Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1869)
- Date
- 1869-07-27
- Page
- Seite 601 (sequence 9)
- Language
- German
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601 Marris Jacobson. Letzterer, das Andenken seiner Schwiegermutter, ihren edlen Geist und Willen besonders ehrend, hat dem Vereine noch zwei Donationen zu andern Zwecken ertheitt. Nämlich im Jahre 1838 zum Andenken seiner verstorbenen allgemein betrauerten Gemahlin Rachel geborenen Magnus, eine Summe von 14,560 Reichsthalern zur Gründung eier Mädchenschule und später zum Andenken seiner verstorbenen Tochter Pauline eine Donation von 6600 Reichsthalern, deren Zinsen zur Ausstattung von Bräuten in dortiger Gemeinde verwendet werden sollen. Dieser Göthilda-Berein hat noch außerdem zum Zweck, wenn Mittel hiezu sich finden, auch solche Schüler zu unterstützen, welche sich dem Studium, der Wissenschaft, ober den Künsten widmen. Den l. April 1855 wurde ein neues Schulgebäude, vom Göthilda-Vereine errichtet, feierlich eingeweiht. Das ist das Wahre vom Göthilda-Vereine und der Göthilda-Schule in Gothenburg zur ferneren Erklärung Ihres Artikels Nr. 15 in dieser Ztg. Außer diesem Vereine findet sich ferner ein Fond, gestiftet vom Kaufmann Herrn H. I. Heyman, durch Donation von seinem Sohne vergrößert und durch Vermächtniß des verstorbenen Herrn M. Levisson noch erhöht, um von dessen Zinsen die Miethen armer Mitglieder der Gemeinte zu bestreiten. Ferner eine Stiftung von Herrn Delbanco mit einem Kapital von 20,000 Reichsthalern, wovon die Zinsen einem jüdischen Technologen zufallen sollen, welcher sich im Auslande ausbilden will. Drei Jahre kann dieses bedeutende Legat von derselben Person genossen werden. Derselbe edle Stifter hat außerdem noch 5,000 Reichsthaler donirt, wovon die Zinsen jährlich einer armen Familie zufallen. Das Loos bestimmt, wer unter mehreren würdigen Armen die 300 Reichsthaler Zinsen erhalten soll. Als die fünfte edle Stiftung nenne ich die vom Herrn I. S. Hertz donirten 50,000 Reichsthaler zur Erbauung eines Wohnhauses als Asyl für arme jüdische Familien. Hiebei folgt jedoch die Bedingung, daß, wenn die Juden die Emancipation erhalten und den Christen vollkommen gleichgestellt sind, auch christliche Familien dort ausgenommen werden können. Ferner verdient Erwähnung eine Stiftung zur Beförderung der Industrie unter den Israeliten, welche von Herrn 8. Lichtenberg gegründet „der Lichtenberg'sche Verein" genannt wird. Dieselbe gibt Anleihen ohne Zinsen an solche, die eine selbstständige Stellung gewinnen wollen, und an Unbemittelte, die sich der Industrie widmen. Auch ein Fond, von vier Mitgliedern der Gemeinde gesüftet, zur Unterstützung eines jüdischen Studirenden findet sich dort. Er erhält jährlich die Zinsen von 800 Reichsthalern zur Unterstützung. Sehr lobenswerth und gedeihend wirkt eine neulich gestiftete Freischule für Kinder armer polnischer Israeliten, welche sich dort in großer Anzahl angesiedelt haben und nicht zur Gemeinde gehören. Ungefähr 30 Kinder erhalten täglich Unterricht dain und hat auch diese Anstalt ihr Entstehen und ihren Bestand besonders dem ehrenvollen Vorsteher und eben erwähnten Ritter Herrn Edvard Magnus zu danken. Schließlich habe ich noch den Frauenverein zur Pflegung von Kranken und zur Hülfe bei Beerdigungen, sowie den Männerverein nun? man zu erwähnen, welche wie gewöhnlich ihren religiösen Wirkungskreis haben. Bedenkt man, daß die Gemeinde nur aus 400 Seelen besteht, so ist die Anzahl von 10 solcher edlen, lobenswerthen Stiftungen ein wahrhafter Beweis von dem hohen, edlen Sinn der Mitglieder und kann solch edles Streben manchen Gemeinden zum Muster dienen. M. Schönthal, Prediger der isr. Vers, dahier. Correspondenz. Monatsberichte aus Ungarn. Reue Folge. III. Die Sabbathianer. Neu-Verbaß, im Juni 1869. (Schluß.) In streng konsequenter Fortbildung der Lehre von der Einheit Gottes begann er im Jahre 1 578 öffentlich zu lehren, daß man Christum nicht anbeten solle und hierüber predigte er auch in der Kirche. Blandrata und die Klausenburger Geistlichen, wie auch das Volk nahmen Aergerniß an dieser neuen Lehre und Ersterer warnte David vor der Verbreitung derselben. Hierüber entstand ein heftiger schriftlicher Streit zwischen ihnen. David übersandte seine Thesen an Blandrata und dieser veröffentlichte 30 Gegenthesen. Um diesen Streit Leizulegen, hielt Blandrata 1578 einen aus 50 30