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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-06-01 · Heft 22 (1.6.1869) · p. Seite 433

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 22 (1.6.1869)
Date
1869-06-01
Page
Seite 433 (sequence 9)
Language
German
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433 aus de» zerstreuten Citaten des Aruch u. dgl. architektonisch wiederherstellte und durch die künstlich zusammengefügten lliojovt», membra die Dunkelheit, welche über diese Partie der jüdischen Litteraturgeschichte herrschte, verscheuchte. Nun liegt nach beinahe 4 Decennien das verloren geglaubte Werk unter folgendem Titel uns vollständig vor: Peßikta, die älteste Hagada, redigirt in Palästina von Rab Kahana. Herausgegeben nach einer in Zefat Vorgefundenen Handschrift durch den Verein M. N. mit kritischen Bemerkungen, Verbesserungen und Vergleichungen der Lesarten anderer drei Handschriften in Oxford, Parma und Fez nebst einer ausführlichen Einleitung von Salomon Buber in Lemberg. L. 414 S. 8. Hr. Buber hat mit vielem Fleiße, mit seltener Belesenheit und mit besonderem kritischen Takte das Möglichste zur Erläuterung des alten opus gethan und sich überdieß über Alter, Einfluß und Benützung desselben bei den alten Autoren in seiner gediegenen Einleitung, so wie über die verschiedenen Peßikta's hinlänglich ausgebreitet. Hr. S. Buber hat sich auch dadurch ein besonderes Verdienst erworben, daß er zum erstenmal den Versuch gemacht, einen Midrasch nach den Anforderungen der Kritik und der Wissenschaft herauszugeben. So rühmend und anerkennenswerth die in dem letzten Jahrzehnd erfolgten Editionen des Sifra, Sifre, Mechiltha und Thanchuma auch waren, so ist es doch keinem der gelehrten Herausgeber gelungen, zur kritischen Herstellung eines correcten Textes Manuscripte zu benützen. — Wir können es nicht unterlassen, zwei kleine Bemerkungen gegen die Emendationen des Hrn. Buber hier zu machen. S. 17: mm« wsawa na'ptt ysb sub» “ikn ya bs sb« ■oistn i-ms ■ps öbva ui'») nrtsjrm Hr. B., nachdem er die verschiedenen Cvrrupteln, die sich von dem Worte rvrsui« in den Medraschim finden, verbessert, erklärt sich für daS Griechische ^utbeutos, Machthaber, Herrscher, das im N. T. häufig vorkommt. Allein, wenn diese bereits von Buxtorf und Landau, Aruch 8. v. gegebene Erklärung bei einigen Stellen richtig ist, so paßt sie jedoch hier und Aruch s. v. ■pnas gar nicht. Wir glauben, daß der Midrasch dabei eher an die Autochthones, Ur- und Stammvölker dachte und man müßte demnach emendiren .nyröaiK Ebenso S. 54: ävn -nnN! nanb i’aiti »na^s rrayn ,r>*iw!n •'aabab “naiN ®“tti örn innw pnruvpv T-nam pyanjo lTasn •fiuab Umsonst emendirt Hr. Buber hier pytyiap, während doch offenbar Soriptoreo, Schreiber, Protocollführer gemeint ist, wie dies Hr. M. Straschun, Kirja Neemana Wilna 1860, S. 203 gründlich nachgewiesen hat. Eine nicht minder willkommene Gabe ist die Veröffentlichung des handschriftlichen Commentars des Naftali Hartwig Wessely zur Genesis rvtoina, unter dem Namen Imre Schefer, 1. Th. 280 S. Es wurde seit 30 Jahren mehrmals der Versuch gemacht, auf dem Wege der Subscription dieses schätzbare Manuscript deS berühmten Dichters der Schire Thifereth dem Publicum zugänglich zismachen; aber leider ohne Erfolg — und es sind im Ganzen zwei kleine Hefte — von Sal. Wessely und später von I. S. Reggio — gedruckt worden. Auch diesmal konnte der weitläufige Commentar nicht vollständig edirt werden. Endlich wurde die bekannte talmudische Realencyclopädie „Pachad Jizchak" von R. Jizchak Lamperonti — u. z. Buchstab, 's und ein Heftchen vom Buchst, 's fortgesetzt. Immerhin sind die veröffentlichten Werke für den Preis von 2 Thlr. sehr billig und deshalb haben die Mitglieder, so sie nicht ihre Ansprüche zu hoch steigern, Ursache mit den Leistungen der M. N. zufrieden zu sein. Geht man z. B. das Subscribentenverzeichniß, das in einem Heftchen der Sendung beiliegt, nur flüchtig durch, so macht man die traurige Erfahrung, daß sehr viele Rabbiner und sogar großer Gemeinden, die einzigen Träger und Beförderer der hebr. Literatur der Gegenwart, durch ihre Abwesenheit glänzen. Wahrscheinlich ist jedoch die schwache Publicität und Unterstützung des Vereines von Seiten der Presse die Hauptursache dieser trüben Erscheinung, da man selten sogar in jüdischen Blättern den Namen Mekize Nirdamim, weder in einer Annonce, Einladung zur Subscription, noch in einem Berichte oder einer Anzeige erwähnt findet. Eine besondere Beachtung und Empfehlung verdient die von Hrn. Silbermann projektirte Stiftung Keren Kajemeth, um in Verbindung mit den M. N. die Herausgabe von werthvvllen hebr. Schriften zu befördern und zu ermöglichen. Allein auch dieser Plan kann nur durch die kräftige Unterstützung der Presse, dieser eigentlichen Großmacht unseres Jahrhunderts, realisirt werden. Sobald das Unternehmen in den öffentlichen Blättern gehörig verbreitet und dem großen Publikum gleichsam mundgerecht gemacht wird, so kann und wird die nachhaltige Unterstützung desselben nicht 22

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