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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-11 · Heft 19 (11.5.1869) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 19 (11.5.1869)
Date
1869-05-11
Page
Seite 372 (sequence 8)
Language
German
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372 der hiesigen Stadt, 672 dem Großherzogthum Hessen, 34 dem Königreich Bayern, 1 dem Großherzogthum Baden, 155 dem vorm. Kurfürstenthum Hessen, 123 dem vorm. Herzogthum Nassau, 48 der vorm. Landgrasschaft Hessen nach ihrer Heimath an, und verblieben im Ganzen am 1. Sept. 1868 47 Zöglinge hier und auswärts in der Lehre. In den beiden Jahren betrugen im ersten Jahre die Einnahmen 5711 fl., die Ausgaben 3113 fl.; im zweiten Jahre mit diesem Ueberschusse die Einnahmen 6627 fl. und die Ausgaben 2251 fl., so daß ein Saldo von 4376 fl. verblieb. Die Fonds des Bereins bestanden in Staatspapieren von 20,400 fl. Möge dieser wohlthätige Verein immerfort eine wachsende Unterstützung finden. Reichenbach (Schl.), 27. April <Eingesandt.) *) Der Corresp. aus Coswig in Nr. 16 d. Bl. ist im Jrrthum, wenn er die Anwesenheit von zehn Männern bei dem jüdischen öffentlichen Gottesdienste in Mischna Sanhedrin 2 a. begründet glaubt. Diese Institution ist vielmehr und sogar in negativer Form in Mischna Megilla 23 d., wo ausschließlich vom Gottesdienste die Rede ist, festgestellt. Was endlich seinen so nahe liegenden Vorschlag betrifft, gebe ich ihm, ganz abgesehen von dem bekannten Tikkun Gadol, auf welchen die Talmudisten einen großen Werth legten, zu bedenken, daß diese Anordnung keinen Anklang finden dürfte, weil sie an Nahum 3, 13: izM nsn erinnert.**) Pred. Moritz Cohn. Oesterreichischer Kaiserstaat. Lemberg, 21. April. Der k. k. galizische Statthalter hat folgendes Schreiben erlassen: „Nr. 2088/xr. An den löblichen Cultusgemeinde- Vorstand in Jaroslau. Aus Anlaß der in letzter Zeit in Jaroslau vorgekommenen Excesse hat eine Deputation der Israeliten Jaroslaus am 10. d. bei mir die Bitte vorgebracht, zum Schutze ihrer bedrohten Interessen die nöthigen Vorkehrungen zu treffen. Ich ersuche den löblichen Cultusgemeinde-Vorstand, die Herren Petenten zu be¬ *) Wir lassen die Ansichten unbehindert sich aussprechen. Redakt. **) Das möchte gerade der entgegengesetzte Sinn sein! Bei den Propheten sollen die Männer zu Weibern werden, nach jenem Vorschläge umgekehrt. ruhigen, daß seitens der Regierung alle Maßnahmen getroffen wurden, um einer Wiederholung ähnlicher Excesse vorzubeugen und die Israeliten Jaroslaus in der Ausübung der ihnen durch die confessionellen Gesetze gewährten Rechte wirksam zu schützen. Nachdem die Ursache solch bedauerlicher Vorfälle zumeist in einer gewissen, nicht begründeten gegenseitigen Spannung zwischen der christlichen und israelitischen Bevölkerung liegt, die bei einer richtigen Erkenntniß und Beurtheilung der bestehenden staatlichen Einrichtungen und der staatsbürgerlichen Rechtsverhältnisse einem gegenseitig freundlich entgegenkommenden und ähnliche Conflicte fernehaltenden Verhalten weichen muß, so erscheint es zur Erzielung eines nachhaltigen günstigen Erfolges von besonderer Wichtigkeit, in dieser Richtung auf die Bevölkerung belehrend und beschwichtigend einzuwirken. Ich wende mich deßhalb unter Einem an die Przemhsler bischöflichen Ordinariate mit dem Ersuchen, durch die Curatgeistlichkeit Jaroslaus auf die christliche Bevölkerung Jaroslaus entsprechend einzuwirken, und versehe mich, daß auch der Jaroslauer israelitische Cultusvorstand und das Rabbinat ihrerseits bemüht sein werden, in gleicher Richtung auf die israelitische Bevölkerung Jaroslaus besänftigenden Einfluß zu üben. Lemberg, am 19. April 1869. Possinger." Neu-Berbaß, im April. (Privatmitth.) Es verdient Erwähnung, daß mehrere israel. Congreßdeputirte ihre Diäten dem betreffenden Wahlbezirke spendeten; u. z. M. Fleischmann in Pest 500 fl. und dazu noch 500 fl. für eine Waisenstiftung; Leop. Hirschl in Gyöngyösch die von ihm bezogenen Diäten und Quartiergelder, nebst 500 fl. aus Eigenem zu Schulzwecken; der Quästor des Congresses Martin Schweiger, Deputirtcr von Kecskemst, 450 fl. als Beitrag zur Beschaffung der h. Lade für den neuen Tempel daselbst; die Deputirten der Araber Gemeinde Jgn. Deutsch und P. Wall fisch schenkten ihre Diäten als Entschädigung für die von der Gemeinde zu zahlenden Wahlspesen. Im verflossenen Schuljahre besuchten 1700 israel. Zöglinge die katholischen Gymnasien des Landes; im gegenwärtigen Schuljahre sind deren, wie das „Irr. Közlöny“ mittheilt, deren 1733 eingeschrieben. Natürlich werden auch die Gymnasien der übrigen Confessionen von israel. Schülern frequentirt.

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