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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-07-06 · Heft 27 (6.7.1869) · p. Seite 535

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 27 (6.7.1869)
Date
1869-07-06
Page
Seite 535 (sequence 11)
Language
German
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535 und in Ihrem Munde ist, in Ihrer Aller Herzen, in Ihrer Aller Munde, nicht fern, nicht geheimnißvoll, nicht neu, sondern ganz und vollkommen in Ihrem Herzen und Munde. So sprechen Sie Ihre Zustimmung aus, ich ersuche Sie, nehmen Sie meinen Antrag, wo möglich, einstimmig an. — So weit die Motivirung. Es wäre die Bescheidenheit übertrieben, wenn wir verhehlen wollten, daß diese Rede von einem seltenen Erfolge war. Fast bei jedem Satze mit Zustimmungsrufen begleitet, oft von einem Beifallsstürme unterbrochen, wurde der Redner, als er geendet, von der ganzen Versammlung umringt und mit Dankesbezeugungen überschüttet. Als der Vorsitzende die Diskussion eröffnete, wurde von dem Herrn Großrabbiner A stru c aus Brüssel in einer trefflichen Ansprache an die Versammlung in französischer Sprache die Annahme durch Aeclamation beantragt, weil hierdurch der Annahme die rechte Weihe gegeben würde. Da aber einige Veränderungen im Tenor beantragt waren, hob der Vorsitzende die Sitzung auf eine Stunde auf, nachdem jedoch die Versammlung die Erklärung abgegeben hatte, daß inhaltlich nichts an dem Anträge geändert werden dürfe. Die Amendementssteller verständigten sich leicht mit dem Antragsteller, die meisten Amendements wurden zurückgezogen, andere berücksichtigt. Bei der Wiedereröffnung der Sitzung verlas der Antragsteller den Antrag in der jetzigen Fassung, und darauf wurde dieser durch Erheben von den Sitzen einstimmig zum Beschluß erhoben, welchen Beschluß die Versammlung abermals durch Beifallssturm in erhebendster Weise sanktionirte. Dr. med. Wollner aus Gleiwitz hatte in Verbindung mit Anderen folgenden Antrag gestellt: „Die Synode wolle im Anschlüsse an den ersten Antrag des Herrn Dr. Ludwig Philippson und unmittelbar nach dessen Erledigung erklären: Daß sie bei Heilung der Uebelstände, die vorliegen, vor Allem den Zusammenhang mit Bibel und traditionellem Schriftenthume aufrecht zu erhalten bemüht sein will." Der Vorsitzende fand aber, daß dieser Antrag in einem unmittelbaren Zusammenhänge mit dem Philippson'schen Anträge stehe, und daß es seine Absicht sei, immer einen Antrag materiellen Inhalts mit dem einer theoretischen Tendenz abwechseln zu lassen, daß der Wollner'sche Antrag mit dem zweiten Passus des zweiten, noch vorliegenden Antrages von Dr. Philippson zusammenfällt, und er deshalb diese beiden zusammen behandeln wolle. Die Versammlung stimmte dieser Anordnung nach einigen sehr lebhaften Debatten zu. Man ging nunmehr zu den Anträgen der Unterrichtscommission ss. Nr. 24) über. Es wurden Berichte von den Herren Dr. Herxheimer und Hochstädter verlesen, von denen besonders der erstere von der Versammlung mit Beifall und Dank angehört wurde, da er über das Schulwesen viele treffliche Bemerkungen und Rathschläge enthielt, obgleich man anerkannte, daß es die Zeit der Versammlung zu sehr in Anspruch nehmen heiße, derartige ausführliche Berichte, die, durch den Druck veröffentlicht, ihre Wirkung nicht verfehlen werden, verlesen zu lassen. Hierauf bestieg Dr. Gustav Philippson (Dessau) die Tribüne und gab seinerseits einen mündlichen Bericht, in welchem er die Gebrechen des Schulwesens in großen, mittleren und kleineren Gemeinden lebhaft und eindrucksvoll schilderte, und die Zustimmung der Versammlung oft erwarb. Die Generaldebatte wurde eröffnet. Geiger sprach sich gegen diese Berichte und die Anträge aus, er wollte die Schule sich selbst überlassen haben, die Synode solle keine Schritte thun, die einen praktischen Zweck hätten, mit Ausnahme der „höhern wissenschaftlichen Lehranstalt", die Gemeinden thäten schon genug für die Schulen und würden mehr thun; gegen ein einheitliches Religionslehrbuch entschied er sich energisch. Mit Ausnahme des letzteren Punktes äußerte sich in der Versammlung entschiedener Widerspruch gegen diese Auslassungen Geigers, und es meldeten sich viele Redner dagegen. Da aber die Zeit vorgerückt war, wurde die Sitzung um 4 Uhr Nachm, geschlossen, und die Fortsetzung der Debatte auf die folgende Sitzung vertagt. Wie den nothleidenden Inden in Westrußland )« helfen sei? VI. Wir erhalten folgende Zuschriften: Schwedt, 28. Zum 1869. Durch die treffl. Artikel der A. Z. d. Ä., die traurige Lage unsrer Glaubensgenossen in Westrußland betreffend, veranlaßt, wandte ich mich an den Herrn Baron le Fort, der dort als Grundbesitzer längere Zeit gelebt und gegenwärtig in Plagwitz, Poststation Lindenau bei 27*

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