riesser's in unmittelbare Verbindung gesetzt. Wir unsrerseits erklärten (Nr. 38, 1864), daß wir, unserm Zwecke gemäß, die Herausgabe der Riesser'schen Schriften dem gedachten Comite überließen, für jeden Spender, der den Kostenpreis eines Exemplars an uns gespendet, ein Exemplar von dem Comite erkaufen, und den Ueberrest für den von uns aufgestellten Gedanken aufbewahren würden. So geschah es denn auch, und als vor zwei Jahren die Riesserschen Schriften fertig geworden, zahlten wir an das Comit6 pr. Exemplar 5 Thlr. 20 Sgr., versahen alle diejenigen unsrer Spender mit Exemplaren, soweit sie diesen Preis an uns gezahlt halten, wodurch allerdings ein großer Theil der bei uns eingelaufenen Gelder absorbirt wurde. Wir erwarteten nun von dem Comito zu Frankfurt ein weiteres Vorgehen und hatten auch deshalb einige Correspondenz mit einem Mitgliede desselben. Das Motiv, aus welchem diese Angelegenheit bis jetzt nicht weiter gefördert worden, kennen wir nicht, sind aber weit davon entfernt, ein anderes Motiv vorauszusetzen, als eben den Mangel an hinreichenden Geldmitteln, um, nach der Herausgabe der Riesser'schen Werke, den bedeutenden zweifachen Zwecken, welche sich das Counts gestellt, in irgend hinlänglicher Weise genügen zu können. Dies ist wenigstens bei uns der Fall, da, genaue Rechnungsablegung Vorbehalten, nur etwas über 1500 Thaler bei uns übrig geblieben. Mittler Weile ist aber auch in vielen Staaten die Gesetzgebung dahin vorgeschritten, daß gesetzlich der Anstellung von Juden in öffentlichen Aemtern keine Schranke mehr entgegensteht, und daß wir erhoffen können, es werde in anderen dieses Ziel bald erreicht werden. Wir glauben daher, die bei uns von der Riesser-Sammlung übrig gebliebenen Gelder nicht besser verwenden zu können, als sie unter dem besonderen Titel „der Gabriel Riessersamwlung" den Fonds zurGründung einer jüdisch-theologischen Fakultät zuzuführen. In diesem Sinne fordern wir alle Diejenigen, welche zu dem bei uns noch vorhandenen Reste der Riesser-Sammlung gespendet haben, auf, wenn sie mit obigem Zwecke nicht übereinstimmen, bis zum 30. September e. davon Kenntniß zu geben. Wer seine entgegenstehende Intention uns nicht mittheilt, den werden wir als mit obigem Zwecke einverstanden erachten. Dr. Ludwig Philippson. Iudenbekehruug in Rumänien. *) Von einem christlichen Beobachter. Judenbekehrung und Judenverfolgungen in Rumänien. Mit Bukarest und Jassy beginnen die Stationen der englischen Bibelgesellschaft zur Bekehrung der Juden im Orient. Die Jassyer Missionäre besaßen früher eine unentgeltliche Elementarschule für Kinder beiderlei Ge- *j Aus dem „Magazin für Literatur des Auslandes."

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