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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-07-13 · Heft 28 (13.7.1869) · p. Seite 557

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 28 (13.7.1869)
Date
1869-07-13
Page
Seite 557 (sequence 9)
Language
German
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557 land Bett, geschritten, vor dessen Besprechung der Herr Präsident die Versammlung auffordert, die großen Verdienste des Herrn vr. L. Philippson aus Bonn um diese, sowie um die Angelegenheiten des Judenthums überhaupt anzuerkennen, was durch Erheben von den Plätzen und unter lauten Beifallsbezeuguugen geschieht, worauf Herr vr. Philippson, nachdem er der Versammlung seinen tiefbewegten Dank ausgesprochen, in längerer Rede die traurige Lage, die Verhältnisie der Juden in Westrußland bespricht und seinen Antrag motivirt. Zum Schluß seiner Rede bittet er die Versammlung seine Anträge ohne Discussion im Ganzen zum Beschluß zu erheben, welcher Anrufung die Versammlung einmüthig durch ein lautes feierliches „das wollen wir" genügt. Der Antrag des Herrn vr. Philippson ist damit angenommen. Herr Holländer aus Leobschütz spricht für die Verbindung mit der Alliance behufs dieser Angelegenheit. Es wird hierauf zur Wahl einer Commission geschritten, zu welcher vorgeschlagen und alsbald pr. Acclamation angenommen werden die Herren Prof. vr. Lazarus in Berlin, Werthheim daher, vr. Aronheim in Braunschweig, vr. Honigmann in Breslau, Bondi in Dresden, Simon in Hamburg, Heinemann in Hannover, Levy, Aachen, vr. Josefthal, Nürnberg, Feigl in Prag, Bauer in Teplitz, Reinach in Neuwied, Holländer in Leobschütz, vr. Adler in Caffel, vr. Wollner in Gleiwitz, Kohner in Leipzig und der Antragssteller Herr vr. Philippson selbst, dem auch der Vorsitz in der Commission übertragen wird. Herr Reinach bittet ihn hiervon zu entbinden, weil er seine Thätigkeit in der heiligen Sache in seinem engeren Kreise wie bisher fortsetzen möchte. Es kommt nun noch ein Antrag zur Verlesung: Der Gemeindetag wolle die Mittel angeben, durch welche 1) jüdische Krankenflege, 2) die Erweisung der letzten Liebesdienste an verstorbenen Frauen durch ihre Geschlechtsgenossen ermöglicht werde (durch die Herren Schlesinger u. vr. Wollner); derselbe fand aber nicht die genügende Unterstützung. Nachdem nun noch in üblicher Weise der Herr Präsident der Versammlung Berücksichtigung der Aufforderung des Leipziger Vorstandes für ihre Theilnahme an den Berathungen des Gemeindetages, die Versammlung dem Bureau und der Herr Bice-Präsidrnt Simon besonders dem Herrn Kohner den Dank der Versammlung votirt, erklärt der Herr Vorsitzende ven ersten deutsch-jüdischen Gemeindetag für geschloffen. Literarischer Wochenbericht. Breslau, im Juni. Steinschneider's hebräische Bibliographie. Mit wissenschaftlichem Interesse begrüßen wir das Wiedererscheinen der „hebr. Bibliographie" („Blätter für neuere und ältere Literatur des Judenthums," auch mit dem hebräischen Titel vsTiatt), welche seit drei Jahren pausirte und deren Nr. 49 des 9. Jahrgangs für Januar und Februar 1869 uns vorliegt. Der gelehrte Begründer und Redacteur derselben, Herr vr. Steinschneider, hat auf den Wunsch wissenschaftlicher Bibliophilen die Arbeit wieder ausgenommen. Neben der Anzeige neuerer Werke oder neuer Ausgaben älterer Druckwerke enthält diese Nummer in zwei Bogen werthvolle Beilagen, wohin wir die schon vielfach behandelte „Alexanderssage" rechnen, die Beiträge und Notizen zu der von Herrn Prof. Zacher in Halle bearbeiteten Abhandlung liefert; nebstdem belehrende Miscellen und Mittheilungen aus dem Antiquariat von I. Benzian. Interessant ist auch ein Bericht über eine Religionsdisputation aus dem 10. Jahrhundert, worin sich schon das „orecko quia absurdum" geltend macht. Wir machen die Freunde der oriental. Literatur auf die „Blätter" aufmerksam, die vielseitig die Handbücher der hebräischen Bibliographie ergänzen und berichtigen, und erkennen mit Dank den Fleiß des schon durch frühere Arbeiten auf diesem Felde bewährten sachu. fachkundigen Redacteurs an. —X. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Breslau, 25. Juni. (Privatmitth.) Die hiesige confessionelle Schulfrage hat am vorigen Sonntag eine glänzende Erledigung gefunden, die auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Die oben berührte Frage, ob Confessionalität der höheren Schulanstalten oder nicht, die auch in diesen Blättern s. Z. ihre gebührende Würdigung gefunden hat und die vor Kurzem in liberaler Weise gelöst worden war, brannte trotzdem immer noch fort und ließ viele fanatisch-pietistisch ge- 28

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