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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-06-22 · Heft 25 (22.6.1869) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 25 (22.6.1869)
Date
1869-06-22
Page
Seite 491 (sequence 7)
Language
German
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491 gelehrt: V's trtinrj z» -QN -npsb N2 sr inIN n"a ’i3i bcsb bir1’ unter gewissen Bedingungen i»ni2 be«iE2 nm nrs' u. s. w. nr-nn tos bna .rnTiaia nwr'n erb rrnno 4) Eine unzählige Menge von Beispielen liefern den Beweis, daß diese Grundsätze nicht blos als Theorien aufgestellt, sondern auch vielfach angewendet wurden, in den Zeiten des Thalmuds, sowie auch in späteren Zeiten. Allerdings nur mit der größten Vorsicht und Gewissenhaftigkeit geschah es und nur nach vorausgegangener sorgfältiger Berathung, auch nur wenn entweder das religiöse Leben dadurch gefördert oder das Bestehen der Gemeinschaft, wenn es nicht geschah, als gefährdet betrachtet wurde. Das ist allerdings auch in unserer Zeit zu beachten und wird mit aller Sorgfalt darauf zu sehen sein, daß eine Anzahl von Sachkundigen in Uebereinstimmung sich befinde, mit strenger Gewissenhaftigkeit jedes einzelne Ritualgesetz Prüfe, seinen Ursprung und auch seinen Zweck erforsche und beachte, namentlich aber und ausschließlich von religiösen, d. h. in der Religion begründeten Motiven sich bestimmen lasse. Literarischer Wochenbericht. Leipzig, im Mai. „Abriß der Urgeschichte des Orients. Bis zu den medischen Kriegen." Von Dr. Moritz Busch. 2 Boe. (Leipzig, Abel). DasBedürfniß nach einer zusammenfassenden Darstellung der Ergebnisse der orientalischen Forschungen für den großen Kreis der Nichtfachmänner auf diesem Gebiete, bewog den Vers, vorliegenden Werkes zur Bearbeitung des Manuel d’histoire ancienne de l’Orient von Lenormant, das nun in theilweise veränderter Gestalt dem deutschen Publikum vorliegt. Da das französische Buch uns nicht vorliegt, so können wir nicht darüber entscheiden, von welchem Belang die Berichtigungen und Ergänzungen des deutschen Bearbeiters sind, müssen aber gestehen, daß von den „neuesten Forschungen" der orientalischen Alterthumswissenschaft thatsächlich vielfach Gebrauch geschehen ist. Zudem mußte der Verf., der durch wiederholte Reisen nach .dem Orient den Schauplatz seiner Geschichtserzählung selber kennt, das gegenwärtig allerseits verlangte Beiwerk von Ortsbeschreibung recht geschickt zu verwerthen und die Gefälligkeit, sowie die ansprechende Form und damit das Interesse an der Sache selber zu erhöhen. Im 1. Bande kommen die Aegypter, Israeliten und Assyrer, im 2. die Babylonier, Meder und Perser, Phönizier und Karthager zur Behandlung. Die Abschnitte über die Urgeschichte der Assyrer, jünger als die neueste Bearbeitung von Duncker in seiner Geschichte des Alterthums, bieten ein abgerundetes Bild von unseren heutigen Erkenntnissen über diese dunklen Geschichtsvölker, und wem Dunckers „Gesch. der Arier in der alten Zeit" (1867) eine zu eingehende und zu umfängliche Behandlung ist, der wird um so lieber nach der populären Darstellung unseres Werkes im 2. Bande greifen und auch daraus genügsame Belehrung schöpfen. Was die Geschichte der Israeliten betrifft, so hielt der Berf. eine Bearbeitung geboten, welche „vor allem der biblischen Ueberlieferung das Gewand abstreifte, mit dem sie die Priester, die sie niederschrieben (?), bekleidet haben und dieselbe nach den Grundsätzen prüfte und reinigte, welche die historische Wissenschaft bei allen alten Urkunden angewendet." Bon dem Abschnitte des französischen Originals mußte der Verf. also ganz abgehen, da Lenormant „als streng Bibelgläubiger überall, wo die heil. Schriften der Hebräer in Frage kommen, aufhört Historiker zu sein," dagegen schließt er sich streng an Duncker an, und trägt nur hie und da etwas stärker auf, nicht gerade zum Bortheil der historischen Wahrheit. Die Geschichte der Hebräer bis zur nationalen Consolidirung unter den ersten Königen ist bekanntlich der Tummelplatz der waghalsigsten Hypothesen, und das Herumwerfen mit Schlagwörtern wie Priester-Prophetenpartei u. a. m. hat ein nur annähernd wahres Bild des Wachsthums dieses Volkes unmöglich gemacht. Die moderne Kritik wird da noch viel gut zu machen haben, was destructive Tendenzmacherei verdorben hat. Duncker geht zwar ziemlich besonnen vor, aber auch er überträgt Begriffe unserer heutigen Welt auf diese vorgeschichtlichen Zeiten und so findet auch er allerorten priesterliche oder auch politische Jntriguen. Das Bild, welches Duncker von König David entwirft, stellt unser Buch noch viel greller dar, aber es ist dies sehr wohlfeile Piquanterie, aus einer harmlosen Quellendarstellung gerade blos die Schattenseiten abzuheben. Die Ansicht von der späten Entstehung der mosaischen Gebote, von der Abfassung des Deuteronomiums unter König Josia als Folge der Skytheneinfälle (!!) und ähnliche an innerer Unwahrscheinlichkeit krankende Hypothesen der neueren Bibelkritik

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