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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-11 · Heft 19 (11.5.1869) · p. Seite 373

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 19 (11.5.1869)
Date
1869-05-11
Page
Seite 373 (sequence 9)
Language
German
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373 Realschulen hat Ungarn 18 mit 2645 Schülern, darunter 547 israelitische, also mehr als den fünften Theil, wie aus beifolgender, vom amtlichen „Budapesti Közlöny“ mitgetheilten Uebersicht erhellt: Im Pest-Ofner Schulbezirk wurden 2 Ober- und 3 Unter-Realschulen von 1113 Schülern besucht, worunter 762 Katholiken, 60« Gr.-n.-u., 64 Protestanten und 227 Israeliten. — Im Preßburger Schulbezirk wurden 1 Ober- und 1 Unter-Realschule von 303 Schülern besucht, von welchen 199 Kath., 3 Gr.-n.-u., 31 Protestanten, 70 Israeliten. — Im Kaschauer Schulbezirk besteht 1 Oberrealschule, welche 193 Schüler zählte, und zwar 115 kath., 41 prot., 37 israel. — Im Raaber Schulbezirk bestehen 3 selbstständige und 2 nicht selbstständige Unterrealschulen, zusammen mit 432 Schülern, worunter 329 kath., 2 gr.-n.-u., 11 prot., 90 israel. — Im Großwardeiner Schulbezirk bestehen 3 öffentliche und 2 Privat-Unterrealschulen mit 604 Schülern, und zwar 377 kath., 87 gr.-n.-u., 17 prot. und 123 israel. — Sal. Blum. Papa, im April. (Privatmitth.) Der aus mehr denn 200 Mitgliedern hier bestehende israelitische Cötvös- Berein zeigt eine regsame Thätigkeit. Dies bewies der jüngst vom Ui-. Feitel gehaltene Rückblick auf die Leistungen des Vereins im vorigen Jahre. Der Verein betätigte sich energisch an den Wahlen zum israelitischen Kongreß, in den hiesigen Vorstand und der städtischen Landtagsablegaten und setzte bei ihnen den Sieg des liberalen Princips durch. Es wurden Adressen entsandt, Ehrenmitglieder ernannt und der Verein trat dem Institute zur Förderung der israelitischen Literatur und der „Alliance“ bei und bedachte das Mühlfeld- Denkmal mit einem Beitrage. Es wurden außer vielen Gelegenheitsreden und Vorlesungen ausführliche Vorträge von vr. S. Pserhofer, Johann Fischer, vr. Joseph Steiner, den Lehrern Rosenfeld und Pollak, Präsident Bernard Neumann und vr. Moritz Feitel gehalten. Für die nächsten Sommersabbathe sind die „Weltbewegenden Fragen" von Philippson besümmr. Es wäre zu wünschen, daß ähnliche kurz gefaßte Berichte über die Thätigkeit gleichartiger Vereine gegeben würden, um die Wirksamkeit derselben immer mehr zu beleben. Donaufürstenth inner. Bonn, im April. Die Partei Bratiano ist durch die Wahlen völlig geschlagen, und ist von 83 Stimmen auf 12 herabgesunken; die Erfinder des Judenausrottungsprojectes sind beinah sämmtlich durchgefallen. Vor groben, von oben her begünstigten Mißhandlungen werden die rumänischen Juden nunmehr vorläufig sicher sein; ob sie aber eine bessere gesetzliche Stellung bekommen, scheint uns noch fraglich. Inwiefern es Zeit wäre, sobald die neue Kammer sich als von gerechter und humaner Gesinnung bethätigt haben würde, daß die Juden Rumäniens die Initiative ergriffen, um bei der Regierung uud den Kammern eine Verbesserung ihrer Lage zu beantragen, vermögen wir von hier aus nicht zu beurtheilen. —. Ueber das Resultat der Wahlen spricht sich das Echo Danubien unter dem 16. April folgendermaßen aus. „Der Erfolg, den die gegenwärtige Regierung in den Wahlen erlangt hat, beweist uns wieder ein Mal, daß die Majorität der rumänischen Nation die Thaten des Vandalismus und der Religionsverfolgung mißbilligt, welche unter der Herrschaft der radikalen Regierung begangen worden. Die von der Partei des Centrums davongetragenen Wahlsiege zeigen uns abermals, daß die Rumänen nicht wollen, daß ihre israelitischen Brüder aller ihrer persönlichen Rechte beraubt werden, sondern daß alle Bewohner Rumäniens ohne Unterschied des Glaubens dieselben Rechte genießen und denselben Lasten unterworfen seien. Diesem eclatauten Siege des Zeitgeistes gegenüber müßte sich die gegenwärtige Regierung eine Verhaltungslinie ziehen und den Kammern, die jetzt eröffnet werden, erklären, was sie zu thun wünscht, um ein für alle Mal die israelitische Frage zu beendigen. Die Männer, welche heute die Macht in Händen haben, sind einsichtsvoll genug, um zu wissen, daß eine Popularität, welche wie die des Herrn Bratiano erworben ist, nichts weniger als beneidenswertst, und daß es tausend Mal besser ist, die öffentliche von ganz Europa für sich zu haben, als eine Claffe Menschen zu verfolgen, um die Stimmenmehrheit des unwissenden Plebs oder die Stütze der separatistischen Fraction zu erlangen, die durchaus keine Wurzel im Lande hat. Die Israeliten haben mit Angst das Resultat der Wahlen erwartet und sie sind glücklich, das Scheitern ihrer demagogischen Gegner registriren zu können, um zu zeigen, welches die Tendenzen der gemäßigten Centralisten sind. Nichts ist weniger wünschenswerth als die Niederdrückung der jüdischen Frage, wir wünschen im Gegentheil, daß sie fortfährt, die Geister zu be- 19

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