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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-08-03 · Heft 31 (3.8.1869) · p. Seite 614

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 31 (3.8.1869)
Date
1869-08-03
Page
Seite 614 (sequence 2)
Language
German
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614 an die Mitglieder derselben, gemäß des Passus in dem Beschlüsse des Gemeindetages, ,,a) an ihren und anderen Oertlichkeiten Subkomitö's zur Beschaffung der Mittel zu erwirken und zwar durch regelmäßig geordnete Kassen aus einmaligen Spenden und aus monatlichen Beiträgen," das Ersuchen gerichtet, solche Subkornite's an ihren Plätzen zu bewerkstelligen, eine desfallsige Kasse zu errichten, und ihren Einfluß zur Herstellung ähnlicher Subkomit6's auch an anderen Plätzen zu verwenden, endlich dem Vorsitzenden über alles Geschehene gefällige Mittheilungen zu machen. Wir richten dieses Ersuchen aber auch an alle Mitglieder des Gemeindetages. Wir brauchen ihnen nicht erst jene denkwürdige Sitzung vom 2. Juli c. in Erinnerung zu bringen, und wie sie einstimmig auf die Aufforderung des Herrn Kohner als Präsidenten des Gemeindetages, ob sie dieses Werk mit allen Kräften fördern und unterstützen wollen? begeistert ausriefen: „Wir wollen es!" Wir fordern deshalb alle Mitglieder des Gemeindetages aus, an ihren Plätzen und soweit ihr Einfluß reicht, derartige Subkomites zu bilden und Kassen zu errichten, sowie uns hierüber Mittheilung zu machen. Wir fordern endlich alle Lheilnehmenden Männer von irgend Gewicht und Einfluß auf, in gleicher Weise vorzugehen. Wir hoffen, recht bald von vielen Orten günstige Nachrichten zu erhalten, und werden hierüber fortlaufend in diesen Blättern berichten. Es versteht sich von selbst, daß neben diesen Bemühungen die Erforschung der faktischen Wege, auf denen die Ausführung der Sache möglich ist, laufen muß. Wir erhielten in diesen Tagen folgende zwei Zuschriften, welche (ohne Aufforderung unsrerseits) bei uns einliefen und die bezeugen, daß sich immer mehr Wege zur Verwirklichung des großen Gedankens eröffnen. Bleicherode, den 19. Juli 1869. Vor Kurzem vernahm ich durch einen Artikel in der A. Zeitung d. Judenthums, daß Hamburger und Stettiner Häuser eine Beförderung unserer Glaubensgenossen aus Westrußland nach den vereinigten Staaten Nordamerikas in Vorschlag gebracht haben. Bei meiner jüngsten Anwesenheit in Bremen bot sich mir die Gelegenheit, das Directorium des Norddeutschen Lloyd für diese Sache zu iuteressiren, so daß dasselbe, wie ich Ihnen versichern zu können glaube, der Sache der Barmherzigkeit wohl gern auch Opfer zu bringen geneigt sein möchte. Indem ich mir nun erlaube Ew. Hochwohlgeboren hiervon Kenntniß zu geben, bitte ich zugleich, mir wo möglich von dem genauen Sachverhalt sowohl, als den zu stellenden Anforderungen Mittheilung zu machen, und werde ich mich glücklich schätzen, wenn auch nur ein Weniges zu dem großen Werk der Wohlthätigkeit, das Sie in Anregung gebracht, beigetragen zu haben. Ich darf Ihnen wohl bemerken, daß ich hiernach Nichts unterlassen werde, weitere geeignete Schritte zu thun. H. I. Frankenheim. Rodenberg, d. 18. Juli 1869. Auf Ew. Ehrwürden am 2. Juli gestellten Antrag bei der Schlußsitzung des Gemeindetages in Leipzig, könnte ich vermöge meiner langjährigen Vermittelung und Beförderung von Auswanderern nach den nördlichen Staaten von Amerika, über Manches Aufschluß geben, und stehe ich gern zu Diensten, wegen Ueberfahrt, Jnlandspassage und wo die besten Gegenden sind für diese Leute; zugleich sende ich per Kreuz-Couv.: Prospect über Nebraska, in welcher Gegend ich schon Settlements, das heißt direct Leute aus hiesiger Gegend hingesandt. Unter den Mitgliedern des Comite's befinden sich auch Juden, wie sie in dem Prospect finden werden. Wollen Ew. Ehrwürden dieses gütigst der gewählten Commission mittheilen, so bin ich gern bereit, wenn es gewünscht, über alles Mögliche Auskunft zu geben. In Nebraska wie Cansas besteht .das Heimstaatsgesetz, allwo ein jeder Einwanderer für 16 Thaler Schreibgeld zwei mal 80 Acker Land bekommt, 5 Jahr Abgabenfrei; durch diesen Staat geht die Pacific - Eisenbahn von Newyork bis California, da wird jetzt manche Stadt gebaut; wenn nun Ackerbautreibende und Professionisten hauptsächlich unter den betreffenden sich befänden, so könnten diese dort ihr gutes Auskommen finden. Philipp Behrend. Die jüdisch - theologische Fakultät Außer den Resolutionen der Synode und ihren Beschlüssen über gottesdienstliche Fragen hat dieselbe auch die Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät votirt und zu diesem Zwecke eine Commission ernannt,

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